Wir haben es gespielt, waren verwirrt und dann doch sehr positiv überrascht. Denn das Batmobil ist ein AC130-Gunship auf vier Rädern, kann aber auch schleichen wie eine Maus. Eine Maus aus Titan.

Ace-Chemiefabrik, 19 Uhr. Draußen regnet es in Strömen, drinnen regieren Blei, Schrapnell und schwere Panzermunition, denn Scarecrow hat Batman eine Falle gestellt. Der schwarze Ritter ist hier, weil er Geiseln retten wollte, doch Scarecrow und der Arkham Knight haben ihre Truppen in dem mehrstöckigen Gebäude versammelt und greifen jetzt massiert an.

Batmans Wendigkeit hilft uns hier natürlich. Noch immer katapultieren wir uns via Greifhaken an eine höhere Stelle, können unvorsichtigen Schergen auflauern und sie aus dem Verkehr ziehen. Noch immer schlagen wir Haken, entwaffnen Soldaten und schlagen sie K.O. Nur hat der Feind seit dem Ende von Arkham City ganz schön aufgerüstet: tragbare Gatling-Kanonen sorgen für Sperrfeuer, das sich nur schwer mit geschickten Manövern umgehen lässt. Schwere Kampfpanzer rücken auf Batmans Position vor und Raketen schlagen im Gebälk ein.

Batman: Arkham Knight - Bruce Bond: Das Auto, das ich rief

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„Master Wayne. Ich bin das Batmobil, kann mich vom netten blauen Speeder in eine böse, rot strahlende Waffenplattform verwandeln.“
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Rocksteady hat angekündigt, seine Reihe auf ein neues Level zu heben und ja, nie zuvor haben wir uns in einem Batman-Spiel so sehr in die Enge gedrängt gefühlt. Bisher war die Fledermaus meist überlegen, lediglich die Bosskämpfe markierten Herausforderungen. Doch in Batman: Arkham Knight wartet nur wenig Kanonenfutter und dafür viele Blei-sabbernde Drohnen und ausgewachsene Abrams-Kampfpanzer.

Batmobil, transformier dich!

„Ein Königreich für ein Batmobil“, murmeln wir beim weltweit ersten Anspieltermin in Los Angeles vor uns hin, doch der schwarze Titan-Koloss ist weit und breit nicht zu sehen. Wir könnten jetzt aufs Knöpfchen drücken, er würde schon den Weg zu uns finden, doch nie im Leben die Panzersperren überleben. Was also tun? Die Lösung trägt Batman am Arm, denn via Remote Control lässt sich das Batmobil komplett fernsteuern.

Batman: Arkham Knight - Menschliche Fledermaus zeigt sich auf neuen Screenshots

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Anders als James Bond in „Der Morgen stirbt nie“, müssen wir das Fahrzeug aber nicht umständlich aus der Außenperspektive zu uns manövrieren, sondern wechseln ohne spürbare Verzögerung direkt in die Cockpit-Perspektive. So rollen wir durch die Zufahrt des Chemiewerkes und haben die Wahl: Rambo-Taktik oder Schleichfahrt? Pursuit-oder Battle-Modus.

Packshot zu Batman: Arkham KnightBatman: Arkham KnightErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Auf Knopfdruck wechseln wir jederzeit zwischen einer kompakteren Form und einer Art Angriffs-Design. Wollen wir Turbos zünden und uns mit Schnelligkeit, Wendigkeit und harten Drifts durch die Spielumgebung bewegen, senkt das Batmobil seine Titanflügel an den Außenseiten leicht ab und Turbo-Düsen werden ausgefahren. Im Battle-Modus hingegen drehen sich die Vorderräder und an der Aufhängung werden Minen-Werfer sichtbar. Das Heck klappt auf und entblößt ein 60 Millimeter-Geschütz, das sich gegen besonders stark gepanzerte Fahrzeuge auch kinetisch aufladen lässt.

Batman: Arkham Knight - Bruce Bond: Das Auto, das ich rief

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Der Arkham Knight kennt Batmans Schwächen sehr genau, sagt seinen Soldaten sogar, wo sie hin schießen sollen und hasst die Fledermaus mehr als Scarecrow.
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Die Vulkan-Gatling direkt dahinter ist perfekt geeignet gegen die Drohnenarmee, die sich der Arkham Knight offensichtlich aus Black Ops 2 oder Call of Duty: Advanced Warfare geliehen hat. Und wenn wir es mit mehr als einem Vehikel zu tun haben, bedienen wir uns einer ganzen Raketen-Batterie, markieren aus dem Fahren heraus bis zu sechs Ziele, drücken aufs Knöpfchen und genießen die Partikeleffekte, wenn sich die Geschosse durch den Stahl des Feindes bohren und ihn langsam pulverisieren.

Moment mal, hatte Batman nicht früher mal dieses „Ich töte niemanden“-Kredo? „Daran halten wir uns strikt, deshalb kämpft ihr gegen die Drohnenarmee des Arkham Knight“, erklärt Marketingchef Dax Ginn mit schelmischem Grinsen.

Arkham Knight geht hohes Risiko, schockiert in einigen Momenten, präsentiert sich aber insgesamt als optisch opulentes und spielerisch intelligentes Batman-Spiel.Ausblick lesen

Watch-Dogs-Effekt oder auch auf Next-Gen ein Techniktraum?

Das jetzt auch noch Batman: Arkham Knight auf 2015 verschoben (2465806) wird, dürfte einigen den Tag ganz schön versauern, aber „awesome takes time“ – noch so ein Spruch von Dax. Das Ziel seines Teams ist klar definiert: Die Versionen für Xbox One und PlayStation 4 sollen keine Abstriche in Kauf nehmen und nur minimal schlechter als auf dem PC aussehen. Mit anderen Worten: Rocksteady plant das schönste Konsolenspiel für 2015, denn auf PC sieht Arkham Knight in seiner offenen Welt aktuell so gut oder sogar besser aus als Killzone: Shadow Fall in seinen besten – und meist orchestrierten – Momenten.

Die technisch stärksten Situationen sind nämlich auch in Shadow Fall meist geskriptet, etwa wenn die Scheinwerferlichter im Prolog die Nacht durchschneiden. Bei Batman ist egal, in welcher Situation wir uns befinden, die Mischung aus Lichtspiel und Partikeleffekten ist in jeder Szene wirklich beeindruckend. Gehen wir nah an das Batmobil heran, können wir diese ganzen Feinheiten an den Waffensystemen erkennen, Lüftungsschlitze und Kampfspuren auf dem Karbon.

Erhöhen wir die Geschwindigkeit im verregneten Gotham, schlagen die Tropfen mit mehr Wucht gegen die Außenhaut des Fledermaus-Panzers. Gehen wir vom Gas, ändert sich das wieder. Technisch gesehen sind wir nicht mehr weit davon entfernt, ein spielbares „The Dark Knight“ zu erleben.

Explodierende Fahrzeuge waren in der Last-Gen häufig wenig spektakulär, weil sich die Physik irgendwie komisch anfühlte. Selbst bei Battlefield 4 hat sich doch sicher jeder schon mal gefragt, warum eine Javelin-Rakete nicht genug Kraft hat, um einen recht leichten Jeep einfach umzuwerfen. Stattdessen explodieren die Fahrzeuge wie in Fels detoniert im Stehen, so als könnten sie die Physik außer Kraft setzen.

Batman: Arkham Knight - Bruce Bond: Das Auto, das ich rief

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Leider haben wir keine In-Game-Bilder erhalten, aber so sieht das Spiel aktuell ungefähr auf PC aus, nur mit schärferen Texturen und deutlich mehr Spiegelungen
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Batman ist anders, cineastischer: schwere Kampfpanzer geben erst nach mehreren Treffern nach, die kleinen Drohnen-Panzer mit leichtem Geschütz hingegen wirbeln als Feuerball nach hinten und krachen in andere Gefährte hinein. Um ja niemanden zu töten, sind Infanterieeinheiten und Panzerverbände räumlich doch sehr offensichtlich getrennt. Ist wohl besser so, einige Batman-Fans würden Rocksteady sonst mächtig aufs Dach steigen. Außerdem müssen wir gar nicht Call-of-Duty-esk spielen, es geht auch anders.

Zwischen Leise-Schleicher und Raketen-Schleuder

„Variiert ruhig mal ein bisschen“, ermuntert uns Dax. „Ihr müsst nicht ständig im Battle-Modus den Rambo raushängen lassen, ein bisschen Schleichen geht immer.“ Tatsächlich ist die Chemiefabrik sehr groß, wir können also durchaus im unteren Teil mal alle Waffen des Batmobils ausprobieren und in die oberen Bereiche dann lautlos und mit den Stealth-Gadgets des Fahrzeugs vordringen.

Batman: Arkham Knight - Gameplay Trailer: "Evening The Odds"18 weitere Videos

Der Pursuit-Modus ist nämlich nicht nur auf Schnelligkeit, sondern auch möglichst leise Geräusche ausgelegt. Als wir beispielsweise auf eine Barrikade aus Panzern und sehr viel Infanterie mit Raketenwerfern zufahren, entscheiden wir uns einfach mal, auf die Seitenwand auszuweichen, ziehen den Wagen immer weiter hoch und fahren so im Schleichgang an der Innenwand der riesigen Halle entlang.

Die Geiseln, Wissenschaftler, die uns helfen könnten, den biologischen Angriff zu vereiteln, werden uns als Punkte auf der Karte angezeigt. Dort führen auch immer Rampen hin, ergo nehmen wir Anlauf und springen beispielsweise in einer Szene weitestgehend lautlos über eine große Ansammlung von Gegnern. Sehr cool: Die Räder des Autos lassen sich querstellen, so können wir mit den Waffen nach vorne gerichtet in seitlicher Richtung eine Wand durchqueren.

Batman: Arkham Knight - Bruce Bond: Das Auto, das ich rief

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„The Dark Knight“ für Next-Gen: In den Zwischensequenzen wie hier mit Barbara Gordon verschwindet der Unterschied zwischen Film und Spiel dann völlig.
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Treffen wir auf Infanterie, setzen wir auf den „Riot Supressor“, eine Schnellfeuer-Kanone, die Gegner mit Polymer-Mantel-Geschossen ausknockt. Optimal, um ein paar schwer bewaffnete Söldner zu beseitigen, die mit ihren M4-Sturmgewehren gerade die Erschießung von mehreren Wissenschaftlern planen. Im hinteren Teil des Batmobils befindet sich ein gepanzerter Kofferraum, in dem wir Geiseln aus der Gefahrenzone zu Commissioner Gordon bringen können, dessen SWAT-Einheiten bereits zu geschwächt sind, um einen Angriff zu wagen.

Als wir jedoch auf den Arkham Knight treffen, der mit seiner Leder-Kluft und dem Titan-Held-Aufzug designtechnisch irgendwo zwischen Batman und Iron Man steht, hören wir nur noch, wie er die Fledermaus verhöhnt. Doch zu Beginn des Bosskampfes ist die Demo zu Ende, wie jedes Mal bei diesen Rocksteadys.