Batman ist einer der populärsten Comichelden überhaupt, was vermutlich daran liegt, dass er völlig ohne Superkräfte auskommen muss und damit menschlicher ist, als viele seiner "Berufskollegen". Der dunkle Ritter diente wohl auch deshalb bereits in zwei Dutzend Videospielen als Vorlage für mehr oder weniger gelungene Adaptionen seines Rachefeldzugs gegen den Abschaum von Gotham City.

Die Rocksteady Studios starten nun auf Grundlage einer offiziellen Lizenz von DC Comics mit Batman: Arkham Asylum einen weiteren Versuch, den einsamen Kämpfer für Recht und Gesetz ins rechte Licht zu rücken. Oder besser gesagt: In die Dunkelheit zu schicken...

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Dunkle Schatten ziehen auf

Denn natürlich ist das Arkham Asylum alles andere als ein heller, heiterer Ort. Im Gegenteil. Wie es sich für ein anständiges Batman-Szenario gehört, dominieren düstere Farbtöne, überall lauern Schatten, Wolken ziehen immer wieder vor dem überdimensionalen Mond vorbei. So entsteht eine perfekte Komposition von Bildern, in die unser dunkler Rächer hervorragend integriert ist.

Die Umgebung ist voller liebevoller Details, die Inszenierung häufig so filmreif umgesetzt, dass man als Fan der Comics förmlich in die dichte Atmosphäre hinein gesogen wird. Einziges Manko: Objekte gehen selbst bei derbsten Prügeleinlagen nicht zu Bruch.

Batman: Arkham Asylum - Der dunkle Ritter gegen den Abschaum von Gotham

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Bereitet Batman mal wieder Kopfzerbrechen: der Joker.
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Noch bevor wir die erste Schlagkombination anbringen können, fängt uns schon der Prolog mit seiner exzellenten Story-Inszenierung ein (übrigens von keinem Geringeren verfasst als dem berühmten Batman-Autoren und fünfmaligen Emmy-Gewinner Paul Dini, der unter anderem an Batman: The Animated Series mitgewirkt hat) und offenbart uns Erzfeind Joker in einer für ihn vollkommenen Umgebung: Arkham Asylum. Eine Irrenanstalt, in der alle ausgeflippten Superverbrecher eingebuchtet werden. Im Verlaufe des Spiels trefft ihr dort auf so prominente Insassen und Helfershelfer wie Harley Quinn, Bane, Killer Croc, Poison Ivy und noch einige mehr.

Willkommen in der Irrenanstalt

Die tolle Aufmachung von Arkham Asylum zeigt sich in vielen kleinen Details, wie beispielsweise der hervorragenden Darstellung der Charaktere. Immer wieder stolpert man über kleine Hinweise auf die Machenschaften des Jokers und seiner Spießgesellen. Immer wieder ertönen seine irren Drohungen, Herausforderungen und Beleidigungen aus Monitoren und Lautsprechern - wobei die Sprecher einen herausragenden Job erledigen! -, dann wieder sind Böden und Wände mit seinen bizarren Schmierereien übersät und deuten euch den Weg.

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"Eine rektale Untersuchung wäre mir lieber" - sowas kann auch nur vom Joker kommen.
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So amüsant die Sprüche im Spiel ausgefallen sind, wiederholen sich viele leider zu häufig. Doch Batman wäre nicht der Meisterdetektiv, wenn er solch offensichtliche Tipps nötig hätte. Neben schlagkräftigen Argumenten verlässt sich der Verbrecherjäger nämlich vor allem auf seine Spürnase, seinen Intellekt und eine Reihe technischer Hilfsmittel.

Womit auch bereits die beiden zentralen Gameplay-Elemente benannt wären: Prügeln und Forschen. Allerdings lassen sich die beiden Bereiche nicht völlig voneinander trennen, da sie spieltechnisch clever miteinander verwoben sind. Batman verfügt natürlich über eine Reihe von außergewöhnlichen Nahkampffertigkeiten, die ihm nahezu jedem menschlichen Gegenüber weit überlegen machen.

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Auch ein Dutzend Widersacher können euch nicht aufhalten. Spektakuläre Animationen inklusive.
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Entwickler Rocksteady bezeichnet das in Arkham Asylum als Freeflow-Kampfsystem, und in der Tat geht die Klopperei sehr locker von der Hand. Mit maximal drei Tasten teilt man mehr Hiebe aus, als den Gangstern lieb sein kann. Selbst ein Dutzend Gegner auf einmal sind dank des leichtgängigen und automatisierten Kombosystems kaum eine Hürde.

Ein erstklassig inszeniertes Batman-Abenteuer, dem lediglich ein wenig Spieltiefe fehlt.Fazit lesen

Wer den "sechsten Sinn" des Fledermauskämpfers nutzt, kontert viele potenziell gefährlichen Attacken seiner Widersacher bereits im Ansatz. Je mehr Treffer ihr ins Ziel bringt, desto spektakulärere Kombos werden aktiviert - teilweise vom Spiel selbst ausgeführt, in einigen Fällen dürft ihr sie manuell initiieren.

Abwechslungsreiche gestaltete Fights werden zudem mit höheren Multiplikatoren und Bonuspunkten belohnt, die sich auf "neue Upgradestufen auswirken. Vor allem durch Upgrades erhaltene Kombo-Attacken setzt ihr gezielt gegen eure Kontrahenten ein. Den äußerst sehenswert inszenierten Kämpfen fehlt zwar auf Dauer die Spieltiefe, das Gefühl Batman zu steuern kommt jedoch sehr authentisch rüber.

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Häufig lauert man im Verborgenen auf seine "Opfer" und überrascht die arglosen Gegner mit plötzlichen Attacken.
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Doch Batman vermeidet offene Kämpfe, wenn ihm das möglich ist. Da er nicht unverwundbar ist, kann jeder Fehler tödlich sein. Vor allem mit Schusswaffen ausgestatteten Feinden nähert sich der Held im Fledermauskostüm lieber aus dem Schatten heraus. Der Detektivmodus offenbart dabei nicht nur die Gefährlichkeit von Helfershelfern, er zeigt auch unter der Decke hängende Wasserspeier oder andere Aussichts- und Kletterpunkte, die man mithilfe eines mechanischen Greifhakens erreicht.

Dies ermöglicht euch, in den Rücken eurer Feinde zu gelangen und sie hinterrücks auszuschalten oder sie aus der Luft per Gleittritt zu attackieren. Einmal zu Boden geworfen, schaltet macht man sie innerhalb von Sekunden unschädlich, schwingt sich zurück in luftige Höhen und sucht sich das nächste Angriffsziel. Wer die entsprechende Fähigkeit durch ein Upgrade freischaltet, schnappt sich sein "Opfer" elegant vom Aussichtspunkt aus und verpackt sie fein säuberlich und abholbereit.

Panik! Wo ist Batman?!

So richtig clever stellen sich die KI-Handlanger meist nicht an, mehr als Kanonenfutter auf dem Weg zum Joker stellen sie nicht dar. Trotzdem ist es teilweise höchst interessant, sie nur aus sicherer Entfernung zu beobachten, ihre wachsende Panik zu spüren und zu hören. Je mehr ihrer Kumpel man ausschaltet, desto höher steigt ihr Puls, sinkt ihre zunächst großmäulig geäußerte Zuversicht und weicht ängstlichen Untertönen. Dann zucken sie bei Geräuschen zusammen, ballern sogar panisch in der Gegend umher, weil sie Batman im Schatten erspäht haben wollen.

Die Bosskämpfe wurden ähnlich toll inszeniert und sorgen für einige herausragende atmosphärische Momente. Obwohl es meist um mehr als bloßes Draufhauen geht, ist es jedoch schade, dass auch hier die Spieltiefe eher gering ist. Hat man einmal die Schwachstelle des Gegenübers erkannt, wiederholt man das Angriffsmuster einfach so lange, bis der Schurke am Boden liegt.

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Nicht immer sprechen die Batfäuste: Im Detektivmodus sammelt ihr Informationen über die Umgebung.
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Der Detektivmodus versorgt euch jedoch nicht nur mit feindlichen Positionen, auch viele nützliche Informationen und Hinweise für den Fortgang der Story und Missionen sowie Puzzleteile für das Lösen von Rätseln werden euch auf diese Weise angezeigt. Schaltet man in diesen bläulich illuminierten Sichtmodus, werden Tabakspuren oder Alkoholreste sichtbar, instabile Wände offenbart und verborgene Wege aufgedeckt.

Das zweigleisige Spielsystem ergänzt sich hervorragend und schon nach wenigen Momenten will man auf die vielen Vorzüge des Detektivmodus nicht mehr verzichten. Zusätzliche Infos erhält man außerdem noch durch den Funkkontakt mit "Oracle", die euch in taktischer und infrastruktureller Hinsicht behilflich ist.

Viele Rätsel des Riddlers, aber auch andere Geheimnisse und verborgene Trophäen, lassen sich nur mithilfe des Detektivmodus aufklären. Die Suche nach solchen Objekten ist in Batman: Arkham Asylum jedoch kein sinnloser Zeitvertreib der Marke "Sammle 100 Tauben". Für jeden gesammelten Gegenstand bzw. Entdeckung erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die wiederum Upgrades wie verbesserte Panzerungen, höhere Baterang-Effektivität oder K.O.-Schläge ermöglichen und zudem weitere Level im Herausforderungsmodus freischalten.

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Die Welt steht Kopf: Batman im Fledermausmodus.
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Die Herausforderungen stellen einen separaten Spielmodus dar, in dem ihr entweder immer stärkere Feindeswellen überstehen oder aber im Kampf gegen die Uhr Feinde aus dem Hinterhalt ausschalten müsst. Allzu einfallsreich ist das Ganze nicht gestaltet, Motivation zieht man hier in erster Linie aus dem Kampf um den Highscore.

Auf ein besonderes Schmankerl dürfen sich jedoch PS3-Besitzer freuen: Sie erhalten nicht nur acht spezielle Herausforderungs-Karten (kostenlos herunterladbare Inhalte) und schlüpfen dort in die Rolle des Jokers. Zusätzlich wird sogar der Batcave-Vorposten auf PlayStation Home freigeschaltet. Er ist beispielsweise mit dem BATMOBIL, dem BATWING und weiteren Elementen ausgestattet und ermöglicht Fans, in der BATHÖHLE ihr eigenes Zuhause zu finden.