Bass Master Fishing (PS 2-Test)
(von Jörg Pitschmann)

Neulich meinte mein Arzt zu mir, ich solle ein wenig mehr ausspannen und mir zum Ausgleich für meinen harten Redaktionsalltag ein ruhiges Hobby suchen. Zum Beispiel Angeln. Gesagt, getan, dachte ich mir und beschloß, mich an der Konsole zunächst mit den Grundfertigkeiten

des virtuellen Fischens zu befassen. Bass Master Fishing vom amerikanischen Publisher Agetec schien mir dafür ideal. Und weil das Ganze auch möglichst echt rüberkommen sollte, probierte ich gleich den zugehörigen Angelcontroller für die PS 2 mit aus.

Soviel kann ich jedenfalls schon an dieser Stelle verraten: ruhig geworden bin ich bei dem Spiel wirklich. Sehr ruhig.

Das Prinzip des digitalen Angelns ist schnell erklärt: man bestimmt zunächst im Optionsmenü, wo die Angeltour stattfinden soll. Dann sucht man sich aus dem üppigen Angebot von Ködern einen aus, stellt sich in Position, und los geht's. Bevor man sich ins digitale Fischvergnügen stürzt, sollte man sich dennoch das Tutorial zu Gemüte führen. Das ist recht detailliert und wartet mit vielen Informationen auf, ist aber leider nur in Form von Textwüsten verfügbar. Hier wäre ein interaktives Lernprogramm sehr viel sinnvoller gewesen. Dafür weiß ich jetzt alles über unterschiedliche Barscharten, und warum man die Viecher dringend fangen muß. Außerdem hätte ich nie gedacht, daß man soviele unterschiedliche Köder benutzt. Naja, jeder Fisch verlangt halt seine spezielle Angeltechnik.

Hab ich einen Fisch an der Angel, zuckt die Rute
Nachdem ich also das Tutorial

absolviert hatte, fühlte ich mich bestens präpariert, meine ersten kapitalen Barsche (oder wie immer man das auch in der Anglersprache nennt) zu fangen. Neugierig wie ich bin, interessierte mich zunächst der freie Fischfang-Modus, in dem man einfach nur am Ufer steht und angelt. Dabei kommt es nicht auf Gewicht und Anzahl der gefangenen Viecher an, sondern es zählt nur der Spaß an der Freude.

Der Startbildschirm ist hübsch, aber unspektakulär. Man sieht sein Alter Ego, einen Herrn undefinierbaren Alters, der einem den Rücken zuwendet und erwartungsvoll eine Angel in Händen hält. Wo genau unser virtueller Angelkollege allerdings steht, bleibt unklar, denn leider wurde sein Körper oberhalb der Beine abgeschnitten. Aber gut, ich will nicht kleinlich sein, denn schließlich geht es ja ums Fischen.

Und dazu brauche ich keinen vollständigen Körper. Geangelt wird übrigens nur an Seen. Leider ist die Auswahl nicht so berauschend, denn man kann nur zwischen einem
Waldsee und einem zivilisationsnahen See auswählen. Um ein wenig mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen, gibt es noch verschiedene Standpunkte, von denen aus man die digitale Fischtöterei beginnen kann.

Dann hat man noch die Möglichkeit, die vorgegebene Eintauchstelle des Köders minimal zu beeinflussen. Nachdem ich mich entschieden habe, geht's auch schon los. Ein kurzer Druck auf den X-Button, und ich werfe ich die Angelrute aus, woraufhin die Kameraperspektive unter Wasser wechselt. Der Blickwinkel ist dabei fest voreingestellt und folgt dem Köder, den ich langsam bewege. Währenddessen hoffe ich, daß irgendein Barsch doof genug ist, auf den künstlichen Zappelphilipp reinzufallen.

Um die sporadisch aus der grünlich-trüben Brühe auftauchenden Schuppengesellen ein wenig anzulocken, empfiehlt die Gebrauchsanleitung, die Rute hin und her zu schwingen. Gemeint ist natürlich die virtuelle Rute meines

Angelcontrollers, an dessen Kurbel ich mit viel Feingefühl drehe, um den Köder wieder einzuholen. Durch Vorwärts- und Rückwärtswippen des analogen Sticks auf dem Angelcontroller wird besagte Schwingung simuliert.

Das wars dann aber auch schon mit der Intaktion. Wippe ich nicht gut oder zu regelmäßig, beißt kein Fischlein. In dem Falle heißt es, das Prozedere von vorn zu beginnen. Habe ich auch dann keinen Erfolg, heißt es erneut, das Prozedere von vorn zu beginnen. Führt auch das nicht zum Erfolg, bedeutet dies...

Es gibt Fisch
Wer nun allerdings glaubt, daß die Hauptaufgabe bei Bass Master Fishing im Warten besteht, täuscht sich. Des öfteren verirrt sich der eine oder andere Barsch an meinen Köder. Wie so oft, ist dies auch hier eine Frage der Übung. Denn je besser ich im Bewegen des Köders werde und die Eigenschaften der einzelnen künstlichen Beuteattrappen kennenlerne, desto häufiger interessieren sich die

Bass Master Fishing - Zurücklehnen und einfach nur Fischen

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tumben Seebewohner für meine Aktivitäten. Hat einer angebissen, beginnt der Actionpart des Spiels. Das Tierchen zappelt nämlich mächtig nach links und rechts, während ich vorsichtig, aber zügig versuche, die Angel einzuholen. Strampelt der widerborstige Kerl nach links, muß ich schnellstens den Analogstick in die gleiche Richtung drücken, damit die Leine nicht reißt. Driftet er nach rechts, bewege ich den Stick entsprechend.

Packshot zu Bass Master FishingBass Master FishingErschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Je mehr Gewicht ein Barsch auf die Waage bringt, desto kräftiger ist das Biest. Da hilft nur ein stabiler Köder und ein reaktionsschnelles Handling des Analogsticks. Versage ich, reißt die Leine und der fischige Unhold sucht das Weite. Hat sich das Viech abgekämpft, habe ich praktisch gewonnen und kann meinen potentiellen Abendschmaus an Land ziehen. Triumphierend hält mein Alter Ego den Fang in die Kamera, während ein engagierter Moderator aus dem Off einen kurzen Glückwunsch herunterrasselt. Damit endet der Actionpart. Der Rest ist Statistik, anhand derer ich ablesen kann, wieviel Fischgewicht mir noch fehlt, bis ich das Ziel des begonnenen Wettbewerbs erreicht habe. Also werfe ich wieder meine Rute aus und mache weiter. Bis zum Erreichen des nächsten Wettbewerbs. Oder auch nicht, denn bei der meditativen Ruhe, die von diesem Spielprinzip ausgeht, kann es durchaus sein, daß ich Stundenspäter erwache, weil ich Hunger habe.

Werkzeug für Angelisten
Wer sich für ein Angelspiel interessiert, sollte sich in jedem Falle einen entsprechenden Controller zulegen. Natürlich kann man auch mit einem gängigen PS2-Pad seinem virtuellen Hobby nachgehen, doch angesichts des moderaten Preises für eine "echte" PS2-Angel ist ein solches Instrument eine ernst zu nehmende Alternative. Außerdem kommt auf diese Weise ein wenig mehr Angelfeeling auf.

Leider weist das mir zur Verfügung gestellte Exemplar von Hardware-Spezi BigBen ein paar Macken auf, denn die Steuerung ist äußerst schwammig geraten. Der Angelcontroller liegt zwar gut in der Hand, auch die Buttonbelegung ist sinnvoll, doch die Kurbel reagiert entschieden zu empfindlich. Bereits eine kleine Berührung führt dazu, daß mein Köder unkontrolliert schnell zurückzischt. Die Starttaste erweist sich als recht sperrig und reagiert zum Teil gar nicht.

Bass Master Fishing - Zurücklehnen und einfach nur Fischen

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Ob das nur an meinem Testmuster liegt oder auf eine unsaubere Verarbeitung zurückzuführen ist, kann ich nicht ermessen.

Unpraktisch: das Zuleitungskabel des Angelcontrollers ist sehr kurz. Gerade bei einem Spiel dieser Art würde ich mir eine großzügige Kabellänge wünschen, damit ich meiner Barschfangleidenschaft entpannt auf dem Sofa sitzend nachgehen kann. Dennoch macht das Spiel überhaupt nur Spaß mit einem Angelcontroller. Ein Normalpad ist nicht nur der Atmosphäre abträglich, sondern macht einfach keinen Sinn. Schließlich zocke ich ja Tanzspiele ja auch mit einer Tanzmatte, und Actionshooter vom Schlage einesNinja Assault bringen es nur mit einer Lightgun. Daher mein Tipp an alle Angelverrückten: wenn es denn dieses Spiel sein soll, dann bitte nur mit dem passenden Werkzeug. Alles andere wäre reine Verschwendung.

Bass Master Fishing ist ein Spartenspiel. Ein Besuch auf der Webseite des amerikanischen Herstellers zeigt, daß die Entwickler einige Simulationen dieser Art im Programm haben. In den USA macht das auch Sinn, denn Angelspiele erfreuen sich dort, genau wie die bei uns hinlänglich berüchtigten Jagdspiele, einer gewissen Beliebtheit. Das Setting ist denn auch konsequent amerikanisch gehalten. Uns Mitteleuropäern erschließt sich die Faszination von Spielen dieser Art nur schwer.

Doch Häme liegt mir fern. Über Geschmack läßt sich nunmal nicht streiten. Streiten läßt sich allerdings über die Qualität der vorliegenden Angelumsetzung. Hätte man dem Spiel ein paar mehr Möglichkeiten spendiert, ich wäre sicherlich derErste, der sich ins digitale Angelvergnügen stürzen würde, denn die Idee ist eigentlich ganz lustig. Anstelle des normalen Controllers schließe ich den Griff einer Angel an meine PS 2, werfe meine Rute aus und Petri Heil. Zappelt ein Fischlein an meiner Angel, ruckelt es am kräftig an der Leine, und mit viel Feingefühl ziehe ich einen kapitalen Seebewohner aus dem Wasser.

Doch immer nur Barsche fangen, die zudem auch noch in nur zwei Variationen vorhanden sind, wird schon nach kurzer Zeit langweilig. Das Tournament ist wenig motivierend, weil ich nicht gegen andere Angler antrete, sondern nur durch das Erreichen einer vorgeschriebenen Fischmenge weiterkomme. Und solange nur kleine Barschlein an meinem Haken zappeln, wird deren Gewicht nicht einmal meiner Statistik gut geschrieben.Ninja Assault bringen es nur mit einer Lightgun. Daher mein Tipp an alle Angelverrückten: wenn es denn dieses Spiel sein soll, dann bitte nur mit dem passenden Werkzeug. Alles andere wäre reine Verschwendung.

Bass Master Fishing ist ein Spartenspiel. Ein Besuch auf der Webseite des amerikanischen Herstellers zeigt, daß die Entwickler einige Simulationen dieser Art im Programm haben. In den USA macht das auch Sinn, denn Angelspiele erfreuen sich dort, genau wie die bei uns hinlänglich berüchtigten Jagdspiele, einer gewissen Beliebtheit. Das Setting ist denn auch konsequent amerikanisch gehalten. Uns Mitteleuropäern erschließt sich die Faszination von Spielen dieser Art nur schwer.

Doch Häme liegt mir fern. Über Geschmack läßt sich nunmal nicht streiten. Streiten läßt sich allerdings über die Qualität der vorliegenden Angelumsetzung. Hätte man dem Spiel ein paar mehr Möglichkeiten spendiert, ich wäre sicherlich derErste, der sich ins digitale Angelvergnügen stürzen würde, denn die Idee ist eigentlich ganz lustig. Anstelle des normalen Controllers schließe ich den Griff einer Angel an meine PS 2, werfe meine Rute aus und Petri Heil. Zappelt ein Fischlein an meiner Angel, ruckelt es am kräftig an der Leine, und mit viel Feingefühl ziehe ich einen kapitalen Seebewohner aus dem Wasser.

Doch immer nur Barsche fangen, die zudem auch noch in nur zwei Variationen vorhanden sind, wird schon nach kurzer Zeit langweilig. Das Tournament ist wenig motivierend, weil ich nicht gegen andere Angler antrete, sondern nur durch das Erreichen einer vorgeschriebenen Fischmenge weiterkomme. Und solange nur kleine Barschlein an meinem Haken zappeln, wird deren Gewicht nicht einmal meiner Statistik gut geschrieben.Ninja Assault bringen es nur mit einer Lightgun. Daher mein Tipp an alle Angelverrückten: wenn es denn dieses Spiel sein soll, dann bitte nur mit dem passenden Werkzeug. Alles andere wäre reine Verschwendung.

Bass Master Fishing ist ein Spartenspiel. Ein Besuch auf der Webseite des amerikanischen Herstellers zeigt, daß die Entwickler einige Simulationen dieser Art im Programm haben. In den USA macht das auch Sinn, denn Angelspiele erfreuen sich dort, genau wie die bei uns hinlänglich berüchtigten Jagdspiele, einer gewissen Beliebtheit. Das Setting ist denn auch konsequent amerikanisch gehalten. Uns Mitteleuropäern erschließt sich die Faszination von Spielen dieser Art nur schwer.

Doch Häme liegt mir fern. Über Geschmack läßt sich nunmal nicht streiten. Streiten läßt sich allerdings über die Qualität der vorliegenden Angelumsetzung. Hätte man dem Spiel ein paar mehr Möglichkeiten spendiert, ich wäre sicherlich derErste, der sich ins digitale Angelvergnügen stürzen würde, denn die Idee ist eigentlich ganz lustig. Anstelle des normalen Controllers schließe ich den Griff einer Angel an meine PS 2, werfe meine Rute aus und Petri Heil. Zappelt ein Fischlein an meiner Angel, ruckelt es am kräftig an der Leine, und mit viel Feingefühl ziehe ich einen kapitalen Seebewohner aus dem Wasser.

Doch immer nur Barsche fangen, die zudem auch noch in nur zwei Variationen vorhanden sind, wird schon nach kurzer Zeit langweilig. Das Tournament ist wenig motivierend, weil ich nicht gegen andere Angler antrete, sondern nur durch das Erreichen einer vorgeschriebenen Fischmenge weiterkomme. Und solange nur kleine Barschlein an meinem Haken zappeln, wird deren Gewicht nicht einmal meiner Statistik gut geschrieben.