Namco Bandai wollen es wissen. Den europäischen Markt fest im Blick kündigen die Japaner ihr Line-Up für die kommenden Monate an. Ob es die Entwickler aus Fernost mit diesem Coup schaffen werden, auch auf deutschem Territorium zu bestehen? Wir haben die Toptitel von schon einmal vorab angeschaut. Mit dabei: das neue Katamari, Tekken 6, Dead To Rights und mehr…

Katamari Forever

Ein Katamari ist ein Katamari ist ein Katamari ist ein Katamari. An der Erfolgsformel will man nichts ändern, Katamari Forever bietet vielmehr das, was man bereits kennt – nur diesmal in einem ansprechenden Grafikkorsett, denn für Xbox 360 und PlayStation 3 hat man ordentlich an der optischen Schraube gedreht. Der kleine Prinz ist also wieder unterwegs und muss aus allem, was sich auf diesem Erdenrund befindet, einen Ball rollen. Am Schluss wird selbst der Planet mit allen Kontinenten eingerollt – nichts ist vor dem Katamari sicher.

Bandai Namco - Neues aus Fernost: Katamari Forever, Tekken 6, Magna Carta 2 und mehr

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Rock & Roll Forever: Katamari ist wieder da.
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Der Witz und Spielspaß von Katamari ist dabei erhalten geblieben – und auch der durchgeknallte Stil hat sich nicht verändert. Immer noch gibt es merkwürdige Begegnungen, abgefahrene Umgebungen und vor allem einen Hörgenuss der etwas anderen Art. Einen Großteil der Level kennt man jedoch schon: Katamari Forever ist ein Best-Of der bisherigen Katamari-Spiele. Auch die nicht wirklich funktionierende Koop-Variante ist wieder mit an Bord, und so kann man sich mit seinem Mitspieler erneut ob der Frage anlegen, in welche Richtung nun gerollt werden soll.

Katamari Forever sieht bunt aus, hat seinen ureigenen Charme beibehalten und dürfte vor allem Neulinge in die wundersame Welt des Katamari-Rollens einführen. Alteingesessene Fans werden sich sicher über die (leider nur sehr wenigen) neuen Level freuen – aber Katamari Forever kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die klebrige Kugel so langsam an Schwung verliert. Der Reiz des Innovativen ist inzwischen verflogen und spielerisch fehlt es einfach an neuen Ideen, um Katamari über dieses Best-of hinaus in die Zukunft zu tragen.

Magna Carta 2

Einen Überblick über die Masse japanischer Rollenspiele am Markt dürfte inzwischen nur noch eingefleischte Fans haben. So hat auch die Ankündigung eines zweiten Teils zu Magna Carta zunächst eher für Achselzucken gesorgt. Sieht man jedoch das Spiel in Action, verflüchtigt sich der erste „Nicht schon wieder“-Eindruck, denn Magna Carta setzt weder auf Zufallsbegegnung noch auf Rundenstrategie.

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Rock of Love: Dem Zeichenstil nach könnte Magna Carta auch Manga Carta heißen.
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Vielmehr geht es hier recht schnell zur Sache – kein Zoom-In-Bildschirm, keine Ladezeiten. Die Begegnungen mit Gegnern laufen in Echtzeit ab. Dazu kann man einen Trupp von drei Kämpfern aus seiner Party auswählen, die sich auftauchenden Monstern widmet. Hat man kein Interesse an einem Kampf, umgeht man die umherstreunenden Kreaturen einfach und kann sich so die Mühe sparen.

Interessant ist auch das Magie-System: Die sogenannten Kun sind eine Art Elementarmagie. Steht man an der richtigen Stelle, so sind bestimmte Kuns stärker, z.B. Feuer. Diese kann der Magier dann für sich nutzen und erhält Boni bei Angriffen. Es ist also sinnvoll, sich das Terrain genau anzuschauen und zu wissen, wo man stehen muss, um möglichst effektvolle Zauber zu beschwören. Grafisch ist Magna Carta top, das Erkunden der umfangreichen Karte erinnert ein wenig an Oblivion und könnte daher auch auf rein westliche Rollenspiele abonnierte Spieler überzeugen. Leider wird es keinen Multiplayer-Modus geben, dafür versprechen die Entwickler herunterladbare Zusatzquests. Magna Carta 2 könnte die Ignoranz gegenüber JRPGs deutlich abschwächen.

Tales of Symphonia: Dawn of a New World

Manchmal hat man das Gefühl, japanische Rollenspiele arbeiten gegen die eigene Demographie. Mögen die Games in ihrer Heimat vielleicht von einem Großteil jüngerer Spieler goutiert werden, hier in Europa sind es vornehmlich dem Kindesalter entwachsene Enthusiasten, die sich in die quietschbunten Welten stürzen.

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"Du bist ein Held!" - "Und du hast eine Blume im Haar."
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Die kindlich naive Aufmachung ist dabei weniger das Problem des neuesten Tales of… Ableger – es sind diese ewig langen und extrem redundanten Dialoge, die einem die Lust auf die Story vermiesen. „Du bist ein Held.“ - „Ich soll ein Held sein?“ - „Genau, du bist ein Held.“ - „Du meinst also ehrlich, ich sei ein Held?“ - „Richtig, du bist …“ Das geht die erste halbe Stunde so. Und hört danach nicht mehr auf.

Dabei kann Tales of Symphonia: Dawn of a New World durchaus mit gelungenen Spielmechanismen überzeugen. Wie von der Reihe nicht anders gewohnt geht es über Zufallsbegegnungen in den Kampf und diverse Monster wollen ausgerottet werden. Gekämpft wird über eine Mischung aus Runden und Echtzeit, zumeist rennt man auf den Gegner zu und knüppelt mit der Nahkampfwaffe, nur um anschließend in die Defensive zu gehen und das Muster zu wiederholen. Das funktioniert alles recht prächtig und man bekommt zusätzliche Unterstützung aus den hinteren Reihen von NPCs.

Zudem kann man besiegte Monster beschwören und in den Kampf ziehen lassen. Tales of Symphonia: Dawn of a New World ist ein japanisches Rollenspiel im klassischen Sinne mit leichten Pokemon-Allüren und dürfte daher die angepeilte Klientel befriedigen – solange diese nichts gegen Massen an Dialog mit einem kindlichen Gestus einzuwenden haben.

Dead To Rights: Retribution

Grau, grau, grau ist alles was ich habe – zumindest in meiner Spielsammlung. Grau ist derzeit Modefarbe in Action-Spielen, und es sieht nicht so, als würde sich das sobald ändern. Auch Dead to Rights: Retribution ist monochrom und nutzt vollumfänglich die Farbpalette zwischen mausgrau und aschgrau. Dazwischen gibt es allerdings viel rot; blutrot, um genau zu sein, denn Dead to Rights: Retribution ist wie sein Vorgänger nicht gerade zimperlich.

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Extrem brutal: Dead to Rights wird es wohl schwerlich nach Deutschland schaffen.
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Als abtrünniger Cop nehmt ihr Horden an Gegnern über die beliebte 3rd-Person-Perspektive ins Visier. Dead To Rights: Retribution sieht ein wenig wie der dreckige Bruder von Uncharted aus und spielt sich tatsächlich besser als zunächst befürchtet. Gegner können neben Kugeln mit Faust und Fuß traktiert werden oder gar als Geisel zum Schutz vor Projektilen eingesetzt werden. Allerlei Waffen liegen in den Stages verstreut, die allerdings auch die Gegner für sich nutzen können. Ein interessanter Twist, der dem Spiel durchaus einen eigenen Charme verleiht.

Das große Plus von Dead to Rights: Retribution dürfte allerdings der treue Begleiter des Spielers sein, denn euer Hund Shadow erweist sich als cleveres Kerlchen. Er entwaffnet Gegner oder lenkt ihre Aufmerksamkeit ab, um dem Spieler einen ungestörten Angriff zu ermöglichen. Einige Level werden sogar nur mit Shadow zu erledigen sein, der sich dann an Gegner heranschleichen und sie mit seinen spitzen Zähnen bearbeiten kann. Aufgrund des hohen Gewaltgehalts ist allerdings fraglich, ob Dead to Rights: Retribution zum geplanten Release im nächsten Jahr überhaupt in Deutschland aufschlagen wird.

Tekken 6

Nach Street Fighter IV dürfte es Tekken schwer haben. Die Messlatte wurde immens hochgelegt, Beat’em Up-Fans aller Kontinente feierten Street Fighter IV als das derzeit beste Game des Genre. Aber harte Konkurrenz ist Tekken seit jeher gewöhnt: Noch bis vor kurzem hieß der hartnäckigste Kontrahent Dead or Alive. Inzwischen hat man das Gefühl, dass Tekken sich selbst nun an dieser Serie orientiert hat.

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17 Jahr, rosa Haar - unter den 40 Kämpfern finden sich selbst Schulmädchen und Pandabären.
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Denn der Kampfkader mit 40 Damen und Herren ist gut bestückt, was sich auch über die Kämpferinnen sagen lässt: Höschen und wogende Brüste soweit das Auge reicht. Wer es weniger sexistisch und vor allem skurril mag, kann sich auch mit einem Känguru oder einem Panda in den Kampf wagen. Tekken 6 spielt sich flotter und weniger behäbig als Street Fighter IV, was zwar auf Kosten der Finessen gehen mag, jedoch die Reaktionsfähigkeit fordert. Zudem gibt es jetzt zerstörbare Umgebungen, die optisch überzeugen können. Wer will, kann sich nun unter Schafen prügeln oder in einem asiatischen Hinterhof inklusive umherstreunenden Schweinen.

Weniger begeistern konnte der Kampagnen-Modus. Dort geht es in „Double Dragon“-Manier von Stage zu Stage, Massen an Gegnern wollen mit geschickten Schlägen und Tritten ausgeschaltet werden – doch auch Waffen bleiben unterwegs liegen und können gegen die Angreifer gerichtet werden. Gespielt hat sich das Ganze aber enorm dröge: Die Kämpfer sind nur in vier (!) Richtungen steuerbar und die Kollisionsabfrage war eine Katastrophe. Zurzeit sieht dieser Modus mehr wie ein Gimmick aus. Dafür überzeugt jedoch das Herzstück – Tekken 6 dürfte jeden Beat’em-Up-Fan in Hochstimmung versetzen.