Fast zeitgleich zum Offroad-Racer Pure bringt THQ mit Baja - Edge of Control ein Konkurrenzprodukt auf den Markt, das sich allerdings in einigen wichtigen Punkten deutlich unterscheidet. Zum einen dient hier die jährlich stattfindende reale Rally Baja 1000 in Mexiko als Vorbild und zum anderen verzichtet man vollkommen auf irgendwelche Trick- oder Boosteinlagen. Vor allem aber ist der Schwierigkeitsgrad spürbar höher und damit die Zugänglichkeit für Einsteiger oder Gelegenheitsspieler deutlich geringer ausgefallen.

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Anspruchsvolle Pisten

Das liegt jedoch keinesfalls allein am Fahrzeughandling, denn das hat man prinzipiell einfach und intuitiv gestaltet. Wie von anderen Rennspielen gewohnt gebt ihr sowohl bei PS3 als auch Xbox 360 mit dem rechten Trigger Gas und bremst mit der linken Schultertaste. Die einzige wirklich bedeutende Besonderheit ist der Kupplungsbutton (LB/R1), der sich in der Praxis oft als spielentscheidend herausstellt.

Baja: Edge of Control - Ein Test läuft außer Kontrolle

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Die Weitsicht ist oftmals ernorm!
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Leider wird dies im kurzen Tutorial nur mit einem Satz abgetan, was ihrer Bedeutung nicht wirklich gerecht wird. Schließlich benötigt man die Kupplung, um nach harten Bremsmanövern oder steilen Anstiegen noch das entscheidende kleine bisschen Traktion bzw. Schub aus der Karre herauszukitzeln.

Das ist oft dringend nötig, denn die buckligen Offroad-Pisten stellen euch vor allem zu Beginn des Spiels bzw. des Kampagnenmodus vor teilweise extreme Herausforderungen. Während man im freien Spiel auf alle Fahrzeug-Klassen zugreifen kann, ist die Auswahl im Karriere-Modus zunächst auf rasende und getunte Käfer-Vehikel beschränkt. Die im Vergleich zu den geländegängigen Trophy-Cars schwachbrüstigen Fahrzeuge sind den meisten Bodenwellen nahezu hilflos ausgeliefert und werden nicht nur gehörig durchgeschaukelt - ihr Handling ist teilweise reine Glückssache.

Selbst wenn man sie auf ihre höchste Ausbaustufe aufmotzt, merkt man leider kaum einen Unterschied zur Standardversion. Bessere Modelle erhaltet ihr jedoch erst, wenn ihr die erste von acht Rennligen erfolgreich gemeistert habt - die steile Lernkurve könnte daher vor allem auf Anfänger und wenig nervenstarke Spieler abschreckend wirken.

Packshot zu Baja: Edge of ControlBaja: Edge of ControlErschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

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Allerdings ist Edge of Control weit davon entfernt, ein schlechtes Spiel zu sein - im Gegenteil. Anders als etwas Pure versucht Baja sogar weniger Arcade-Feeling zu bieten, sondern eher Simulation zu sein. So wirkt sich euer Fahrstil und auch das für Mensch und Vehikel anspruchsvolle Gelände direkt auf den Zustand der Offroader aus. Während sich der Verlust von Karosserieteilen durch Crashs noch nicht auf die Fahrzeugeigenschaften auswirkt, sieht das bei einem Platten oder kochendem Motor schon ganz anders aus: Das Antriebsaggregat verliert dann deutlich an Leistung und vermindert damit eure Siegeschancen.

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Wenn’s unterwegs kracht, bestellt ihr einfach den Reparatur-Helikopter.
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Glücklicherweise habt ihr in allen Renn-Modi die Möglichkeit, den Schaden beheben zu lassen. Während ihr in normalen Rundkursen oder dem Hill-Climb die Boxengasse ansteuert und Schäden dort fix behoben werden, ruft ihr bei einer bis zu vier Stunden langen Rally (Baja 1000) stilgerecht einen Helikopter herbei, der vor Ort Reparaturen vornimmt.

Doch nicht nur das unwegsame Gelände heizt euch mächtig ein, auch die KI-Fahrer machen euch das Rennfahrer-Leben in Baja - Edge of Control durchaus schwer. Das liegt nicht unbedingt am überragenden fahrerischen Können, sondern an ihrer "Sturköpfigkeit". So halten sie in allen Rennsituationen nahezu immer die imaginäre Ideallinie. Selbst wenn das bedeutet, dass sie euren Weg kreuzen oder buchstäblich versuchen, durch euch hindurch zu fahren. Dieses Verhalten führt zu so manchem unnötigem Crash.

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Mit dem Kopf durch die Wand: Die KI-Fahrer sind äußerst dickköpfig.
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Glücklicherweise haben die Entwickler ein fixes Rücksetzfeature implementiert, das euch noch im Abflug ermöglicht, das Fahrzeug auf die Piste zurückzubefördern und damit möglichst wenig Zeit zu verlieren. Weniger durchdacht erscheint jedoch das automatische Rückhol-System: Während man manchmal Kurven krass schneiden kann, reagiert das Spiel an anderer Stelle bereits auf kleinere Streckenabweichungen mit einer erzwungenen Rückversetzung auf den Schotter. Die eigentlich enorme Ausdehnung der Umgebung wird dadurch teilweise künstlich beschränkt.

Enorme Weitsicht

Unbestreitbar ist jedoch die fantastische Weitsicht von Edge of Control. Zwar kann man optisch nicht mit der Finesse von Pure mithalten, und vor allem Fahrzeug- und Geländetexturen weisen deutlich weniger Details auf. Dafür entschädigen aber das raue Feeling der wüstenähnlichen Landschaften und beeindruckende Offroad-Impressionen für fehlende Detailtreue.

Wer anspruchsvolles Gameplay über bombastische Grafik stellt, sollte Baja eine Chance geben.Fazit lesen

Merkwürdig ist jedoch, dass die PS3-Version einen unschärferen Eindruck macht und auch über eine deutlich weniger stabile Framerate verfügt. Gerade bei Rennspielen machen sich solche Ruckler äußerst negativ bemerkbar. Absolut überzeugend sind dagegen die fett wummernden Motorensounds, die tatsächlich den realen Vorbildern entstammen und dank neuartiger Aufnahmetechniken authentisch klingen.

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Das Gelände ist so anspruchsvoll, dass Freiflüge durchaus eingeplant werden müssen.
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Insgesamt sollen 52 unterschiedliche Motorengeräusche aufgenommen worden sein, zudem entscheidet beispielsweise auch eure Kameraeinstellung oder Fahrzeugauswahl darüber, ob ihr den Motor von hinten oder vorne hört oder woher die Windgeräusche kommen.

Multiplayer-Fans werden bei Baja - Edge of Control ein bisschen besser bedient als bei Pure. Zumindest könnt ihr hier mit bis zu drei weiteren Freunden im Splitscreen-Modus offline zocken und seid nicht allein auf den Online-Modus angewiesen, der bis zu zehn Fahrern gleichzeitig die Chance gibt gegeneinander anzutreten. Cooles Feature für Langzeitrennen: Wenn ihr während einer langen Session telefonieren müsst oder euch schnell mal auf den Lokus verdrücken wollt, übernimmt in dieser Zeit ein KI-Fahrer für euch die Steuerung.