Autor: Nedzad Hurabasic

Stellt euch vor, gleich neben euch stürzt ein Flugzeug mit biologischen Kampfstoffen ab und lässt eure Nachbarn und andere Passanten zu gewalttätigen Zombies mutieren. Von wem wollt ihr gerettet werden? Bruce Willis, Jet Li oder ... einem Penner?

Nun, in Bad Day L.A., dem neusten Streich des Spiele-Designers American McGee, habt ihr keine Wahl, denn ein Obdachloser soll "den Tag retten" und L.A. innerhalb von acht Stunden wieder besenrein machen. Wir haben uns für euch unter die Zombies und Terroristen gemischt, um euch berichten zu können, was Anthony Williams bei diesem Szenario voller Katastrophen erlebt.

Der Flugzeugabsturz in der amerikanischen Westküstenmetropole kommt nicht durch Zufall oder menschliches Versagen zustande. Terroristen sind dafür verantwortlich, ihre Beweggründe allerdings unwichtig.

Ohne euch zu lange mit politischen Statements langweilen zu wollen, sollte soviel zum Hintergrund der Entstehung gesagt sein: American McGee ist sozusagen der Michael Moore der Spielemacher und will mit dem absurden Chaos-Szenario der von akutem Verfolgungswahn geprägten amerikanischen Politik Paroli bieten.Wer sich an das Spiel heranwagt, sei gewarnt: ohne eine gehörige Portion Verständnis für Brutalhumor, Satire und zynische Weltanschauung wird sich der Spaß hinter dieser Mischung aus First- und 3D-Person-Actionspiel kaum erfassen lassen. Wo die einen lachend unterm Tisch liegen, schütteln andere nur verständnislos mit dem Kopf.

Bad Day L.A - Obdachloser mit losem Mundwerk rettet L.A. Derb und brutal - und spaßig!

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Der Spieler schlüpft in die Rolle des obdachlosen Ex-Hollywod-Agenten, der sich wegen seiner tiefen Abneigung gegen das System, die Stadt und die in ihr lebenden Menschen freiwillig für ein Penner-Dasein entschieden hat. Dumm nur, dass gerade er vom Schicksal dazu auserkoren wird, den Schlamassel auszubaden.

Da legt er mitten im schlimmsten Berufsverkehr mitten auf dem Highway ein Ei und fast fällt ihm ein Flugzeug auf den Kopf! Natürlich will er dann eigentlich nur noch so schnell wie möglich dem Chaos entkommen und am Leben bleiben.
Bald wird ihm jedoch klar, dass er das nur schaffen kann, wenn er seinen Mitmenschen hilft. So ist auch das Spielgeschehen aufgebaut, das Anthony von einer Aufgabe zur anderen hetzt. Oder besser gesagt, von einer Katastrophe zur nächsten.

Überall liegen Tote, wanken Verletzte und Zombies durch die Straßen und Vorgärten. Der Einstieg in das ohnehin simpel zu erfassende Gameplay wird euch einfach gemacht. Schnell sind die wenigen wichtigen Aktionsmöglichkeiten erlernt: Das Bandagieren von Verunglückten mittels Verbandskasten, das Verkloppen von aggressiven Bewohnern L.A.'s oder die Freilegung von neuen Durchgängen mithilfe einer Brechstange.

Packshot zu Bad Day L.ABad Day L.AErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das Universal-Instrument schlechthin ist aber ein Feuerlöscher, der mit unbegrenzt "Munition" ausgestattet ist, bzw. sich selbst immer wieder auflädt. Mit ihm können Zombies wieder in normale Bürger verwandelt, Plünderer von ihrem Tun abgebracht und natürlich auch Feuer gelöscht bzw. brennende Menschen gerettet werden. Nur im Kampf gegen Terroristen kommt man um Wumme und Gewaltanwendung nicht herum. Diese bösen Buben müssen entweder per Schrotflinte, Maschinengewehr oder Scharfschützenknarre beseitigt werden. Wenn auch das alles nicht mehr hilft, muss die Panzerabwehrrakete herhalten. Verhandeln - zwecklos!

Die insgesamt zehn Missionen in dem apokalyptischen Schreckensszenario sind zwar linear aufgebaut, bieten aber immer wieder unterschiedliche Aufgabenstellungen, die oftmals mit ungewöhnlichen Mitteln gelöst werden (müssen). Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die geretteten Mitbürger dem grantigen, großmäuligen Anthony meist wenig Dankbarkeit entgegenbringen. Kein Wunder: Gilt es beispielsweise, ein paar Jugendliche von einem Dach zu retten, müsst ihr die Stützbalken wegschlagen, damit es in sich zusammenbricht. Die Kids bedanken sich mit Sprüchen wie "armer Irrer" oder zeigen ihm gleich den Stinkefinger.

Der zynische Humor grenzt in einigen Situationen aber auch stark an Geschmacklosigkeit, wenn ein Baby der verzweifelten Mutter per "Kick" zugeschossen wird und der Retter die Szene in Football-Manier kommentiert. In der Regel ist jeder Level in verschiedene Episode aufgeteilt und fordert die Erfüllung einer Haupt- und verschiedenen Nebenaufgaben.Die kleineren Aufgaben drehen sich meist darum, beispielsweise etwa 5 Zombies zu töten oder mit dem Feuerlöscher zu "retten" oder auch 10 Terroristen zu terminieren. Die Hauptaufgaben bringen die Gesamtstory des Spiels weiter und lotsen uns von einem Stadtteil zum nächsten ("Erreiche das Krankenhaus").

Damit aber auch von einer Katastrophe zur nächsten. Da geraten wir nach dem Flugzeugabsturz in einen Hinterhalt der Terroristen, dürfen uns im dem Heck eines fliehenden Krankenwagens an ein MG setzen, uns als Sniper betätigen und müssen gleichzeitig einen Jungen retten und zig andere Nebenaufgaben erledigen.

Zu allem Überfluss reißt ein Erdbeben die halbe Stadt auseinander und was dieses übrig lässt, wird von einem Meteorsturm und einem Tsunami endgültig plattgemacht. Immer dann, wenn der Anti-Held denkt, er wäre gerettet, passiert noch etwas viel Schlimmeres. Als wäre das chaotische Spielgeschehen nicht schon abgefahren genug, hat der Obdachlose einen schrägen Spruch nach dem anderen auf den Lippen. Kaum eine Szene bleibt unkommentiert, kaum eine Story-Idee scheint zu skurril.

Immer und zu jederzeit muss mit bizarren Szenen gerechnet werden, teilweise werden auch geskriptete Ereignisse ausgelöst. So kommt ihr einem Sanitäter zu Hilfe, der eine junge Frau retten möchte, die unter einem Baum eingeklemmt ist. Nachdem sie befreit ist, bedankt sie sich unflätig und vor Ärger lasst ihr den Stamm fallen. Unter dem befindet sich aber dummerweise noch der arme Sani...

Dies ist nur eine von etlichen solcher Situationen, in denen man nicht weiß, ob man Lachen oder weinen soll. Bad Day L.A. kommt dabei völlig ohne Navigationssystem oder Map aus. Wenn das lineare Leveldesign euch nicht Hinweis genug ist, helfen euch sprechende Eichhörnchen oder brave Passanten weiter. Grafisch ist American McGee's neuestes Werk ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Wer sich mit dem fast abstrusen Comic-Look nicht anfreunden kann, wird insgesamt wohl auch keinen Gefallen an Bad Day L.A. finden. In Sachen Sound reißt das Spiel keine Bäume aus, aber die Hintergrundmusik bildet quasi einen Gegenpol zur irren Action-Story: Pfeif-Melodien, die stilistisch an "Don't Worry, Be Happy" erinnern sorgen für ein Kontrastprogramm, das ein ums andere Mal zum Schmunzeln anregt.

Abgesehen vom Story-Modus gibt es übrigens keine weiteren Betätigungsfelder, auf einen Multiplayer-Teil wurde verzichtet. Während unseres Tests kam es beim Laden neuer Level zu gelegentlichen Abstürzen des Spiels. Es bleibt zu hoffen, dass dies ein "lokales" Problem war. Andernfalls müssten in der Endwertung 5 Prozent abgezogen werden. Als wäre das chaotische Spielgeschehen nicht schon abgefahren genug, hat der Obdachlose einen schrägen Spruch nach dem anderen auf den Lippen. Kaum eine Szene bleibt unkommentiert, kaum eine Story-Idee scheint zu skurril.

Immer und zu jederzeit muss mit bizarren Szenen gerechnet werden, teilweise werden auch geskriptete Ereignisse ausgelöst. So kommt ihr einem Sanitäter zu Hilfe, der eine junge Frau retten möchte, die unter einem Baum eingeklemmt ist. Nachdem sie befreit ist, bedankt sie sich unflätig und vor Ärger lasst ihr den Stamm fallen. Unter dem befindet sich aber dummerweise noch der arme Sani...

Dies ist nur eine von etlichen solcher Situationen, in denen man nicht weiß, ob man Lachen oder weinen soll. Bad Day L.A. kommt dabei völlig ohne Navigationssystem oder Map aus. Wenn das lineare Leveldesign euch nicht Hinweis genug ist, helfen euch sprechende Eichhörnchen oder brave Passanten weiter. Grafisch ist American McGee's neuestes Werk ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Wer sich mit dem fast abstrusen Comic-Look nicht anfreunden kann, wird insgesamt wohl auch keinen Gefallen an Bad Day L.A. finden. In Sachen Sound reißt das Spiel keine Bäume aus, aber die Hintergrundmusik bildet quasi einen Gegenpol zur irren Action-Story: Pfeif-Melodien, die stilistisch an "Don't Worry, Be Happy" erinnern sorgen für ein Kontrastprogramm, das ein ums andere Mal zum Schmunzeln anregt.

Abgesehen vom Story-Modus gibt es übrigens keine weiteren Betätigungsfelder, auf einen Multiplayer-Teil wurde verzichtet. Während unseres Tests kam es beim Laden neuer Level zu gelegentlichen Abstürzen des Spiels. Es bleibt zu hoffen, dass dies ein "lokales" Problem war. Andernfalls müssten in der Endwertung 5 Prozent abgezogen werden.