Avatar – Vorschau

Multi

Bricht es den Fluch der Filmumsetzungen?

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von Thomas Goik, 06. November 2009 09:00 Uhr

Einen Hauch von RPG

Avatar will zwar Vieles gleichzeitig sein, in erster Linie ist es jedoch ein Third-Person-Shooter. Die Ballermechaniken des Spiels funktionieren auch einwandfrei, der Nahkampf mit den Na'vi wiederum lässt einige Wünsche offen. Wir dürfen unsere Gegner nicht mit spektakulären Combos aus den Latschen säbeln, ja nicht einmal anvisieren können wir unsere Feinde. Durch das fehlende Lock-On-System hauen wir so oft ins Leere und fallen bei engeren Passagen schnell in den ein oder anderen Abgrund und somit in den sicheren Tod.

Screenshot zu: Bricht es den Fluch der Filmumsetzungen?Mit der Zeit wird unser Charakter immer stärker.

Für jeden getöteten Feind bekommen wir Erfahrungspunkte, die wir anschließend in neue Fähigkeiten investieren. Insgesamt vier dieser Spezialmanöver können wir auf das Steuerkreuz binden und uns so etwa selbst heilen, temporär unseren Schaden erhöhen oder eine Schockwelle loslassen. Haben wir einen unserer Auftraggeber zufrieden gestellt, bekommen wir zur Belohnung außerdem neue Waffen und Rüstungen – das motiviert und ist auch nötig, denn selbst mit diesen stetigen Upgrades können die Kämpfe oft unnötig schwer werden, Gegner machen zu viel Schaden oder sind nur schwer im Dickicht zu erkennen, ein Coversystem fehlt - hier muss Ubisoft Montreal noch dringend am Balancing schrauben. Glücklicherweise sind die automatischen Speicherpunkte fair platziert, so dass sich der Frustfaktor in Grenzen hält.

Durchwachsene Präsentation

Artistisch macht das Spiel um das fantasievolle Sci-Fi-Szenario bereits einen guten Eindruck, vor allem die malerischen Landschaften und die große Weitsicht faszinieren. Gerade wenn wir als Soldat der RDA in einem Banshee, also einem Senkrechtstarter, durch die Lüfte gleiten, fällt es schwer, sich auf das eigentliche Ziel zu konzentrieren, da man von der umwerfenden Szenerie abgelenkt wird. Allerdings ist die Preview-Version von diversen technischen Mängeln geplagt, die das Gesamtbild trüben und bei denen wir uns nicht sicher sind, ob diese rechtzeitig zum Release am 3. Dezember behoben werden können.

Flackernde Texturen, leichtes Tearing und unscharfe Kanten bereiten nach zu langem Betrachten schnell Kopfschmerzen. Framerateprobleme gibt es ebenfalls, aber zumindest dort loben die Entwickler bereits Besserung. Avatar wird, wie auch der Film, in "echtem 3D" zu sehen sein. Um dieses Feature zu nutzen braucht ihr aber mindestens einen 1080p-Bildschirm mit einem 120-Hz-Modus.

Screenshot zu: Bricht es den Fluch der Filmumsetzungen?Von solchen schönen Ausblicken lassen wir uns gern ablenken.

Musikalisch werden wir von einem stets passenden, mal ruhigen, mal epischen Soundtrack verwöhnt, der im starken Kontrast zu den unmotivierten deutschen Sprechern steht, die stark an der sonst guten Atmosphäre kratzen. Die schlechte Tonabmischung macht die Sprachausgabe zudem schwer verständlich, nicht selten sind die Hintergrundgeräusche der Wildnis von Pandora lauter als der NPC, der direkt vor unserer Nase steht – auch hier muss nachgebessert werden.