Auch gefühlte Jahrhunderte nach der Veröffentlichung von Warcraft III wird es um Blizzards Strategietitel nicht ruhig. Selbst, wenn mal ab und an die Luft raus ist, so kommen immer wieder neue Impulse, die einem zum Starten des Programms verleiten. Auch die Modifikation DotA lieferte für viele Spieler ein weiteres Argument, bei dem heiß geliebten Methusalem aus Bits und Bytes zu bleiben.

Mittlerweile gibt es eine Menge Spiele, die das Prinzip hinter DotA zu kopieren. Ein weiterer Mitbewerber um die Gamergunst ist Avalon Heroes, das in Asien schon seit einiger Zeit seine Anhängerschaft gefunden hat. Hierzulande läuft der Vertrieb über das Portal alaplaya, die bekannt für den Gratisfaktor ihrer Produkte sind.

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Gekonnt geklont

Dabei besinnt sich das Entwicklerteam um WeMade Entertainment auf die Stärken, die auch Defense of the Ancients zu einer der erfolgreichsten Spiele-Modifikationen aller Zeiten gemacht hat. Der Wettbewerbs-Faktor stachelt auch die Warcraft-Zocker auf der ganzen Welt immer wieder an. Nicht umsonst hält sich Warcraft seit halben Ewigkeiten in den Computerspiel-Ligen wie der ESL.

Avalon Heroes - Für lau: taktische Tiefe à la DotA

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Möge der Bessere gewinnen: Avalon Heroes kopiert DotA.
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Die E-Sports-Liga hat nun auch Avalon Heroes aufgenommen und zeichnet dementsprechend die offiziellen Turniere dieses Games auf. Was den Fans des DotA-Spielprinzips gut gefallen wird, ist der frische Wind, der durch die virtuellen Umgebungen weht. Ab und an braucht auch der eingefleischteste Fan einen Tapetenwechsel – und der winkt in Form neuer Areale.

Ungewöhnlich ist die Kreation des eigenen Helden, oder besser: der vielen eigenen Helden. Denn bevor man sich ins Getümmel stürzt, wird erst einmal die Sippschaft erstellt, die im Spiel Kin heißt. Danach kann die Seite ausgewählt werden. Zwei Parteien rangeln um die Vorherrschaft. Die ritterlichen Aeonia kämpfen gegen das martialische Naturvolk der Oriens.

Packshot zu Avalon HeroesAvalon HeroesRelease: PC: 4. Quartal 2009

Doch selbst wenn die Entscheidung für eine Seite gefallen ist, braucht das noch lange nicht das letzte Wort zu sein. Die Fraktionen lassen sich einfach wechseln und ebenfalls nach oben skillen. In den PvP-Begegnungen ist die Strategie sowieso wichtiger als der Rang der Spielfiguren.

Fürs Spiel lernen

Beim Thema Einstieg sind wir auch schon bei einem zentralen Thema: Die Tutorials sollten aufmerksam gespielt werden. Hier werden alle Details offen gelegt, Taktiken erklärt und die einzelnen Skills vorgestellt. Hier versteckt sich auch eine große Chance, schnell Erfolgserlebnisse einzufahren. Wer gerade als Neuling nicht genau aufpasst, versteht schnell nur noch Bahnhof.

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Ein Segen für Noobies: Avalon Heroes bietet ausführliche Tutorials.
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Sehr schön ist jedenfalls die ausführliche Lernphase gelöst, bei der insbesondere an die vielen Spieler gedacht wurde, die bislang noch nicht mit Titel dieser Art in Berührung gekommen sind. Anspruchsvoll bis schwierig wird es noch früh genug.

Damit man nicht von Anfang an als Fallobst für erfahrene Kämpfer herhalten muss, gibt es einen Detektor, der Neulinge unter eine Art „Welpenschutz“ stellt. Frischgebackene Helden dürfen sich also eine Zeitlang unbehelligt in alle Funktionen des Games einarbeiten, bevor es auch im PvP gefährlich für sie wird.

Da gerade zum Anfang die Funktionen und die ungewöhnliche Struktur etwas verwirren, ist die Eingewöhnungszeit auch länger als bei vergleichbaren Games. Dafür wird aber auch nichts für selbstverständlich gehalten, wie das Tutorial beweist. Spieler sind nun einmal keine Telepathen, und seitenlanges Regelwerk will auch nicht jeder durchwälzen, bis er sich auf den Server traut.

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Auch die Story kommt nicht zu kurz.
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Bevor man spielt, kann man die Entscheidung treffen, in welchen Raum man sich begeben möchte. Dabei bietet sich der Scenario-Mode als Singleplayer-Variante an, der Adventure-Mode als Coop-Erfahrung und letzten Endes der Battle-Mode als PvP-Spielart – für die der Spieler wirklich einiges auf dem Kasten haben muss. In den Plaza-Rooms können obendrein Items vertickt, Gilden gegründet oder einfach mal so ein Pläuschchen abgehalten werden.

Viele Items oder spezielle Skills sind natürlich auch gegen ein Entgelt im Shop erhältlich. Man kann sich aber auch auf die Suche nach netten Fundstücken begeben, indem die Maps gründlich durchkämmt werden.

Helden überall

Da eignet sich der Storymodus ebenfalls, um sich mit dem Gratis-Spiel anzufreunden. Hier kann auch schon mal das Micromanagement für den Ernstfall auf den Servern geprobt werden. Schließlich ist ein gutes Zurechtkommen mit Skills, Taktikmöglichkeiten und dem Inventory entscheidend für den Ausgang einer Partie.

Viele der spielbaren Helden werden einem auch in der Geschichte begegnen, die sich um die Heroes of Avalon rankt. Im Wesentlichen geht es um ein Artefakt, das dem Besitzer unvergleichliche Macht verleiht. Der neue Regent will sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, um endlich den eingeforderten Respekt seiner Gefolgschaft zu erlangen. Bislang konnte er sich den nämlich weder durch Tapferkeit, noch durch Grausamkeit erlangen.

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Avalon Heroes bietet ausreichend Helden.
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Dass unsere Spielfigur auf dem Weg zum Objekt seiner Begierde eine Menge feindlicher Wesen platt machen muss, versteht sich von selbst. Reizvoll sind auch die vielen Collectibles, die einem beim Plündern der Kadaver entgegenfallen. Ein Paar Inventar-Slots mehr hätten wohl den Enthusiasmus noch gestärkt. Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten spielt sich die Mär von der Suche nach Ruhm und Macht ziemlich konventionell und nimmt sich nicht viel mit vergleichbaren Rollenspielen, von denen es ja einige auf dem Markt gibt. Von der Masse hebt es sich erst ab, wenn man die verschiedenen Szenarios betrachtet.

Mit der Maus wird der Held durch die Gegend geschickt. Als Standardeinstellung ist die Kamera im freien Modus. Das bedeutet auch, dass der Fokus nicht automatisch auf die Spielfigur gerichtet ist. Gerade am Anfang kann das schnell verwirren, wenn der Abenteurer längst aus dem Bild gelatscht ist, der Blick aber noch immer auf eine andere Gegend gerichtet wird. Wenn die Kamera mit einem Druck auf die „End“-Taste aber fixiert wurde, folgt sie einem aber wie ein treuer Dackel.

Eingefleischte Fans von geordneter Kampfeswut werden sich allerdings recht schnell aufs Player-vs.-Player-Parkett begeben. Wie schon angedeutet können besonders talentierte Strategen auch in den Ligen der virtuellen Welt loslegen und dabei zeigen, was für ein Feldherr an ihnen verloren gegangen ist.

Begegnung der Besten

Zu Beginn der Runden werden die Helden ausgewählt, die in die Schlacht geschickt werden sollen. Auch die Umgebung spielt eine Rolle bei der Auswahl. Bei der Fülle an verschiedenen Spielfiguren kann natürlich auch ein Gefälle im Balancing eintreten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Entwickler immer wieder neue Helden ins Rennen bringen, damit eben gegen jeden Kämpfer auch etwas entgegengesetzt werden kann.

Ansonsten wäre es fatal, wenn sich mal eine Mannschaft gnadenlos in ihrer Auswahl vertan hat und nur noch zum Zaungast der eigenen Niederlage verknackt wird. Auch hier bleibt die Hintergrundgeschichte um den Kampf der Aeonia gegen die Oriens bestehen.

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Wie bei den meisten Free2Play-Games wurde auch hier nicht der Schwerpunkt auf die neueste Grafik-Technologie gelegt. Die Levels machen einen soliden optischen Eindruck, reißen aber auch nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Gerade Spieler, die ihre Augen gern mit High-End-Gestaltung verwöhnen, könnten schnell einen Flunsch ziehen. Echte Strategen lassen sich aber davon nicht abhalten – zuviel Grafik-Bombast lenkt schließlich eher vom Wesentlichen ab...

Zwar zockt das Auge mit, aber Wettkämpfer wollen ein Spiel gewinnen, haben Spaß daran, wenn ihre Taktik aufgeht und lassen sich nicht vom strahlenden Aussehen eines Spiels blenden. Wahrscheinlich werden sie auch eher den Sound ausstellen, denn die episch-orchestrale Musik wird schnell langweilig, auch wenn sie genügend Helden-Atmosphäre herbei schallt.

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