Die Technik geht ihren Weg, und Rollenspiele ziehen fleißig mit. Oblivion? Sah das schön aus! Two Worlds? Kleinere optische Schnitzer, aber insgesamt beeindruckende Umgebungen. Gothic 3? Herrliches Charakterdesign und stimmungsvolle Szenarien.

Und jetzt sowas: Atelier Iris 3 pfeift auf 3D und präsentiert sich im zweidimensionalen Gewand. Getreu dem Leitsatz: "Schönheit kommt von innen", macht sich das Fantasy-RPG mit dem Beinamen "Grand Phantasm" auf, Fans der ersten Stunde zu begeistern und den "Großen" zu zeigen, dass Optik nicht alles ist. Gelingt das Vorhaben?

Atelier Iris 3: Grand Phantasm - Trailer #1

Bonny und Clyde - oder so ähnlich
Dreh- und Angelpunkt der Story von Atelier Iris 3 sind die beiden Freunde Edge und Iris. Während Ersterer nur am schnellen Abenteuer interessiert ist, ist Zweitere das genaue Gegenteil, hat aber ungleich mehr Stroh in der Birne als Edge. Wer jetzt wegen der Gegensätze an typische Buddy-Movies denkt, liegt gar nicht einmal so falsch. Sprüche klopfen auf Kosten des Anderen steht bei den Dialogen im Spiel an erster Stelle und versprüht einen kantigen, aber vorrangig kindgerechten Charme.

Der Spielalltag in Atelier Iris 3 lässt sich leider recht kompakt beschreiben: Während Ihr anfangs noch in einer Gilde anheuern müsst und lediglich kleinere Diensleistungen erfüllt, wie zum Beispiel simple Botengänge, steigt Ihr im weiteren Spielverlauf zu höheren Rängen auf und müsst somit Aufträge von zunehmender Wichtigkeit erledigen.

Atelier Iris 3: Grand Phantasm - Veraltet, aber trotzdem spannend: Es wird noch einmal fantastisch auf der PS2.

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Charaktere und Szenerien wirken schön knuddelig, aber auch veraltet.
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Die eigentliche Story rund um das mysteriöse Buch Escalario gerät dabei aber mit der Zeit unter. Besagter mächtiger Schinken ist nicht nur unser Ziel, sondern auch das einiger böser Jungs. Überraschende Plot-Twists oder aufwendige Zwischensequenzen sollte man zur Präsentation hier jedoch nicht erwarten. Vor allem bei Letzteren haben sich die Entwickler - außer beim schick gezeichneten Intro - nicht die nötige Mühe gegeben. Es bleibt lediglich bei antiquiert wirkenden Sprechblasen.

Der Rest ist so, wie man sich das von einem typischen Rollenspiel erwartet: Erkundungstouren unternehmen, Aufträge annehmen und Gegner bashen. Ausgangspunkt für all Euer Tun ist dabei ein kleines Dorf, dass auf den ungewöhnlichen Namen Zey Meruze hört. Wenn Ihr gerade einmal keine Lust auf Quests habt, dürft Ihr natürlich auch anderen Tätigkeiten nachgehen.

Atelier Iris 3: Grand Phantasm - Veraltet, aber trotzdem spannend: Es wird noch einmal fantastisch auf der PS2.

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In der Gruppe kämpft es sich halt doch besser!
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Gesagt, getan: Angelrute raus und her mit dem Fisch! Abgesehen von solchen Aktivitäten stellt Euch die virtuelle Welt aber auch kleinere Hindernisse in den Weg. Euch versperrt eine undurchdringbare Kräuterwand den Weg? Kein Problem, hackt sie mit der Klinge nieder. Große Eisblöcke versperren Euch den Weg? Schmelzt sie!

Atelier Croft
Um Euch mit den Szenerien in antiquierter 2D-Optik nicht gar zu sehr im Regen stehen zu lassen, entschied sich Entwickler Gust für Genrekniffe, die eher dem des Action-Adventures zuzuordnen sind. In Atelier Iris wollen klaffende Abgründe überwunden und - nach bester Lara-Croft-Manier - versteckte Schätze gefunden werden. Außerdem bleibt es Euch überlassen, ob ihr den Gegnern physisch die Meinung sagt, oder - falls ihr eher zur konfliktscheuen Fraktion gehört - den in Blasen (!) auftretenden Widersachern lieber ausweich.

Falls es doch einmal zur Konfrontation kommen sollte: Denkt bloß nicht, nur weil die Kämpfe rundenbasiert ablaufen, sei das Ganze auch gemächlich. Gerade der neu hinzugestoßene Burst-Move muss erst mit einer Reihe von Combos ausgelöst werden, ehe ihr ihn anwenden dürft. Mag sein, dass die Blasengestalt der Gegner im ersten Moment lächerlich wirkt, dennoch werden die eigens in einem Fenster ausgetragenen Kämpfe gut herübergebracht. Während es sich bei lilafarbenen Blasen um wichtige, da für Quest relevante Feinde handelt, deuten selbige in den Farben blau und weiß darauf hin, dass es sich um Gegner abseits der Quests handelt.

Atelier Iris 3: Grand Phantasm - Veraltet, aber trotzdem spannend: Es wird noch einmal fantastisch auf der PS2.

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Typisch Japano-RPG: Die Waffen überragen die Charaktere zum Teil bei Weitem.
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Im Gegensatz zu den Vorgängern musste unverständlicherweise ausgerechnet beim an sich überzeugendem Crafting-System Abstriche gemacht werden: So fehlen nicht nur die magischen Geister, auch Gegenstände können nun nur noch miteinander kombiniert werden. Die Einbeziehung der Lokalitäten in das Erstellen neuer, noch interessanterer Items - gerade eines der Markenzeichen von Atelier Iris - fehlt hier. Über die Technik viele Worte zu verlieren, ist ohnehin fast sinnlos.

Technisch völlig veraltete, aber immerhin charmant gestaltete Charaktere und Umgebungen auf der Grafik-Seite und öde Hintergrundmelodien in grausiger Verbindung mit völlig untergehenden Effekten auf der akustischen Seite. Nicht einmal an eine deutsche Sprachausgabe geschweige denn Untertitel wurde gedacht, dafür gibt es jedoch neben den englischen auch die originalen japanischen Sprecher. Na, wenigstens etwas!