Ob es die beste Idee von Capcom war, uns in der Mitte von 20 Kapiteln einsteigen zu lassen? Bei einem Spiel mit verschiedenen, zeitlich um mehrere Jahrtausende versetzten Erzählebenen. Einem, dessen Aufbau Anime-Serien zitiert, inklusive „Was in der letzten Folge geschah“-Rück- und wahllos eingestreuten „Was gleich passieren wird“-Ausblicken zu Anfang eines neuen Kapitels.
Bunt, schnell und bildgewaltig: Sollte man zumindest mal erlebt haben.AusblickLässt man sich ins kalte Wasser des, Capcom nennt das eigene Spiel so, „Cliffhanger-Action-Krachers“ schubsen, steht man schnell schulterzuckend da und sieht einem angeschlagenen, rüstig gebauten Mann dabei zu, wie er an den Streben einer verzierten Säule hängt, eine aufdringlich plappernde Metallspinne daneben. Sie erzählt von alten Gottheiten, von der Tochter des Mannes, der sichtlich geschwächt über dem Abgrund baumelt. Was ist hier los? Wie ist der Kerl in diese Lage geraten?
Und vor allem: Wieso durchfährt ihn plötzlich eine unbändige Wut und lässt ihn an der Säule hochflitzen, als sei es das Einfachste der Welt, als hätte er in seiner Agonie nur auf diesen zackigen Arschtritt gewartet? Das ist eine der zentralen Fragen, das Leitthema eines Spiels, schon vom Titel aussagekräftig umrissen und im Wesentlichen reduziert auf eines: Zorn, Stunk, Scheißlaune. „Asura's Wrath“ macht keine falschen Versprechen, es brüllt genau das unverhohlen heraus, wonach es klingt.
Aber wer will dem schlohweißhaarigen Choleriker übelnehmen, dass er knurrend und grummelnd Dampf aus den Ohren pfeift wie ein Wasserkessel? Schließlich wurde er als gestählter General vor 12.000 Jahren von seiner Göttertruppe verstoßen, von seinen Verbündeten verraten, des Mordes bezichtigt, von seiner Familie getrennt. Und, als wäre all das nicht schon beschissen genug, in eine Felsspalte gequetscht, unfähig, sich auch nur einen Meter zu rühren. Gestein bröckelt im Laufe der Zeit – Wut nicht.
Daddy ist zurück - und hat eine Mordswut im Bauch.In Rückblicken sieht man, wie Asura seine liebe Müh hat, dem strampelnden kleinen Energiebündel namens Tochter Herr zu werden, wie er sichtlich nervös wird, wenn sie anfängt zu weinen – ist so jemand ein guter Vater? Seine Tochter Mithra, so heißt es, sei einer der Schlüssel zur Auslöschung der Gohma - wer auch immer die sind. Im ersten Abschnitt waren es von angeschwollenen, blutroten Adern durchzogener Tiere, bemerkenswert aggressiv und blutrünstig. Stellt euch Gorillas vor, deren Fell mit armdicken Striemen übersät ist, und ihr habt eine zaghafte Vorstellung von dem anfänglichen Kanonenfutter, schön feige in Gruppen aufmarschierend und von den Stahlfäusten Asuras abgeschmettert.
Das Kampfsystem ist mit seiner Ausweichrolle, den beiden verschiedenen Angriffsschlägen, der Fernattacke und dem Anvisieren einzelner Steroidtierchen irgendwo im Rahmen dessen, was man von einem actionreichen Abenteuer erwarten darf. Sitzt, wackelt, hat Luft. Auf Anhieb nichts, wofür ich Bayonetta oder Dante versetzen würde, aber es fühlt sich doch über alle Maßen befriedigend an, den kreischenden Fellmonstern einen Scheitel zu ziehen. Bis nichts mehr übrig ist und man nur noch Büschel in der Hand hält.
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Also Nier ein Hack & Slay zu nennen ist aber mehr als schwammig.
( und sieht auch so aus XD)
Aber Vollpreis? Na ich weiss nicht...
Außerdem stehen noch so viele andere gute Titel an. Ich denk kaum, dass ich Azura gleich beim Release kaufen werd.