"Auf der Konsole macht Assetto Corsa leider nur halb so viel Spaß wie auf dem PC." - Denis Brown

Assetto Corsa hat einen Ruf unter den Hardcore-Sims zu verteidigen. Nur wird das in dieser Form nichts auf den Konsolen. Technisch unter Par, optisch einseitig und inhaltlich dröge - da hilft auch die beste Fahrphysik nicht. Letztere ist über alle Zweifel erhaben, was mithilfe eines Lenkrads durchaus zur Geltung kommt. Wer eine beinharte Sim auf den Konsolen sucht, sollte Assetto Corsa also nicht gleich abschreiben.

Einiges könnte sich noch mithilfe nachrückender Updates verbessern. Im aktuellen Zustand ist das Programm aber nur bedingt zu empfehlen. Durchschnittskonsoleros werden mehr Frust als Lust verspüren, was keineswegs am anspruchsvollen Fahrverhalten liegt, sondern an der unterirdischen Joypadsteuerung, der schlecht ausbalancierten Karriere und der schlappen KI. Einsteiger kommen sowieso nicht zurecht, weil selbst simpelste Genrestandards ignoriert werden. Siehe die einblendbare Ideallinie, die weder zum aktuell gewählten Auto passt, noch sich dynamisch zur Fahrgeschwindigkeit ändert. Auf jeder Strecke klebt lediglich eine immer gleiche Ideallinie, die ausschließlich für die oberste Wagenklasse Geltung hat.

Assetto Corsa ist für PS4 und Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Heftig röhrende Motorensounds
  • Passable Menüanpassung für Konsolen
  • Anspruchsvolle Steuerung (nur Lenkrad)
  • Diverse Tageszeiten und Temperaturen
  • Laserscan-Strecken
  • Schöne Wagenmodelle
  • Glaubhafte Fahrphysik

Contra

  • Atmosphärisch extrem schlicht
  • Keine privaten Online-Lobbys
  • Rammfreudige KI
  • Optisch veraltet
  • Starke Bildrateneinbrüche und Zeilenversatz (Tearing)
  • Unsaubere Bildrate
  • Nur 15 Strecken
  • Undynamische Ideallinie
  • Dröge und schlecht ausbalancierte Karriere
  • Überempfindliche Joypadsteuerung

Grafik

Im Vergleich mit anderen Rennspielen reißt Assetto Corsa keine Bäume aus. Die Wagenmodelle sind zwar sehr schön und bieten ausführlich modellierte Innenräume, aber die Streckengrafik ist ziemlich trist und technisch eher simpel gehalten. Optische Spielereien gibt es abseits von ein paar Sonnen-Lichtkegeln keine, was bei einer Simulation aber auch nicht zwingend notwendig ist. Trotzdem rangiert Assetto Corsa grafisch sichtbar unter der Konkurrenz. Nicht zuletzt, weil die Bildrate instabil ist und unter teils heftigen Aussetzern leidet. Manche Bildraten-Einbrüche verwandeln das Spiel buchstäblich in eine Diashow.

Sound

Akustisch ist in Assetto Corsa nicht viel los, wenn man von den Motorenklängen absieht. Die sind nämlich exzellent und röhren ungemein kräftig aus den Boxen.

Gameplay

Lenkrad-Piloten mit Hang zur trockenen Sim werden Assetto Corsa einiges abgewinnen können. Die Wagenphysik vermittelt ein hervorragendes Gefühl für Trägheit und Beschleunigung. Leider ist das Spiel mit den Standard-Controllern der Konsolen extrem schwer zu meistern, da die Grundeinstellung überempfindlich reagiert. Auch nach diversen Anpassungen im Steuerungsmenü wird die Präzision der PC-Joypadsteuerung nicht erreicht. Wer kein kompatibles Lenkrad besitzt, kann nur auf ein entsprechendes Update hoffen. Die schon erwähnten Bildrateneinbrüche beeinflussen die Spielbarkeit zusätzlich.

Multiplayer

Gegen andere Piloten kann ausschließlich online angetreten werden. 16 Fahrer können hier an einem Rennen teilnehmen. Allerdings bislang nur in öffentlichen Lobbys. Private Spiele sind derzeit nicht möglich.