"Ein undurchdachter Coop und die strunzdumme KI ziehen die Wertung etwas nach unten, davon abgesehen ist Unity wirklich wahnsinnig unterhaltsam." - Leo Schmidt

Assassin's Creed Unity ist für mich und sicherlich viele andere Spieler die lang ersehnte Renaissance einer Reihe, die zunächst stagnierte, zuletzt mit Piraterie experimentierte und nun endlich wieder zu sich findet. Durch die hervorragende Balance zwischen Entfernung unnötiger oder übermächtiger Spielfeatures und dem gleichzeitigen Hinzufügen schöner, nützlicher und sinnvoller neuer Elemente tritt der Kern dessen, was Assassin's Creed mal sein sollte – ein Spiel, dass das Gefühl vermittelt, ein Meister dieses grimmen Berufsfeldes zu sein – besser denn je hervor. Und die alten Stärken, die beibehalten wurden, sind zum Teil stark ausgebaut worden, wobei vor allem Paris als neuer Spielplatz ein dickes Lob verdient.

Zu einem Knick in der Wertung führt die wirklich dumme KI, für die es in dieser Form keine Rechtfertigung gibt. Darüber, ob der massiv ins Hauptspiel integrierte Coop-Multiplayer etwas gutes ist, kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Diese Dämpfer sind schade, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass Unity in jeder anderen Hinsicht einfach rundum gelungen ist. Ich schulde also Ubisoft eine Entschuldigung für mein gewitzel im Vorfeld und sehe keinen Anlass, diese Sticheleien fortzuführen – wenn das der neue Standard der Reihe ist und bleibt, dann werde auch ich wieder Fan und bin bereits jetzt auf dem besten Weg.

UPDATE: Wer hätte das gedacht - nach den überschwänglichen Tönen im Hauptest fällt die Wertung jetzt doch ein Stück niedriger aus, als ich sie ursprünglich gerne mal gegeben hätte. Das liegt unter Anderem daran, dass der Coop sowohl technisch als auch spielmechanisch nicht so gut umgesetzt ist, als dass er seine Penetranz und Aufdringlichkeit wieder wettmachen würde.

Vor allem aber verdient Ubisoft eine Backpfeife für sein perfides Microtransactions-System, mit dem dem Spieler nach dem Kauf noch zusätzlich die Geldkatze gemolken werden soll. Frei nach Dara O'Briain: Ich habe diese Sachen schon unlocked - mit meiner Kreditkarte, als ich das Spiel gekauft habe! Schade, das führt zu Abzügen, die ich dem Spiel wirklich gerne erspart hätte, weil es mir ansonsten echt gut gefällt.

Assassin's Creed Unity ist für PC, PS4 und Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Assassin's Creed Unity - Großartige Bilder aus Frankreich

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Pro

  • Sehr viele optionale Missionen und Inhalte
  • Tolle und adaptive Attentatsmissionen
  • Viel Spezialisierung und Customizing für unterschiedliche Vorgehensweisen
  • Charismatischer Held
  • Paris die wahrscheinlich beste und größte Stadt bislang
  • Sinnvolle Neuerungen allerorten
  • Endlich gut überarbeitetes und forderndes Kampfsystem
  • Atemberaubend schön

Contra

  • Coop sowohl technisch als auch spielmechanisch nicht gut umgesetzt
  • Story hat zwar interessante Momente und Perspektiven, ist strukturell aber fragmentarisch und blass
  • Sperrige Kamera und Anzeigen erschweren Kämpfe
  • Coop-Inhalte fühlen sich im Singleplayer invasiv an
  • Leichte Performance-Probleme
  • Spektakulär dumme KI

Grafik

Paris ist als eigentlicher Star eine wahre Augenweide, wenn auch eine angemessen dreckige und aufrührerische. Die Detailverliebtheit der Grafik ist in allerorten präsent und atemberaubend.

Sound

Gewohnt satt und orchestral mischt sich der Soundtrack mit dem französischen Ambiente. An der guten Grundstimmung haben einmal mehr sehr gute Sprecher einen großen Anteil, vor allem Arno ist dank seiner Dialoge äußerst charismatisch.

Gameplay

Das Kampfsystem wurde grundlegend überarbeitet und kommt nicht mehr überladen und anspruchslos daher, die anderen Kernmechaniken funktionieren gut, wenn auch die KI recht dämlich ist. Die Coop-Lastigkeit, die in den Singleplayer überschwappt, ist Geschmackssache.

Multiplayer

Wird in den nächsten Tagen ergänzt.