Meine persönliche Internetblase kannte am späten Mittwochabend vergangener Woche nur ein Thema: Assassin's Creed 5 wird französisch! Wohl eher unfreiwillig wurden einige Screenshots ins Internet gespült, die das neue Meuchelmöder-Spiel mit dem Beinamen "Unity" und einem sichtlich frühen Entwicklungsstand in die Zeit der Französischen Revolution am Ende des 18. Jhs. verortet. Dort sehen wir den noch namenlosen Attentäter vor den Perlen französischer Palatial- und Sakralarchitektur stehen: Die Notre Dame, die Seine-Brücke sowie die Bastille dürfen bei der geleakten Diashow genauso wenig fehlen wie die Diskussion um den enthüllten Schauplatz selbst. Was dürfen wir erwarten, mit was müssen wir rechnen? Und wohin hätten wir unseren Meuchelmörder stattdessen lieber auf Reisen geschickt?

Es riecht nach Aufstand, Verschwörung und ewig Gestrigem

Die historischen Ereignisse rund um die Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen Revolutionären und Königstreuen in Frankreich dieser Zeit bilden zweifellos den perfekten Rahmen für das Tagewerk eines Attentäters: Um dem Aufstand des unterdrückten Volkes zum Sieg zu verhelfen müssen wir Schlüsselfiguren erdolchen, politische Gefangene aus der Bastille befreien und schließlich den französischen König selbst in seinen Gemächern festnehmen und der Guillotine übergeben.

Assassin's Creed Unity - Reise, Reise: Schauplätze mit Potential

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Die Screenshots aus einer frühen Version des Spiels glänzen mit französischer Baukunst und Texturarmut
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Dabei begegnen wir berühmten Persönlichkeiten dieser Zeit, diskutieren mit Robespierre über die Menschenrechte und lernen einen jungen, noch unbekannten Napoleon kennen. Währenddessen halten wir die „Kletter über ALLES!“-Taste gedrückt und sinnieren über das viel zu einfache, aber irgendwie doch spaßbringende Kampfsystem. Dann: Boßkampf. Irgendwas mit Templern. Abspann. Die ersten „Begleite Napoleon auf seinem Feldzug“ - DLCs erscheinen in Kürze.

Soweit, so altbacken.

Worüber ich mich allerdings wie ein liebevoll paniertes Schnitzel gefreut habe, ist die zu erwartende wiederkehrende Urbanität, heißt: Endlich wieder Häuserarchitektur, die man auch wirklich hinaufklettern MÖCHTE! Denn während ich in den ersten Assassin's Creed-Spielen noch jubelnd das Kolosseum und die Engelsburg erklomm, stand ich in den Folgeteilen zunehmend unschlüssig vor Indianerzelten, mittelhohen Bäumen und amerikanischen Holzkastellen.

Packshot zu Assassin's Creed UnityAssassin's Creed UnityErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Wenn Assassin's Creed von Jahr zu Jahr schon nicht mit wirklich neuen Gameplayelementen aufwarten kann, dann wünsche ich mir zumindest tolle Städte mit spektakulärer Architektur, die mich auch ohne eingeblendete Nebenmission zum erklimmen verleitet: Dies könnte das Paris des 18. Jhs. dem Spieler bieten. Die Hoffnung, dass neben dem historischen Setting noch irgendetwas anderes am fünften Meuchelmörder-Teil revolutionär sein wird, wage ich zu bezweifeln. Leider. Der nun frisch und offiziell erschienene Trailer lässt dahingehend noch alles offen.

Assassin's Creed 5 - Erster Offizieller Teaser Trailer24 weitere Videos

Japan: Satsuma-Rebellion (1877) und die letzten Samurai

Der Verlegung der Assassin's Creed-Reihe in das fernöstliche Japan ist der wohl beliebteste und am lautesten geäußerte Wunsch der Community. Doch für den Geschmack der Entwickler ist das mittelalterliche Land der aufgehenden Sonne zu ausgelutscht – aber das macht doch auch nichts! Viel lieber würde ich gerne einen Ninja durch die Satsuma-Rebellion jagen und den heroischen Kampf der letzten Samurai gegen das moderne Japan und einen schwächelnden Kaiser bestaunen. Vielleicht darf unser Attentäter sogar verschiedenen Clans entstammen, die einzigartige, individuelle Waffen auf ihre Missionen mitnehmen und damit den Wiederspielwert beträchtlich erhöhen.

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Während sich die Entwickler noch zieren, blüht die Fantasie der Fans bereits eindrucksvoll auf
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Hochaufragende Kaiserburgen, dörfliche Rückzugsorte in den Bergen und aufstrebende Hafenstädte mit europäischem Einfluss: Abwechslungsreicher kann es fast nicht mehr werden! Auch die zahlreichen Gadgets im Inventar eines Meisterninjas dürften für Abwechslung beim Meuchelmorden sorgen und vielleicht sogar frischen Wind ins angestaubte Assassin's Creed – Gameplay bringen. Und selbst, wenn die Innovation ausbleibt, entschädigt ein frisches neues Setting für vieles.

Die Entwickler befürchten, dass sich großte Teile der Community bereits am fernöstlichen Setting in anderen Spielen der letzten Zeit sattgesehen und -gespielt haben. Ich allerdings glaube fest an den Spruch: Neues Spiel, neues Glück! Zuletzt haben Zombies und Untote bewiesen, dass mit dem richtigen, spielerischen Aufhänger auch klischeebeladene Teile unserer Popkultur immer wieder für einen Kassenschlager gut sein können. Also, traut euch!

Antikes Griechenland: Spartaner, Schiffskämpfe, heroische Backpfeifen
Meine Damen und Herren, darf ich vorstellen? Der perfekte Schauplatz für ein neues Assassin's Creed. In dieser bunten, weitläufigen, mediterranen Welt bekommen Entwickler und Spieler so unglaublich viele Steckdosen für kreativen In- und Output vorgesetzt, dass sich problemlos eine Trilogie rund um die Abenteuer des Attentäters in der griechischen Welt stricken lassen würde.

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Das antike Griechenland würde unserem Assassinen zahlreiche Orte zum Austoben und Erkunden bieten
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Angefangen von den vielen Metropolen und mystischen Orten, wie Athen, Sparta, Theben und das Orakel von Delphi, locken auch Reiseziele jenseits des Meeres. Zahlreiche kleinere Inseln in der Ägäis könnten erkundet und erforscht werden, während große Stadtzentren wie Milet und die Überreste Trojas auf ihre Entdeckung warten.

Auch die Attentatsmissionen könnten aus einem Trog an Möglichkeiten schöpfen: Das Meucheln aller großen, griechischer Helden wäre ein möglicher Punkt auf der To-Do-Liste wie die Unterstützung der legendären 300 Spartaner während der Schlacht an den Thermophylen gegen die Perser. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt und es gibt genügend Möglichkeiten, bewährte Spielmechaniken einzubauen oder neue Elemente hinzuzufügen.

Weltkriege: Geißel der Spielgenres

Die beiden Weltkriege des 20. Jhs. sind aus der Videospiellandschaft nicht wegzudenken. Noch bis vor wenigen Jahren war der Sturm auf die Normandie und das Erklimmen des Reichstages absolute Grundlage jedes Shooter-Programmiercodes und auch andere Genres labten sich am ewig währenden Kampf der bösen Deutschen gegen die zu Hilfe eilenden Allierten. Viele Spieler diskutieren in den Kommentarbereichen, ob Assassin's Creed in den modernen Kriegs- und Nachkriegswirren gut aufgehoben wäre.

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Der Kampf gegen moderne Schusswaffen würde dem Attentäter wohl das ein oder andere Problem bereiten
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Rein optisch gäbe es sicherlich viel Potential: Im Schutt liegende, einstige Metropolen und Ruinenlandschaften sorgen für Abwechslung im Spielsandkasten, während das Gameplay da schon mehr Kopfzerbrechen bereitet. Warum sollte unser Attentäter den gefährlichen Nahkampf suchen, wenn er seine Missionen mit entsprechender Waffe auch aus größter Entfernung und von einem Scheunendach aus erledigen könnte? Von den Kletterelementen abgesehen würde damit die Marke Assassin's Creed sicherlich austauschbarer wirken, als Sockenpaare nach der ersten Wäsche.

Fazit: Was wollen wir denn nun eigentlich?

Assassin's Creed ist ein Spiel der Horizontalität und nicht der Vertikalität: Grundlegend für den Spielspaß ist ein passender historischer Rahmen, der meinem digitalen Meuchelavatar ausreichend Möglichkeiten bietet, sich ordentlich auszutoben Ich will beeindruckende Aussichtspunkte erklimmen und smch in diesen Momenten angesichts der zu Füße liegenden Stadt irgendwie klein und unbedeutend fühlen. Hier gibt es weitaus interessantere Spielplätze als die französische Revolution im thematisch ausgelutschten Mitteleuropa.

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Die Frage nach dem perfekten Setting für Assassin's Creed ist die Suche nach der Nadel im serientypischen Heuhaufen
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Grundsätzlich sollten sich die Entwickler aber mal an der Nase packen und sich neue Kniffe und Strukturen für die zahlreichen Neben- und Hauptmissionen überlegen. Nach fast einer handvoll Spielportionen „Assassin's Creed“ bin ich es ein wenig Leid geworden, quer durch alle Epochen Stadtbezirk um Stadtbezirk zu 100% unter Kontrolle zu bringen.

Und bitte, bitte keine Verfolgen-und-Belauschen-Missionen mehr. Ich ertrage es nicht mitansehen zu müssen, wie der Bildschirm langsam ergraut und sich ein GAME OVER auf dem Monitor einbrennt während mein Assassine die Spur verliert, weil er dank hypersensibler Klettersteuerung auf einen Strohkorb steigt.

Bitte.

Welches ist euer Wunschsetting für das nächste Assassin's Creed?

  • 45%Japan
  • 25%Antikes Griechenland
  • 13%Französische Revolution
  • 11%Weltkriege
  • 7%Etwas ganz anderes!
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