Begeht nicht denselben Fehler wie Resident Evil oder in Teilen auch Nintendo mit The Legend of Zelda, Ubisoft: Gebt endlich zu, dass ihr die Handlung eurer Reihe nie soweit vorausgeplant habt, wie ihr uns jetzt gern weismachen würdet. Hört auf damit, einen Pseudo-Roten-Faden durch alle Assassin's-Creed-Spiele ziehen zu wollen und macht einen Strich unter die ganze Abstergo-Gegenwarts-Kiste. Niemand kapiert's, niemanden juckt's.

Ich habe nichts gegen kleinere Anspielungen oder einen grundlegenden Leitgedanken; in Syndicate über die Spuren von Edward Kenway zu stolpern, war ein netter erster Schritt in die richtige Richtung. Stephen King wäre wohl nicht das naheliegendste, aber ein gutes Vorbild hierfür: Schon immer zieht sich ein feines Netz subtiler Parallelen durch die meisten seiner Romane, unterschwellig genug, den Fluss unbefleckter Leser nicht zu stören, auffällig genug, um erfahrenen Rezipienten ein augenzwinkerndes Gefühl der Vertrautheit zu vermitteln.

Bla, langweiliges Abstergo-Gegenwarts-Templer-Gesabbel, bla.

Und wo wir schon dabei sind, wäre es in diesem Zuge vielleicht nicht die schlechteste Idee, auch einmal die grundsätzliche Narration der Serie infrage, dem Spieler zur Abwechslung mal eine Geschichte an die Seite zu stellen, der er freiwillig und nicht ausschließlich deshalb folgt, weil sie eben dazugehört. Assassin's Creed hatte schon immer Probleme damit, sich ein wenig geerdeter zu geben, hat schon immer lieber auf prätentiösen Metaebenen-Bullshit als eine bodenständige, weniger verschwurbelte Geschichte gesetzt. Das muss sich dringend ändern.

Assassin's Creed Syndicate - Launch Trailer: Evie11 weitere Videos

Das bereits erwähnte frische Szenario könnte auch in dieser Hinsicht einen großen Beitrag leisten, wenn sich Ubisoft der jeweiligen Epoche nur ein wenig kritischer nähern, sie weniger rosig schraffieren würde. In Syndicate wurde die Kinderarbeit-Problematik zur Zeit der Industrialisierung für alternative Geiselmissionen verbraten, in denen es im Grunde keine Rolle spielt, wen man da nun genau befreit. Nur nicht anecken, bloß keine Tabus ansprechen, niemanden vor den Kopf stoßen. Das kann man aus unternehmerischer Sicht durchaus verstehen – feige ist es trotzdem.

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