Wann genau haben wir eigentlich damit aufgehört, jährliche Veröffentlichungszyklen kritisch zu hinterfragen? Neue Sportspiele mögen das eine sein, aber alle zwölf Monate ein neues Call of Duty oder Assassin's Creed? In keinem anderen Bereich der weit gefassten Unterhaltungsbranche ist solch eine hohe Frequenz üblich – selbst Filmstudios gewähren uns eine längere Gnadenfrist, bis sie uns für einen Nachfolger wieder das Geld aus der Tasche ziehen (vom Hobbit mal abgesehen, der aber ohnehin ein schlechtes Beispiel ist, da er am Stück gedreht und später künstlich zurückgehalten wurde). Warum muss das bei Videospielen anders sein?

Die einfache Antwort: weil es funktioniert. Weil wir Jahr für Jahr aufs Neue in den nächsten Elektronikmarkt rennen und in diesem Fall eben Ubisoft damit suggerieren: Hey, coole Sache, das – macht weiter so! Schön blöd wären die, diesen Haufen Asche liegen zu lassen und natürlich finden sie dann irgendwie einen Weg, jedes Jahr ein neues Assassin's Creed in die Regale zu bringen. Wenn ein Entwicklerstudio allein das nicht schafft, arbeiten eben zwei gleichzeitig an jeweils einem neuen Teil und genau das passiert sowohl hier als auch bei Call of Duty bereits seit geraumer Zeit. Wir bekommen, was wir bezahlen.

Das großartige Assassin's Creed 2 hat gerade einmal sechs Jahre auf dem Buckel und bereits acht Nachfolger. Kein Wunder, dass sich irgendwann Gleichgültigkeit gegenüber der Serie einstellt.

Wenn der Rest dieses Artikels also explizit an Ubisoft gerichtet ist, gilt diese Kritik uns, den Käufern: Solange wir dieses Spiel immer wieder mitspielen, wird sich daran nichts ändern. Nur weil ein neuer Teil da ist, muss man ihn nicht mechanisch kaufen, nur um später wieder darüber zu klagen, dass sich abermals kaum etwas verändert hat.

Assassin's Creed Syndicate - Launch Trailer: Evie11 weitere Videos

Und wie nötig hätte Assassin's Creed, hätten die Entwickler, hätten wir ein wenig Zeit? Zeit, um mal den Kopf freizubekommen, die vergangenen Eindrücke sacken zu lassen und aus der Routine auszubrechen. Das wird nun wirklich der letzte Batman-Vergleich, großes Ehrenwort, aber wieder zeigt der Milliardär mit den spitzen Ohren, wie es besser geht. Nach drei aufeinanderfolgenden Teilen in genauso vielen Jahren hatten Fans und Presse vorerst genug, sie waren satt. Publisher Warner Bros. hat diese Zeichen richtig gedeutet und dem Dark Knight eine einjährige Zwangspause aufgebrummt. Als diesen Sommer schließlich mit Arkham Knight nach 2013 ein neuer Teil erschien, war von der früheren Lethargie nichts mehr zu spüren – ganz im Gegenteil: Nach der Wartezeit war die Lust umso größer, endlich wieder in den Batsuit zu schlüpfen.

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