Nach zwei Jahren Abstinenz veröffentlicht Ubisoft mit Assassin's Creed: Origins den zehnten Ableger seiner Action-Adventure-Serie. Die letzten beiden Teile – Assassin's Creed Syndicate und Assassin's Creed Unity – offenbarten erste Abnutzungserscheinungen und konnten nicht jeden Spieler voll überzeugen. Jetzt will Ubisoft nach der Auszeit wieder voll angreifen – mit neuem Setting, frischem Protagonisten, komplett überarbeiteter Steuerung, opulenter Grafik und zurückkehrenden Traditionen. Und nach der einstündigen Gamescom-Anspiel-Session mit Assassin’s Creed: Origins kann ich bestätigen: Die Entwickler sind auf einem richtig guten (Spielspaß-)Weg!

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Wenn ich an Memphis denke, fallen mir unweigerlich authentisch verkleidete Elvis-Fans ein, die inbrünstig „Always On My Mind“ singen – vor der ehemaligen Elvis-Villa Graceland in Memphis, Tennessee. Doch dieses Gedankenkino bringt mich in der Welt des Meuchelmörder-Abenteuers Assassin's Creed: Origins maximal zum Schmunzeln, aber inhaltlich nicht weiter. Denn die einstündige Gamescom-Demo beginnt in Memphis, Ägypten. Und das vor mehreren tausend Jahren, westlich des Nils.

Die im Vergleich zur E3 2017 komplett neue Demo startet mit dem neuen Helden namens Bayek auf der Charakterstufe 21. Damit bin ich bereits stolzer Besitzer eines Bogens samt Pfeilen und eines Langschwertes. Diese Waffen kommen später auch direkt zum Einsatz. Aber der Reihe nach.

Assassin's Creed: Origins - Ein Bulle in Ägypten

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Assassin's Creed: Origins in der Vorschau - in Memphis angekommen seht ihr gleich den imposanten Tempel
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Ein kranker Bulle

Nachdem ich per Boot in Memphis angekommen bin, suche ich meine Frau Aya – die im späteren Spielverlauf ebenfalls spielbar sein wird – auf. Warum? Weil sie mir auf der Karte als nächste Hauptmission angezeigt wird. Und das liegt daran, dass ich in der Gamescom-Version eine Aufgabe absolviere, die sich während des Hauptspiels etwa in der Mitte der Kampagne wiederfindet. Aya, eine Unterstützerin von Königin Kleopatra, trägt mir auf, die Krankheit des heiligen Apis-Bullen zu untersuchen.

Beim Tier angekommen, spreche mit dem Pfleger, untersuche das Futter, die Umgebung und die Ausscheidungen des Stiers und komme Schritt für Schritt zur Lösung: Ah, alles klar, es sind die bösen Pfirsichkerne, die die Verdauung des Bullen erschweren. In einer Zwischensequenz erfahre ich, dass zwei Geschwister dessen Nahrung verändern mussten, weil Bösewichter ihren Bruder entführt haben. Als Bayek kümmere ich mich natürlich um die fiesen Erpresser.

Packshot zu Assassin's Creed: OriginsAssassin's Creed: OriginsRelease: PC, PS4, Xbox One: 27.10.2017 kaufen: Jetzt kaufen:

Nachdem ich den ungefähren Aufenthaltsort der Schurken erfahren habe, verwende ich meinen Adler als Drohnen-Ersatz und scanne die Umgebung. Neben einer Festung erwarten mich zahlreiche Wachen und ein Oberbösewicht. Auf dem Weg zur Festung fällt mir die rundum erneuerte Steuerung von Assassin’s Creed: Origins positiv auf. Sie geht leicht von der Hand, weil unter anderem zum Rennen endlich kein Drücken der Schultertaste mehr nötig ist. Daumen hoch dafür, Ubisoft!

Assassin's Creed: Origins - Ein Bulle in Ägypten

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Kampf- und Klettersystem wurden im Vergleich zu den letzten Teilen komplett überarbeitet
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Nach ein paar gut steuerbaren und optisch wunderbar animierten Klettereinlagen schleiche ich mich auf den hohen Mauern der Festung näher an mein Ziel. Auf dem Weg dahin töte ich via Bogen-Headshot die ein oder andere Wache. Interessant: Verfehle ich den Kopf der Wache, stirbt sie nicht und schlägt Alarm – und mir schwitzen danach die Finger. Denn die KI ist nicht zimperlich, zudem in der Überzahl und findet mich recht schnell. Ich verziehe mich also kurz und lasse die Luft abkühlen.

Danach töte ich den Oberschurken mit einem gekonnten Meuchelmörder-Sprung aus mehreren Metern Höhe. Die restlichen Wachen bekämpfe ich mithilfe des neuen Kampfsystems: Mit den rechten Schultertasten führe ich leichte und schwere Angriffe aus und kann gegnerische Schilde durchbrechen. Juhu, endlich besitzt ein Assassin’s-Creed-Teil ein zeitgemäßes und gut kontrollierbares Kampfsystem – eine längst überfällige Neuerung!

Assassin’s Creed: Origins überzeugt dank frischem Schauplatz, dem sympathischen Hauptcharakter und der endlich komplett überarbeiteten Kletter- und Kampfsteuerung. Dazu kommt eine großartige Grafik.Ausblick lesen

Den nur leicht verletzten Bruder bringe ich im Anschluss zurück und stürze mich noch in eine Nebenmission. Ich bahne mir meinen Weg zu einer außerhalb der Stadt liegenden Pyramide, in der ich unterschiedliche Rätsel löse, indem ich mir die Spielphysik zunutze mache. So muss ich unter anderem Gewichte an die richtigen Stellen bewegen, um mir einen Kletterpfad zu erschaffen, der mich zu einer geheimen Schriftrolle führt. Die Rätselgräber feiern in Pyramiden-Form also ihr Comeback. Assassin’s-Creed-Fans wird’s sicherlich freuen.

Assassin's Creed: Origins - Ein Bulle in Ägypten

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Ob zu Fuß, zu Pferd oder sogar zu Kamel - wie ihr vorankommt, entscheidet ihr
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Mit dem Kamel durch die Wüste

Natürlich darf in einem Assassin’s Creed auch ein Blick in das Menü nicht fehlen. Hier finde ich durch absolvierte Missionen erhaltene Fähigkeitenpunkte und Upgrades. Damit lerne ich als Bayek neue Eigenschaften dazu, kann meine Waffen aufbessern und auch einen neuen, schnelleren Gaul als Fortbewegungsmittel erlangen. Oder ein Kamel. Je nach Vorliebe.

Noch ein paar Worte zur Technik: Die grafische Umsetzung ist ein weiteres Highlight von Assassin’s Creed: Origins. Die höchst detailliert gestalteten Plätze in der Stadt sind belebt, es gibt Marktstände, die Menschen unterhalten sich, Katzen, Hunde oder Hühner führen ein Eigenleben. Das alles sieht schon jetzt verdammt gut aus.