Der Winter hat Deutschland fest im Würgegriff, ein paar Schneeflocken führen vielerorts bereits zum Erliegen des öffentlichen Lebens. Er kommt ja jedes Jahr so überraschend. Darüber können Kanadier nur herzhaft lachen, denn mit winterlichen Schneemassen hoch drei kennen sich die Menschen dort bestens aus. Zum Beispiel auch in Montreal, wo Ubisoft eines seiner Hauptquartiere besitzt und in einem großen Bau gleich mehr als 2000 Mitarbeiter neuen Spielen die Bits und Bytes einimpfen.

Assassin's Creed: Brotherhood - Trailer zur MAC-Version18 weitere Videos

Vor Ort staunten wir nicht nur über coole Einheimische, die bei minus 15 Grad mit kurzen Hosen zur Arbeit dackeln, wir machten uns auch über die PC-Version von „Assassin’s Creed: Brotherhood“ her und sprachen mit den Entwicklern.

Assassin's Creed: Brotherhood - PC-Version angespielt: Was lange währt, wird umso besser

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Kalt wie Hund. Überall auf der Welt. Was für ein hartes Los.
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Wenn Ubisoft die PC-Variante seines Action-Adventures nicht immer ein halbes Jahr nach den Konsolenfassungen in die Läden schubsen würde, wären uns das nordamerikanische Winterwetter mit teils üblen Schneewehen und abenteuerlich fahrende Taxifahrer erspart geblieben. „Doch warum bummeln die PC-Versionen eigentlich mit regelmäßiger Sicherheit so ausgelassen und unverblümt hinter ihren Konsolenpendants her?“, fragen wir David Coulombe, den Producer der PC-Fassung.

Der Grund: „Anstatt einen direkten Port herzustellen, wollten wir uns Zeit lassen, um das Spiel für die PC-Plattform anzupassen und zu optimieren und die Vorteile dieser Plattform auszunutzen. Die Steuerung, die Grafikoptionen - wir wollen einfach sicherstellen, dass auch die PC-Spieler ebenfalls eine bestmögliche Spielerfahrung erhalten. Wir müssen uns auch dem Markt anpassen, denn während die Konsolen technisch gleich geblieben sind, hat es beim PC Veränderungen gegeben. Schließlich wollen wir hier das Maximale herausholen und eine möglichst perfekte Version veröffentlichen.“

Assassin's Creed: Brotherhood - PC-Version angespielt: Was lange währt, wird umso besser

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Toll soll's aussehen, dieses Assassin's Creed für PC. Sieht jemand einen Unterschied?
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Also alles nur zum Wohle und Besten der PC-Spieler? Diese Aussagen haben wir in unserer Anspielsession gleich einem Realitätscheck unterzogen. Und siehe da, die Wartezeit könnte sich tatsächlich auszahlen. Bereits auf den ersten Blick offenbaren sich trotz einer noch recht frühen Spielversion deutliche Unterschiede zur Konsolenfassung, allerdings rein optischer Natur. Die Kleidung der Protagonisten, beispielsweise von Ezio Auditore da Firenze, wedelt mit mehr Details im Wind.

Insgesamt werden der Meuchelmörder und die Stadt Rom viel schöner in Szene gesetzt: Die Beleuchtung wirkt ausgefeilter, die Schatteneffekte kontrastreicher und schärfer, die Sichtweite höher. Auch die vielfach kritisierten Zwischensequenzen machen einen verbesserten Eindruck, begeistern kann das bisweilen hölzerne Figurendesign dagegen immer noch nicht.

Konsole vs. PC

Auf die technischen Hauptunterschiede zwischen PC- und Konsolenversionen angesprochen, schaltet sich Eric Lee, Lead-Programmer der PC-Version, in das Gespräch ein: „Nun, technisch gesehen nutzen wir natürlich aktuelle Technologien wie ‚Eyefinity‘, das ihr hier sehen könnt. Wir unterstützen teilweise nVidias 3D-Vision und Multicore-CPUs. Im Prinzip heißt das: Wann immer sich die PC-Landschaft ändert, passen wir uns an, um eine bestmögliche Erfahrung zu gewährleisten.“

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Fein, fein. Im Frühjahr dürfen sich auch PC-Spieler mit Ezio ins Abenteuer stürzen. Wenn sie möchten.
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Tatsächlich eignet sich die weitläufige Umgebung Roms ideal dazu, um sie gleich prollig auf drei Monitoren zu präsentieren. Die mit etwas Zusatz-Make-up bepinselte PC-Optik kommt so besser zum Tragen, wie David betont: „In Brotherhood investieren wir viel Energie, um die Grafikqualität der PC-Fassung weiter zu erhöhen. Die technischen Spezifikationen erlauben uns hier im Vergleich zur Konsole natürlich einen viel höheren Detailgrad und Auflösung, größere Sichtweite, mehr Reflexionen und eine bessere Schattenqualität. Wir verbessern also die Grafik in vielen Bereichen.“

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Para-Panorama: Ned zockt bei Ubisoft auf drei Monitoren gleichzeitig.
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Trotzdem müssen Besitzer etwas älterer Rechner nicht gleich panisch losstürzen und ihr Weihnachtsgeld in verbesserte Krachmacher ummünzen. Hier geben die beiden Entwickler Entwarnung: „Wir unterstützen DirectX 9“, sagt Eric und setzt fort „wir hatten nicht das Gefühl, DirectX 11 einsetzen zu müssen und dass wir, wenn wir bei DirectX 9 bleiben, eine größere Hardware-Basis da draußen erreichen. Außerdem hätte das eine längere Entwicklungs- und damit mehr Wartezeit für PC-Besitzer bedeutet. DirectX 11 hätte unsere Zeit weitaus mehr beansprucht. Vielleicht entscheiden wir uns beim nächsten Spiel anders, aber im Moment ist DirectX 9 für uns die beste Entscheidung.“

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In diesem Kämmerlein produziert Ubisoft die Soundeffekte. Mit primitivsten Mitteln. Aber es klappt.
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Während sich PC-Spieler also auf eine aufgetakelte Optik freuen dürfen, bleibt spielerisch dagegen alles beim Alten. Natürlich ist es möglich, den frechen Attentäter auch mit Maus und Tastatur durch die engen Gassen und die Dächer der Renaissance-Metropole zu steuern. Doch jetzt mal im Ernst: Wer macht das noch, wenn der Anschluss eines Gamepads heutzutage so einfach ist? Bei Spielen wie „Assassin’s Creed: Brotherhood“ ist die Konsolensteuerung derart perfekt für den PC umgesetzt, dass alles andere fast zu sinnloser Fingerakrobatik mutiert.

Gerade in „Brotherhood“, wo die Kämpfe noch schneller und die Aktionen des Meuchlers komplexer geworden sind, ist das Anstöpseln des Pads beinahe eine Pflichtaufgabe. Die Steuerung funktioniert zwar auch auf herkömmliche Art und Weise, erweist sich dann aber - wie bei den vergangenen beiden Abenteuern - als deutlich weniger intuitiv und manchmal recht umständlich.

Kurze Hosen bei minus 15 Grad? Da muss die PC-Version aber ganz schön heiß sein.Ausblick lesen

Das ändert nichts an der Tatsache, dass Ubisoft laut David „auch das Handling und das Optionsmenü verbessert hat. Wir haben uns auf die Spielerfahrung der Gamer konzentriert. Wir haben zwar auch Funktionen wie Multithreading-Support, aber in Brotherhood liegt unser Augenmerk auf Dingen wie der Steuerung, die sich jetzt viel einfacher anpassen lässt. Es ist schlicht benutzerfreundlicher“. Das können wir zwar bestätigen, ändert aber nichts an der besseren Spielbarkeit mit einem Gamepad, zumal man wohl vor allem mit dem Knöpfchengrabschkasten im Mehrspielermodus konkurrenzfähig sein wird.

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Wie Cool: Assi Creed in 3-D. Auch wenn man hier kein 3-D sehen kann, haha.
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Apropos Multiplayer-Modus: Laut David Coulombe werden die Download-Inhalte „Animus Project 1.0“ und „Animus 2.0“ bereits in die PC-Fassung hineinzementiert. Allerdings wollte man sich zu anderen interessanten Themen (noch) nicht äußern. Beispielweise zu speziellen PC-Inhalten oder dazu, ob es wie bei „Assassin’s Creed 2“ bei der vielfach kritisierten Internet-Pflicht beim Spielen bleibt. Im Bereich DRM habe man, so die beiden Entwickler, noch „keine endgültige Entscheidung“ getroffen. Klar ist selbstverständlich, dass ihr für den Mehrspielermodus eine Netzverbindung benötigen werdet. Details zu „Assassin’s Creed 3“ huschten erst recht nicht über die versiegelten Entwicklerlippen.