"Kennst du Assassin‘s Creed?", ist die erste Frage, mit der mich der Ubisoft-Mitarbeiter begrüßt. "Nein", antworte ich, "ich verstecke mich hier nur vor dem Finanzamt!" Das nennt man wohl Völkerverständigung, denn lachend reicht er mir das PS4-Gamepad, auf dem ich eine Weile nach den richtigen Tasten suche. Aber bei AC kann man ohnehin nicht viel falsch machen - oder nur ein bisschen. Statt mein Schiff zu beschleunigen, schieße ich erstmal eine Salve auf das vor mir liegende Schiff - upps! Die Besatzung findet das gar nicht witzig, daher muss ich sie mitsamt ihrer Entourage von drei weiteren Kähnen versenken.

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Individualurlaub ist besser als Pauschalreise

Im Vergleich zum vorherigen AC kann ich kaum Unterschiede beim Navigieren ausmachen, nur der Wellengang erscheint mir noch kräftiger, die Wellen höher und das Schiff etwas störrischer. "Ah, du hast das Schiff kampfunfähig geschossen", sagt der PR-Beauftragte. "Du kannst das Schiff entweder entern oder... - okay, du hast es versenkt..." Ich spiele schneller, als er reden kann. Sorry, kann ja mal passieren. Die Zeit ist schließlich knapp und ich will viel erleben in der Karibik.

Assassin's Creed 4: Black Flag - Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!

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Diese Insel sieht offenbar nur auf den ersten Blick unbewohnt aus - vielleicht befindet sich aber auch ein versteckter Schatz auf ihr?
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Also schippere ich zum ersten Ziel: ein Tauchabenteuer, wie geil! Eine Tauchglocke befördert mich unter die Wasseroberfläche des türkisblauen Meeres - es wimmelt nur so vor Leben: Wasserpflanzen, Fische, ein riesiger Manta-Rochen schwebt majestätisch vorbei und in der Ferne erblicke ich ein Schiffswrack. Aber auch einige Haie drehen ihre Runden und meine Luft hält nicht ewig. "Das ist eine sehr gefährliche Gegend", sagt Mr. Ubisoft-PR. "Mir doch egal", denke ich. Und schwimme los.

"An anderen Tauchglocken kannst du deinen Atemluftvorrat auftanken", höre ich aus dem "Off". Und entere gleich die nächste Frischluft-Tankstelle. "Aber immer nur einmal pro Tauchgang", setzt mein neuer Freund seinen äußeren Monolog fort. Er ist meinem Spieltempo offenbar nicht gewachsen, sein Hinweis kommt zu spät, denn ich hatte noch 90 Prozent meines Vorrats. Egal, Augen zu und durch. Vorbei am Haiiii... oder auch nicht. Er beißt mir in den Fuß. So ein !"§!"§$"§%!!!

Aber ich schaffe es bis zum Schiff, dort wartet eine Schatzkiste. Wenn ich vorher aufs Radar geschaut hätte, wäre mir aufgefallen, dass es in der Gegend noch weitere Schatzkisten geben muss. Ich hätte mir den Weg also sparen können. Jetzt wird die Luft knapp. Ich muss zurück, aber "draußen" lauert das schwimmende Riesenmaul. Ersticken oder gefressen werden? Tolle Alternativen, ich entscheide mich männlich für Letzteres - und schaffe es nach einigen Bissen und einer nassen Ringkampfeinlage samt Quicktime-Scharmützel mit letzter Kraft in die Tauchglocke. "Das war knapp", sagt der Dauerredner. "Ach, echt?", denke ich.

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Das Meer macht einen viel belebteren Eindruck - etliche Tierarten bevölkern es. Aber nicht alle sind uns so wohlgesonnen wie diese Delfine.
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Mein Boot, meine Flotte

Da holt Herr Ubisoft plötzlich ein iPad hervor. Es gebe da ein cooles Feature, das ich unbedingt sehen müsse. Es sei mit dem Brotherhood-Spielelement aus besagtem Spiel vergleichbar. Nur, dass wir diesmal nicht verbrüderte Meuchel-Kameraden mit Aufträgen rund um die Welt schicken, sondern unsere private Kriegsmarine. Naja, nennen wir es lieber Flotte. Auf jeden Fall können wir die Kähne aufleveln und auf immer schwierigere Missionen entsenden, damit sie mit reicher Beute und Belohnung in den Heimathafen zurückkehren. Diesmal soll man mit all der verdienten Kohle und dem sonst unnützen Zeugs aber tatsächlich etwas anfangen können - das Piratenleben sei ziemlich teuer, versichert mein PR-Aufpasser.

Die Meuchel-Reihe macht einen Open-World-Ausflug in die Karibik - trotz einiger Änderungen spielt und fühlt es sich aber praktisch an wie immer.Ausblick lesen

Teil zwei der Reise übers Meer erspare ich euch - ein Abstecher auf eine Mini-Insel inklusive Raufeinlage ist nicht wirklich berichtenswert, oder? Jedenfalls lande ich an meiner letzten Station endlich auf dem Festland. Das Ziel: Havanna! Kaum bin ich von Bord gegangen, läuft mir eine Wache entgegen. "Oben auf dem Dach stehen gefährliche Scharfschützen. Sie machen das Spiel und Anschläge in Städten viel schwerer", behauptet Mr. U. Als ich den Soldaten neben mir ausrauben will, drücke ich wieder mal den falschen Knopf und ersteche ihn hinterrücks. Niemand im Spiel reagiert darauf. Ich tue ganz cool, als ob es Absicht gewesen wäre, und schlendere nickend durch die belebte Stadt.

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Diese Schmuggler werden sich wohl nicht allzu lange über ihr Diebesgut freuen können. Der nasse Tod ist nah...
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An der Steuerung beim Klettern hat sich kaum etwas verändert, sie fühlt sich vielleicht wieder ein bisschen "parcouriger" an, was mir auch gleich bestätigt wird. Aber bevor ich meine Eindrücke noch weiter vertiefen und ein Attentat zu Ende bringen kann, ist meine Spielsitzung auch schon abgelaufen. Schade - es war schön, wieder "nach Hause" zu kommen.