Bereits im November erschien die Fortsetzung des Meuchel-Abenteuers Assassin's Creed für Konsolen und überzeugte uns mit einigen interessanten Neuerungen. Jetzt dürfen endlich auch PC-Spieler erneut in die Rolle des Meister-Attentäters schlüpfen. Allerdings genießen sie nicht nur den Vorteil der "späten Geburt", sie müssen auch mit einer neuartigen Software-Gängelung leben, die Ubisoft ab sofort bei seinen neuen PC-Produkten im Einsatz hat.

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Dabei handelt es sich um den Ubisoft Game Launcher, der sich mit Diensten wie Steam oder Games for Windows Live vergleichen lässt, jedoch noch tiefgreifender wirkt. Bereits bei der Installation des Spiels müsst ihr ein Ubi-Konto anlegen und den Keycode mit diesem Account verschmelzen. Der Weiterverkauf eures Eigentums nach dem Durchspielen oder bei Nichtgefallen wird dadurch praktisch unmöglich gemacht.

Assassin's Creed 2 - PC-Test: Tolles Spiel, nerviger Kopierschutz

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DRM-Ärgernis: Der Ubisoft Game Launcher erfordert eine permanente Internetverbindung
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Doch es kommt noch schlimmer: Erstmals wird eine permanente Internetverbindung verlangt, ohne die das Spiel nicht funktioniert. Bricht die Internetverbindung während eurer Spielsession ab, wird automatisch der Pausenmodus aktiviert und der Spielstand abgespeichert. Erst nachdem ihr die Netzverbindung reaktiviert habt, dürft ihr weiterzocken. Von dieser zweifelhaften DRM-Technik werden übrigens auch zukünftige Titel wie Die Siedler 7, Splinter Cell: Conviction und Prince of Persia: Forgotten Sands betroffen sein.

DRM-Schlamassel

Der aktuelle Day 1 PC-Patch bewirkt, dass ihr nun nicht mehr an den letzten Checkpoint zurückgeworfen werdet, sondern exakt an der Stelle, an der ihr euch zum Zeitpunkt des Disconnects befandet, startet (sofern ihr euch inmitten einer Mission befindet, startet diese neu ...). Ubisoft argumentiert, durch dieses System sei es nun möglich, das Spiel ohne ständig im Laufwerk liegende DVD zu spielen, es sei unbegrenzt oft installierbar und außerdem könne man von jedem Rechner aus auf die online bereitliegenden Spielstände zugreifen.

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Enorme Freiheiten genießt der Meuchler Ezio auch auf dem PC.
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Spielerfreundlich ist dieses neue System allerdings trotzdem nicht. Wer installiert das Game schon auf mehreren Rechnern gleichzeitig, nur um es für den Fall der Fälle auch mal woanders spielen zu können? Da Ubisoft offiziell Weitergabe/Verkauf von Accounts verbietet, gibt es keine legale Möglichkeit das Spiel irgendwann wieder zu verkaufen - ein Unding. Natürlich wird auf der Spieleverpackung auf die permanent nötige Internetverbindung hingewiesen, der Einschnitt in meine Freiheit als Käufer wird dadurch nicht geringer. Jeder sollte sich also genau überlegen, ob er mit diesem System leben kann.

Genau so obliegt es auch eurer Entscheidung, ob ihr diesen technischen Sperrriegel in die endgültige Wertung einfließen lassen möchtet und ob er die Gesamtqualität des Spiels für euch herunterzieht. Unter objektiven Gesichtspunkten beeinflusst die Mechanik das Gameplay und das Spieldesign nämlich nicht und fließt daher auch nicht in unsere abschließende Wertung mit ein.

Etwas schicker und inhaltlich runder als die Konsolenfassungen, dafür inklusive DRM-Ärgernis.Fazit lesen

In diesen Punkten unterscheidet sich Assassin's Creed 2 allerdings auch kaum von den Konsolenversionen (die wir bereits ausführlich getestet haben - hier lesen). Daher wollen wir diesmal vor allem auf die wichtigsten Unterschiede eingehen - einer davon ist der oben beschriebene Ubisoft Game Launcher.

Kopierschutz - sinnvoll oder nicht?

  • 54%Ist mir egal, solange er ehrliche Käufer nicht gängelt
  • 27%Kopierschutz lehne ich generell ab
  • 15%Finde ich OK, solange er witzig ist wie z.B. bei Monkey Island
  • 3%Irgendwie müssen sich die Publisher ja schützen...
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DLC-Inhalte bereits integriert

Ein anderer wird für PC-Spieler zum Vorteil: Während Konsoleros monatelang auf kostenpflichtige Downloadinhalte warten mussten, um endlich die fehlenden Sequenzen 12 und 13 spielen zu können, sind "Schlacht um Forli" und "Fegefeuer der Eitelkeiten" bereits vollständig in Assassin's Creed 2 integriert. Zum einen bleibt so nun auch die Kontinuität der Story gewahrt, sodass die zusätzlichen Missionen so deutlich mehr Sinn ergeben, als wenn sie in Form von einzelnen, für sich stehenden, Puzzlestücken abgefrühstückt werden.

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Löblich: Die beiden DLC-Inhalte der Konsolenversion sind in der PC-Fassung schon enthalten.
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Zum anderen müsst ihr so nicht zusätzlich für die beiden Extramissionen blechen (die wir hier - Schlacht um Forli - und hier - Fegefeuer der Eitelkeiten - ebenfalls bereits ausführlich besprochen haben). Zum Verkaufsstart ist die Standard-Ausführung übrigens darüber hinaus in einer limitierten Erstauflage nur als Special Edition verfügbar und enthält mit "Arsenal Schiffswerft" eine dritte Bonusmission.

Da sich die PC-Version inhaltlich nicht von den Konsolenfassungen unterscheidet, gibt es noch zwei zentrale Punkte, die wichtig sind: Steuerung und Grafik. Was das Handling des Meuchlers Ezio Auditore betrifft, der bekanntlich in die Fußstapfen seines Ahnen Altair tritt, habt ihr zwei Möglichkeiten. Entweder verwendet ihr die Maus/Tastatur-Steuerung, um die Kletterpartien und Meuchelattacken auszuführen, oder ihr greift zum Gamepad.

Obwohl Mausschubsern eine Vielzahl an Optionen bereitstehen und beispielsweise auch 5-Tastenmäuse unterstützt werden, bleibt die Steuerung per Gamepad die erste Wahl. Die Vielzahl von Bewegungsalternativen, Waffenwechseln und Interaktionsmöglichkeiten Ezios wurde zwar passabel auf die PC-Steuerung angepasst, letztendlich ermöglicht das Pad jedoch intuitivere Eingaben und Reaktionen auf das Spielgeschehen.

Hübschere Optik

Unverständlich ist jedoch, warum Ubisoft - wenn das 360-Pad in den Einstellungen dediziert ausgewählt werden kann - nicht auch die von der Konsole bekannte (und optimale) Belegung der Tasten vorgenommen hat. Die Voreinstellung ist jedenfalls alles andere als gelungen und erfordert zunächst eine manuelle Anpassung. Der zweite Teil der Meuchel-Trilogie verwirrt zudem durch seine Symbolik zusätzlich: Die eingeblendeten Zeichen sollen euch beim Spielen unterstützen, verwirren jedoch eher, als das sie helfen würden.

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Die Gesichter sehen auf dem PC ein wenig hübscher aus, wirken aber immer noch zu kantig.
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In der Grafikabteilung profitieren PC-User hingegen von potenziell leistungsstärkerer Hardware. Mit dem passenden technischen Unterbau bietet Assassin's Creed 2 ein etwas schickeres Ambiente, eine höhere Auflösung, feinere Texturen und leicht verbesserte Gesichtsanimationen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Zwischensequenzen auf PCs deutlich besser wären, vor allem die Hände sind noch immer hässliche Klötze, die man am liebsten aus der Erinnerung tilgen möchte.

Da kann auch High-Quality-Anti-Aliasing oder die Unterstützung von Multi-Core-Prozessoren keine Verbesserungen bewirken. Trotz der etwas hübscheren Darstellung müssen aber auch PCler mit gelegentlichem Tearing (Cutscences) und einigen Pop-Ups leben.