"Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünschst", heißt es oft, wenn jemand ein spontanes Bedürfnis oder eine Sehnsucht laut äußert. Im Florenz des Jahres 1497 gibt es auch einen solchen "Jemand", der sich wünscht, "der Assassine käme wieder nach Florenz, um uns von der Tyrannei zu befreien." Ubisoft macht dieses Ansinnen möglich, indem es die zweite Download-Episode (1 GB) für Assassin's Creed 2 (für 3,99€/320 Microsoft Points) veröffentlicht und euch so die Möglichkeit gibt, erneut in die Rolle des Attentäters Ezio Auditore zu schlüpfen. "Fegefeuer der Eitelkeiten" ist die offizielle Bezeichnung für die bisher fehlende Sequenz 13, die nahtlos an den vorherigen DLC-Abschnitt "Schlacht um Forli" anknüpft.

Ezio verfolgt den Edensplitter also bis nach Florenz, wo er auf den verbündeten Niccolò Machiavelli trifft. Die Stadt ist jedoch bereits in feindlicher Hand: Der wahnsinnige Mönch Savonarola hat nicht nur das Artefakt in seinen Besitz, sondern auch die toskanische Metropole unter seine Kontrolle gebracht. Das können die meuchlerischen Verschwörer zwar nicht durchgehen lassen, doch ohne die Hilfe des Volkes werden sie den Unterdrücker nicht bezwingen können. Daher ist Savonarola nicht das direkte Ziel unseres Assassinen, vielmehr sollen neun seiner Gefolgsleute unschädlich gemacht, und damit ein Aufstand angezettelt werden.

Das Volk sind wir!

Neun neue Gedächtnisabschnitte führen euch unter anderem auch in den zuvor unzugänglichen Bezirk im Süden der Stadt, das Gebiet ist insgesamt jedoch nur Staffage für neue Mordaufträge. Frische Spielinhalte sucht ihr leider mit der Lupe und so häuft sich immer mehr Geld auf unserem Konto an, das wir nicht ausgeben können.

Assassin's Creed 2: Fegefeuer der Eitelkeiten - Schleich-Profis aufgehorcht: Hier kommt euer DLC!

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Im Vergleich zum ersten DLC ist das Spielgeschehen wieder deutlich taktischer angelegt.
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Doch halt, eine Kleinigkeit wurde doch eingebaut: Besonders auffällige Stangen dienen nun als Sprungbretter für unseren akrobatisch veranlagten Helden, die die Distanz seiner Hüpfer deutlich erhöhen. Auf den Spielablauf hat das aber höchstens marginalen Einfluss, beispielsweise lassen sich so bei Verfolgungen die Wege einfacher abkürzen. Im Vergleich zu "Schlacht um Forli" (dem ersten DLC) vollzieht Ubisoft mit dem Fegefeuer der Eitelkeiten jedoch erneut eine Kehrtwende und setzt auf deutlich mehr Schleichpassagen und viel weniger actionreiches Gemetzel als zuvor.

Das Geschehen fordert wieder mehr taktische Planung von uns, wenn wir gut bewachte Priester an der Spitze eines Doms richten, verblendete Künstler auf öffentlichen Plätzen umbringen, Söldner beseitigen oder einen irregeleiteten Heiler inmitten seiner Schäfchen meucheln. Mit klassischen Hilfsmitteln nähert ihr euch dann euren Zielen - setzt also z. B. die herumlaufende Bevölkerung als Tarnung ein und schlagt erst im letzten Moment zu. Erschwerend kommt bei vielen der Aufgaben hinzu, dass die Aufmerksamkeitsschwelle der Wachen sehr hoch ist - bereits kleinste Fehler führen zur sofortigen Desynchronisation und damit dem Neustart der Mission.

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Mehr Spannung, weniger Action

Vor allem aber das Attentat auf einen Händler an Bord eines Schiffes stellt sich als wahre Prüfung für Auftragsmörder dar, denn es gibt wohl nur eine einzige Möglichkeit, euer Opfer ungesehen zu erreichen. Das Zeitfenster für den erfolgreichen Zugriff ist sehr schmal und es Bedarf einiger Beobachtungsgabe, vieler Versuche und dem optimalen Timing, bis die richtige Taktik zum Kill führt. Mit jedem erfolgreichen Auftrag wird schließlich das Volk weiter gegen seinen Unterdrücker aufgebracht, was mit kurzen Zwischensequenzen verdeutlicht wird.

Assassin's Creed 2: Fegefeuer der Eitelkeiten - Schleich-Profis aufgehorcht: Hier kommt euer DLC!

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Bevor es dem wahnsinnigen Mönch Savonarola an den Kragen geht müsst ihr 9 seiner Leutnants ausschalten.
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Habt ihr die neun "Leutnants" um die Ecke gebracht, ist Sequenz 13 allerdings - bis auf ein pathetisches und unbefriedigendes Ende - auch schon praktisch abgeschlossen. Höchstens zweieinhalb Stunden dürfte euch das künstlich angeflanscht wirkende Geschehen beschäftigen. Inhaltlich hat sogar "Schlacht um Forli" mehr hergegeben, denn zur Hintergrundstory gibt es leider kaum neue Informationen.

Wer noch ein bisschen mehr Geld für Zusatzinhalte ausgeben möchte, kann übrigens auch für 6.99€/520 Microsoft Points eine erweiterte Version des Fegefeuers freischalten und erhält dafür noch mit dem Palazzo Medici, der Kirche Santa Maria dei Frari sowie der Arsenal Schiffswerft drei Templerverstecke, die einige Kletteraufgaben bereithalten. Neue Achievements (bzw. Trophäen) gibt es allerdings erneut nicht.

Fazit

Auch diesmal muss man sich ganz klar die Frage stellen, ob der zusätzliche Inhalt für Assassin's Creed 2 einige eurer Euros wert ist. Nach dem eher actionlastigen ersten DLC legt "Fegefeuer der Eitelkeiten" den Gameplay-Fokus ganz klar auf Schleichmissionen. Und einige sind tatsächlich fordernd und spannend. Doch inhaltlich, storytechnisch bleibt die Mini-Erweiterung blass - neue Infos und spielerische Neuerungen müsst ihr mit der Lupe suchen. Viel mehr als die Aneinanderreihung von neun Attentaten wird vor allem Fans, die das Hauptspiel bereits abgeschlossen haben, mit diesem DLC leider nicht geboten.

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