Ende Januar werden die Server zum MMORPG Asheron's Call dichtgemacht. Abschied nehmen muss auch dieser 74-Jährige aus Vancouver, der das Spiel seit dem Erscheinen 1999 spielt.

1999, da waren einige von euch wahrscheinlich noch nicht einmal geboren worden, wurde mit Asheron's Call ein MMORPG gestartet, das seither einiges durchlebt hat: Zwei Expansions, Dark Majesty in 2001 und Throne of Destiny in 2005, wurden veröffentlicht, 2003 kaufte sich Entwickler Turbine Entertainment die Rechte von Microsoft zurück, die monatlichen Gebühren wurden irgendwann fallengelassen und das MMORPG zu einem Free-to-play-Titel umgestaltet, und 2014 wurde der letzte offizielle Patch veröffentlicht. Im Dezember vergangenen Jahres kündigte Turbine Entertainment an, dass sowohl Asheron's Call wie auch Asheron's Call 2: Fallen Kings am 31. Januar 2017 deaktiviert werden. Das Aus für die rund 18 Jahre andauernden Online-Weiten von Ispar.

Traurige Einzelschicksale

Was das vor allem für die treuen und langjährigen Spieler und Community-Mitglieder bedeutet, zeigt sich in vielen Einzelschicksalen, von denen dieses hier als Beispiel dient.

Für Außenstehende mag das unverständlich sein, wie man so traurig über das Aus eines Onlinespiels sein kann. "Das ist doch bloß ein Spiel", heißt es dann. "Davon stirbt doch niemand." Sie vergessen: Wer ein Spiel so lange und so ausgiebig gespielt hat, für den war das nicht nur ein Spiel, es war nicht nur eine Community, es war ein Teil seines Lebens. Das ist so, als würde ein Sportler aufgrund eines Unfalls seinen geliebten Sport nie wieder betreiben können.

Und einer der vielen Betroffenen vom Aus von Asheron's Call ist ein 74-Jähriger aus Vancouver, der das Spiel seit dem Start 1999 gespielt hat. Gefilmt wurde er von seiner Enkelin, die mit diesem Clip vor allem nach Ratschlägen sucht, welches Spiel er denn nach dem Ende von Asheron's Call ausprobieren sollte.

"Ich bin so unglaublich traurig darüber, dass er ein Spiel verliert, das er so liebt", so seine Enkelin. "Wenn ihr es spielt, wisst ihr, dass es eine eng verbundene Gemeinschaft ist. Es gab Hochzeiten und Beerdigungen in diesem Spiel, an denen er mit seinen Charakteren teilgenommen hat. Es ist herzzereißend."

Sie und ihre Schwester hätten das Spiel als Kinder gemeinsam mit ihrem Großvater gespielt, erzählt sie. Offenbar spielen sie schon lange nicht mehr, ihr Großvater dafür schon, und das seit bald 18 Jahren. Im Clip spricht er ein wenig über das Spiel und erklärt einen Charakter, den er 2003 erstellt hat. "Ich habe auch einen, der 1999 erstellt wurde."

Durch das Spiel habe er viele Freunde in aller Welt gewonnen und habe immer viel Spaß dabei gehabt. Andere Spiele habe er zwar bereits mal angespielt, die seien aber nicht sein Fall.

Vielleicht könnt ihr ja mit einem Tipp aushelfen?

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