Die Arma-Reihe geht in Runde drei und weicht keinen Armeestiefel breit von der bisherigen Linie ab: so viel Realismus wie möglich und Simulation statt effektreiche Ballerei. Realistisch soll auch das Szenario sein, dass Arma 3 bietet. Im Jahr 2033 eskaliert der schwelende Disput zwischen dem Iran und den USA in einem militärischen Konflikt.

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Im Dunkeln ist gut munkeln

Die beiden verfeindeten Staaten streiten sich im neuen Titel von Bohemia Interactive stellvertretend auf zwei Inseln im Mittelmeer. Stellvertretend, weil die politische Fast-Funkstille bereits seit Jahrzehnten anhält.

Als im Jahr 1977 der bis dahin regierende Schah auf Drängen der USA versuchte, die Demokratisierung im Land voranzutreiben, entlud sich der Druck in die andere Richtung: Die neuen Freiheiten führten zur Absetzung von Mohammed Reza Pahlavi, der Monarch floh ins Exil. Dann griff Ajatollah Chomeini an der Macht. Seine Islamische Revolution war erfolgreich, der Weg frei für die Gründung der Islamischen Republik Iran.

Ausgangspunkt für die Hintergrundgeschichte von Arma 3 ist die Besetzung der US-Botschaft in Teheran im Jahr 1979 durch Studenten - und die damit einhergehende Geiselnahme Dutzender westlicher Diplomaten. Ermutigt wurden die angehenden Akademiker vom neuen, islamischen Regime. Seither sind die Fronten zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten verhärtet.

Arma 3 - Offener Krieg zwischen Iran und den USA

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Vor allem bei der HDR-Technik (High Dynamic Range) gab es große Fortschritte.
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Mehr als ein halbes Jahrhundert später treffen die beiden Nationen nun auf einem virtuellen Schlachtfeld in mediterranem Klima aufeinander. Die griechischen Eilande, deren Dutzende Quadratmeter Fläche der Spieler komplett ablaufen kann (wenn er möchte), haben die Entwickler nachgebildet – Vorlage sind die real existierenden Inseln Stratis und Limnos.

Aber nicht nur in Sachen Einsatzgebiete konfrontiert Arma 3 den Spieler mit einer Fülle an Details. So hat das Entwicklerstudio die Fahrzeugphysik überarbeitet, auch Kleinigkeiten wie die Außenspiegel funktionieren. Sollte der Spieler mit den gepanzerten Fahrzeugen, etwa Jeeps und anderen Militärvehikeln trotzdem nicht zurechtkommen, kann er auf eine Kontexthilfe während des Einsatzes zurückgreifen. Damit er auch mit den unterschiedlichen Steuerungen, etwa der Bedienung der Geschütze und anderen Positionen zurechtkommt. Apropos Hilfe: Auch in anderen Situationen kann ich im Feldhandbuch nachschauen, wie die Bedienung funktioniert.

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Auch im Multiplayer kann die Sonne zum Vorteil oder Nachteil werden, je nachdem, auf welcher Seite man steht.
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Manche mögen es für ein unwichtiges Detail halten, aber gekümmert haben sich die Entwickler auch um den Sound. So haben die Waffen jetzt Stereoklang, der die ballistischen Eigenschaften der Schüsse glasklar wiedergibt. So soll sich der Spieler nicht nur visuell orientieren können.

Einsatzbefehl erteilt - ich pack' schonmal meine Badehose ein.Ausblick lesen

Das wird eventuell wichtig, wenn es zur Nachtzeit in den Einsatz geht. Zurechtfinden muss ich mich dann mit einer geographischen Karte samt militärischen Einheitensymbolen – und natürlich in Ego-Perspektive im Dunkel der Nacht. Gefährlich werden können hier Landminen; diese kann ich, mit etwas Aufmerksamkeit, jedoch entdecken und entschärfen. Die sind mitunter richtungsabhängig, werden also nur von einer bestimmten Seite ausgelöst – wodurch sie unter Umständen noch tückischer sind.

Mitten drin, statt nur dabei

Derzeit spricht Bohemia von rund 15 Missionen, die jeweils von einem Basislager aus begonnen werden. Allerdings waren die Entwickler auf der Gamescom sehr zurückhaltend, sich auf eine Zahl festzulegen, da Spielabschnitte noch zusammengelegt oder getrennt werden könnten.

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Da Spielwelt und Objekte in Arma 3 mit deutlich mehr Lichtern ausgestattet werden, gilt ein großes Augenmerk natürlich der Performance.
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Ob die Aufgaben auch im Koopmodus mit anderen menschlich gesteuerten Akteuren zur Verfügung stehen werden, überlegen die Arma-3-Macher noch. Sicher ist, dass sich die Fraktionen im Mehrspielerpart um strategische Punkte balgen müssen, die auf den Karten "militärisch korrekt" vordefiniert werden.

Im Einzelspielerteil werde ich in sogenannten Unterstützungsmissionen auch als Späher eingesetzt. Während im Hinterland die mobilen Raketenbatterien Stellung bezogen haben, taste ich mich vorsichtig in Richtung des vom Gegner besetzten Flugfeldes vor.

Mit dem Fernglas sichte ich die gegnerischen Panzer, gebe die Koordinaten an die Artillerie durch und warte. Dabei simuliert Arma 3 auch, wie lange die Flugkörper im realen Konflikt vom Abschussort zum Ziel bräuchten...

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achtsichtgeräte sollen sich durch einige Tweaks ebenfalls realistischer anfühlen.
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Nach langen Sekunden des Wartens schlagen die Raketen endlich am gewünschten Punkt ein, mein Feind ist um einen Panzer ärmer. Das soll auch im Mehrspielerpart funktionieren – mein Mitstreiter sitzt also im Abschussfahrzeug und wartet auf meine Koordinaten, mit deren Hilfe er dann den Angriff aus der Distanz ausführt.

Wie immer ist die Grafik beeindruckend: Sonnenreflektionen, die Weite des Kampfgebietes, die Farbgebung, das Wasser; Arma 3 ist ein Militärshooter, der mehr als einmal die Grenze zur Simulation überschreitet, auch visuell.

Eine weitere Neuerung sind die Unterwassereinsätze, die mir Bohemia stolz vorführt. Im Taucheranzug umschwimme ich Unterwasserminen und erledige gegnerische Militärfrösche mit meiner Schusswaffe - deren Projektile sich selbstredend im H20-Einsatz ballistisch anders verhalten.