Arena Wars (PC-Test)
(von Patrick Streppel)

Am Anfang stand die Idee: Was wäre, wenn man ein klassisches RTS mit den Spielmodi eines Ego-Shooters kreuzen würde? Eine Gruppe norddeutscher Studenten hatte das Durchhaltevermögen, dieses Konzept umzusetzen - und

liefert mit ArenaWars einen kurzweiligen, aber unglaublich spaßigen Mehrspielertitel.

Die Anfänge von ArenaWars liegen beim längst aufgelösten Publisher Innonics, der mit dem Echtzeit-Strategiespiel Thandor einen hübschen, aber spielerisch

nicht sehr durchdachten 3D-Titel hervorbrachte. Was viele nicht wissen: So gut das Ergebnis auch aussah (die Optik steckte damals sogar Earth 2150 in die Tasche), die Anfänge des Spiels lagen doch in gutem alten 2D.

Wie dem Schreiber dieser Zeilen - damals noch ein echter Grünschnabel - am Telefon erklärt wurde, wollten die Hannoveraner die 2D-Grafiken nicht zu den Akten legen, sondern heuerten eine Gruppe von Studenten an, daraus ein kleines aber feines Multiplayer-Spiel zu basteln. Der Strategietitel WebWars bot nur wenige Einheiten, keinen Einzelspieler-Modus und sollte kostenlos auf Partnerseiten angeboten werden - als Werbung für jenen Publisher, der kurz darauf in Insolvenz ging.

Während WebWars nie veröffentlicht wurde, hielten die Entwickler am Konzept fest und formierten sich unter dem Namen ExDream. Bis zur Games Convention 2002 stand plötzlich ein schicker 3D-Titel auf

Arena Wars - Unreal Tournament meets Z - Der Multiplayer-Strategie-Kracher aus Deutschland im Test!

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dem Plan, der kurzweilige, actionreiche Strategie für heiße Mehrspielerduelle bieten sollte. Bis zum Release hat es freilich noch eine Weile gedauert, doch jetzt steht WebWars Arena mit dem überarbeiteten Titel Arena Wars unter der Schirmherrschaft von Ascaron gleich weltweit in den Läden.

UT meets Z
Jene Spieler, die sich noch an den Strategietitel Z erinnern, wissen, was sie zu erwarten haben. Denn im Gegensatz zu Command & Conquer und Warcraft 2 setzten die Bitmap Brothers mit ihrem 2D-Titel auf actionreiche Strategiekost ohne Basisbau und Ressourcenmanagement.

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Im Mittelpunkt stand vielmehr das Gefecht zwischen den Einheiten, die nicht zahlreich aber dafür höchst unterschiedlich ausfielen. Kombiniert mit den kleinen Karten war es in Z möglich, eine Party in einer halben Stunde zu bestreiten. ArenaWars kombiniert diesen Grundgedanken eines kurzweiligen Mehrspieler-RTS mit den Spielmodi eines UT2004 - genauer gesagt Bombing Run, Double Domination und das allseits beliebte Capture the Flag. Anstatt selbst zur Flagge zu hetzen, schickt man RTS-typisch seine Truppen. Strategische Planung oder gemütliche Verteidigung gibt es nicht - Kämpfe sind schnell und hektisch. Damit in dieser Situation auch nichts vom Spielziel ablenkt, braucht man sich um Gebäude und Ressourcen nicht zu scheren. Der Übersichtlichkeit halber tummeln sich auf den kleinen Karten dann auch lediglich rund ein Dutzend Einheiten pro Seite.

Klasse statt Masse
Nicht nur die Größe der eigenen Armee, sondern auch die Auswahl an Einheiten ist klein, aber fein. Die acht verschiedenen Typen sind allesamt zu jeder Zeit verfügbar und lassen sich über das Baumenü im eigenen Hauptquartier bauen. Einzige Restriktion ist wie immer das

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liebe Geld, denn nur 1000 Spieldollar darf ich für meine Truppe investieren. Obwohl die Einheiten mit steigendem Preis grundsätzlich mehr Schusskraft und Panzerung bekommen, büßen sie merklich an Geschwindigkeit ein, was natürlich zum Flagge-Stehlen nicht ganz sinnvoll ist. Das Arsenal reicht vom kleinen Buggy über den Spider-Roboter bis hin zu ausgewachsenem Mech, Panzer oder der Artillerie, die nur in stationärem Modus feuern kann. Auch andere Einheiten haben Spezialfähigkeiten: So katapultiert sich der Roboter für kurze Zeit in die Lüfte und der Panzer beamt sich aus der Gefahrenzone. Folge dieses Schere-Stein-Papier-Prinzips ist die Anforderung an den Spieler, eine ausgewogene Mischung aus Einheiten zu erstellen. Übrigens: Segnet eine davon das zeitliche, gibt es das Geld prompt zurück.

Kleine Hexenküche
Um das Spielprinzip noch ein wenig aufzupeppen, haben die Designer Items integriert, die in Kisten auf der Karte verteilt sind. Zu den zeitlich begrenzten Fähigkeiten, die vom Spieler nach dem Aufsammeln auf die entsprechende Einheit angewandt werden, zählen Waffen wie ein Blitz, der kurzzeitige Amoklauf oder die Verlangsamung der gegnerischen Unit. Eigene Truppen

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werden mit einem Schild geschützt oder unsichtbar gemacht. Und für globale Störungen stehen Nebel oder Bullet-Time zur Verfügung. Wer denkt, Items seien nur ein kleines Gimmick, der wird spätestens bei erfahrenen Gegenspielern (oder höherem Schwierigkeitsgrad) sein blaues Wunder erleben.

Technik vom Feinsten
Die zoom- und drehbare 3D-Grafikengine von Arena Wars ist hübsch, wenn auch nicht atemberaubend. Überzeugend ist vielmehr, was ExDream alles an Zusatzfunktionen in das Spiel integriert hat: So werden Sprache und gar Webcam-Signale im laufenden Spiel übertragen, das

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ganze Match lässt sich komplett aufzeichnen und im integrierten 3D-Level-Editor werden in Windeseile neue Maps erstellt.

Fehlen menschliche Mitspieler (bis zu acht gleichzeitig), so lassen sich leere Slots problemlos mit einer frei konfigurierbaren KI füllen. Obwohl ArenaWars primär ein Mehrspieler-Titel ist, bieten 60 Single-Player Missionen eine gute Trainingsmöglichkeit sowie kurzweiligen Spielspaß für die Mittagspause.