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Extrascharfes Display, mehr Leistung, iOS 5.1 und bessere Kamera: Das neue iPad 3 glänzt mit starken Features und überzeugt im Test rundum. Ebenfalls neu: LTE ist an Bord, in Deutschland können Sie den Daten-Turbo allerdings nicht nutzen.

Bereits auf den ersten Blick beeindruckt das neue Retina-Display mit seiner extrem hohen Auflösung (2.048 x 1.536 Pixel). Zum Vergleich: Ein Full-HD-TV mit 40 Zoll Diagonale zeigt eine Auflösung von gerade einmal 1.920 x 1.080 Pixel. Mit der hohen Auflösung des iPad 3 sehen Fotos, Videos und Apps unglaublich scharf und brillant aus - wobei die Darstellung durch eine noch nie dagewesene Qualität besticht. Kein Wunder, denn es gibt derzeit kein anderes mobiles Gerät, das eine auch nur annähernd vergleichbare Auflösung bietet.

Das Android-Tablet mit dem schärfsten Display, das bis jetzt nur angekündigte Acer Iconia Tab A700, erreicht 1.920 x 1.200 Pixel. Am meisten profitieren derzeit Ebooks und Fotos von der hohen Auflösung des neuen iPad 3, denn einzelne Pixel sind in den Buchstaben oder Bildern nicht mehr zu erkennen. Den positiven subjektiven Eindruck bestätigen auch die Messwerte: Im Vergleich zum iPad 2 (364 cd/m²) ist es mit 397 cd/m² minimal heller, bietet mit 147:1 ein ähnlich hohes Kontrastverhältnis (iPad 2: 150:1) und spiegelt weniger – bei direkter Sonneneinstrahlung erkennt man jedoch noch immer nicht alles auf dem Display.

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- Super-Tablet: Apple trumpft wieder auf
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Apple iPad 3: Neues Tablet mit coolen Features.
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Neuer Prozessor mit starker GPU

Um genügend Leistung für die Apps bereitstellen zu können, verfügt das iPad 3 über eine neue Version des im Vorgänger verbauten A5-Prozessors – den A5X. Dabei handelt es sich um einen Doppelkernprozessor mit vier zusätzlichen Grafikeinheiten. Damit soll die Grafikleistung laut Apple viermal so hoch ausfallen wie bei einem Tablet mit Tegra-3-Plattform. Wir konnten bereits eine Flugsimulation ausprobieren und waren begeistert: Explosionen, Lichtreflexionen und bunte Effekte erscheinen trotz der hohen Auflösung extrem flüssig in der Darstellung.

Auch Infinity Blade 2, das bereits auf dem iPad 2 die absolute Grafikreferenz markierte, läuft dank einem Update in der hohen Auflösung trotz üppiger Grafikeffekte beeindruckend rund. Über die Taktrate der CPU gibt Apple allerdings keine Auskunft. Beim Surfen im Internet oder beim App-Start konnten wir gegenüber dem alten iPad keinen merklichen Geschwindigkeits-Zuwachs erkennen – aber auch das iPad 2 arbeitete eh schon äußerst flott.

Der Nachteil der höheren Leistung: Das iPad 3 wird selbst beim Videoschauen über 40 Grad Celsius warm – das ist zwar technisch unbedenklich, fühlt sich aber unangenehm an, wenn Sie das Tablet festhalten. An heißen Sommertagen besteht theoretisch die Möglichkeit, dass sich das Gerät automatisch abschaltet.

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Das neue iPad 3 liefert noch mehr Leistung – praktisch für Bildbearbeitung.
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LTE: Daten-Turbo, aber nicht in Deutschland

Das neue iPad 3 soll nach Herstellerangabe unterwegs Daten dank des neuen Mobilfunkstandards LTE (4G) empfangen können. Doch dabei gibt es gleich zwei Probleme: In Deutschland steht der LTE-Ausbau noch ganz am Anfang, wohingegen etwa in den USA LTE in weiten Teilen verfügbar ist. Zudem funkt das neue iPad 3 im Frequenzbereich von 700 und 2.100 MHz - in Deutschland kommen die Frequenzbänder bei 800 MHz und bei 2.600 MHz zum Einsatz. Wie uns Apple bestätigt, ist es daher nicht möglich, das LTE-Netz in Deutschland zu nutzen.

Allerdings stehen die HSPA+ sowie DC-HSDPA-Netze zur Verfügung. Damit erreicht ihr Download-Raten bis zu sehr schnellen 42 MBit/s. Auf den ersten Blick scheinen die Unterschiede daher nicht gravierend, allerdings muss man auf den großen Vorteil von LTE gegenüber HSPA+ und DC-HSDPA verzichten: die deutlich geringeren Verzögerungszeiten (Latenz). Aus dem Android-Lager sind allerdings bereits erste Modelle mit LTE-Unterstützung angekündigt, die auch ohne Einschränkungen volle Bandbreite liefern.

Länger surfen, bessere Fotos

Am Design des neuen iPad 3 hat sich auf den ersten Blick nichts geändert: Klare Formen und eine elegante Linienführung bestimmen den Look. Nur wenn man die technischen Daten mit denen des iPad 2 vergleicht, fällt auf, dass das neue iPad 3 rund sechs Millimeter dicker und rund 60 Gramm schwerer geworden ist. Dies liegt am größeren Akku, den Apple aufgrund der höheren Auflösung und der gestiegenen Performance eingebaut hat. Der größere Akku macht sich im Vergleich zum iPad 2 aber nicht überall bezahlt: Statt über 8 Stunden Videolaufzeit wie beim iPad 2 schafft das neue iPad 3 nur noch 6:35 Stunden.

Genau das Gegenteil tritt beim Websurfen ein: Hier verbessert sich das neue iPad 3 auf über 8 Stunden (iPad 2: 6:35 Stunden). Geduld brauchen Sie allerdings beim Laden: So benötigt der Akku nun 6:25 Stunden, um von 0 auf 100 Prozent zu laden. Die größere Bauform führt zudem zu Problemen mit einigen Zubehörteilen – so passen etwa Schutzhüllen, die für das iPad 2 gebaut wurden, nicht auf das neue iPad 3. Apple Smart-Cover sind aber weiterhin kompatibel.

An der restlichen Ausstattung hat sich nichts getan: Es gibt noch immer keine USB-Schnittstelle oder einen Speicherkartenslot. Die Speichergrößen liegen, wie beim iPad 2, bei wahlweise 16-, 32- oder 64-GByte-Speicher. Die Auflösung der Kamera auf der Gehäuserückseite hat Apple von 0,7 auf 5 Megapixel erhöht. Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Knipse jetzt eine wirklich gute Bildqualität, in dunklen Räumen zeigt sich in den Fotos dagegen schnell Bildrauschen. Videos nimmt das Tablet nun in 1080p auf – ebenfalls in guter Qualität, allerdings müssen auch hier die Lichtverhältnisse stimmen. Gleich geblieben ist dagegen die für den Videochat gedachte Frontkamera: Diese löst weiter nur mit 0,3 Megapixel auf.

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Am Design des neuen iPad 3 hat sich auf den ersten Blick nichts geändert.
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Mit iOS 5.1, aber kein Siri

Das neue iPad 3 liefert Apple mit der aktuellen iOS-Version 5.1 aus. Im Fokus stehen dabei vor allem die Kamera und eine generell verbesserte Akkulaufzeit. So ist der Kurzbefehl für die Handy-Cam permanent auf dem Sperrbildschirm sichtbar. Zudem soll die Gesichtserkennung der Kamera optimiert worden sein. Allerdings fehlt dem iPad 3 ein cooles Feature: Es lässt sich nicht auf die Sprachsteuerung "Siri" zugreifen. Warum Apple Siri noch immer exklusiv für das iPhone 4S zurückhält, erscheint unverständlich und der Hersteller macht zu den Gründen keine Angaben.

Dafür gibt es nun eine neue Diktierfunktion: Lange Texte, zum Beispiel in E-Mails, müssen Sie nicht mehr auf der Tastatur tippen, sondern können Sie dem Tablet einfach diktieren. In unserem Test klappte das ganz gut, eine Testmail war so schnell diktiert.

Fazit

Mit dem neuen iPad 3 landet Apple einen Volltreffer und hat im Vergleich zum Vorgänger an den richtigen Stellen nachgelegt, ohne dabei die bisherigen Stärken zu vernachlässigen. Die Verarbeitung ist noch immer spitze und das Handling konkurrenzlos gut. Nur das in Deutschland nicht nutzbare LTE-Feature und der Siri-Verzicht enttäuschen.

Für alle iPad-2-Nutzer gilt: Wenn ihr bei eurem Tablet keinen großen Wert auf Bildbearbeitung legt und es nicht hauptsächlich als Ebook-Reader nutzt, braucht ihr nicht sofort umsteigen. Denn angepasste Apps für das Retina-Display gibt es derzeit nur in begrenzter Menge und auch Spiele, die die neue Auflösung unterstützten, sind noch immer Mangelware. Für iPad-1-Besitzer oder Neukäufer gibt es dagegen keinen Grund zu warten. Denn im Vergleich zur Konkurrenz bietet das neue iPad 3 das beste Tablet-Gesamtpaket und verdient sich damit den ersten Platz in unserer Bestenliste.

Alternative

Gute Nachricht für sparsame Apple-Fans: Falls euch das aktuelle iPad 3 zu teuer ist oder ihr auf die neuen Funktionen verzichten könnt, bietet Apple das iPad 2 mit 16-GByte-Speicher nun für rund 400 Euro an, die 3G-Version kostet 519 Euro (die anderen bisherigen iPad-2-Varianten stellt Apple ein). Die ehemalige Nummer 1 im Ranking überzeugt vor allem durch sehr gutes Handling, prima Ausstattung und ein riesiges App-Angebot.

Weiterführende Links

Mit dem günstigen Preis bietet das iPad 2 ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Solltet ihr dagegen hohen Wert auf Mobilität legen oder Android bevorzugen, dann schaut euch das tolle Samsung Galaxy Tab 7.0 Plus N für rund 400 Euro genauer an: Es ist deutlich leichter und kompakter, lädt schneller und überzeugt ebenfalls mit einer sehr guten Akkulaufzeit.