Apple wurde heute ein Patent zugesprochen, das die Firma bereits 2008 anmeldete. Dabei geht es darum, Nutzer davon abzuhalten, „anstößige‟ Textnachrichten zu versenden oder ebensolche zu erhalten.

Apple - Patent auf Sex-Filter für SMS

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In Zukunft kein Cyersex mit dem iPhone mehr.
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Die offizielle Bezeichnung des Patents lautet „Textbasierte Kommunikationskontrolle für persönliche Kommunkationsgeräte‟. Was damit eigentlich gemeint ist, liegt auf der Hand. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird. Es sollen Nachrichten gescannt und solche mit sexuellen Inhalten herausgefiltert werden.

Die Hintergrundinformationen zu dem neuen Apple-Patent machen klar, dass das Problem, welches damit gelöst werden soll, folgendes ist: „Es gibt keine Möglichkeit Textkommunikation zu überwachen und zu kontrollieren, um sie für die Nutzer angemessen zu gestalten. Zum Beispiel könnten Kinder Nachrichten verschicken oder empfangen (ob nun gewollt oder nicht), die anrüchige Erwachsenensprache enthalten.‟

Das Patent selbst formuliert es so:

In einer Form beinhaltet die Kontrollanwendung eine Kindersicherungsfunktion. Diese Kindersicherungsfunktion verwendet zulässige Texte [Anm.: Zur datenbankgestützten Überprüfung.], die zum Beispiel auf objektiven Bemessungskriterien für das Alter oder den Bildungsstand des Users basieren und, sofern es nicht autorisiert wurde, verhindern, dass solche Texte Teil von textbasierter Kommunikation werden.

Wenn nun also die Überwachungssoftware einen nicht autorisierten Text findet, dann könnte die Anwendung den Nutzer, den Administrator oder eine andere ausgewählte Person alarmieren, der dieser Text angezeigt werden kann. Die Software könnte es notwendig machen, dass der User den unautorisierten Text ersetzt oder auch einfach den Text bzw. die komplette Kommunikation automatisch löschen.

Das Bedürfnis, Texte mit sexuellen Inhalten zu erfassen und zu löschen, scheint also dermaßen groß zu sein, dass nun auch private Texte wie E-Mails und SMS danach durchsucht und automatisch gefiltert werden. Sicherlich werden sich Workarounds finden, mit denen sich die Filtersoftware umgehen lässt.

Der positive Effekt ist, dass Nutzer in Zukunft kreativer umschreiben müssten, was sie gern mit ihrem Gegenüber anstellen wollen. Ob das allerdings zu einer Wiederbelebung der alten Dichtkunst führt, ist stark anzuzweifeln. Zweifelsohne dürfte sich aber das Sprachniveau verändern, wenn auch nicht signifikant verbessern.

Wann die neue Software in Apple-Produkten eingesetzt werden soll, ist bisher nicht bekannt. Da das Patent seit zwei Jahren geplant war und jetzt erst zugelassen wurde, dürfte ein realer Einsatz aber nicht allzu lang auf sich warten lassen. Möglicherweise schon in der nächsten iPhone-/iPod Touch-Generation. Aber das ist auch nur eine Vermutung.