Bei der gestrigen Apple-Pressekonferenz zum Auftakt der WWDC 2011 stellte Apple unter anderem die Top-10 der neuen Funktionen im iOS 5 vor, das im Herbst veröffentlicht werden soll. Eine der Funktionen war iMessage, die neue SMS-Chat-Funktion, die in das System integriert werden soll. Ein Feature, das allerdings gemischte Gefühle hervorrief.

Apple - iMessage macht SMS überflüssig, wenn man Freunde mit iOS-Geräten hat

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Über 200 neue Funktionen in iOS 5 - darunter iMessage.
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An den Reaktionen im Publikum der Pressekonferenz konnte man ablesen, dass Apple mit den neuen Features im iOS 5 einigen Entwicklern die Apps zerstörte, in dem sie schlicht überflüssig wurden. Das Update der Kamera macht z. B. CameraPro überflüssig und iMessage ersetzt Apps wie den WhatsApp-Messenger. Aber damit nicht genug, denn iMessage macht sogar SMS zu einem redundanten Feature. Allerdings hatte Apple den Telekommunikationsanbietern nichts davon erzählt, dass sie diese neue Funktion einbauen würden, was dann verständlicherweise zu sehr mäßiger Begeisterung führte, da den Anbietern dann in Zukunft Einnahmen durch den SMS-Versand entgehen.

IMessage funktioniert übergreifend für alle iOS-Geräte. Es stellt eine verschlüsselte Verbindung über Wifi oder 3G zwischen iOS-Geräten her und hat alle Funktionen, die man von einem Chat-Client kennt und in einem Messenger erwarten würde. So lassen sich Nachrichten an eine Person oder auch an Gruppen verschicken, Fotos und Videos austauschen oder auch über einen Tipp dann ein Anruf starten. Dabei werden die Nachrichten über alle Systeme, die man selbst besitzt, synchron gehalten, sodass man die Kommunikation wieder aufnehmen kann, wo man sie beendet hatte. Eine Funktion, die kürzlich erst von Trillian als neues Feature eingeführt wurde. Trillian funktioniert allerdings auch systemübergreifend zwischen Windows und Mac. Insgesamt entwickelt sich das Feature um die neue Push-Funktion, die Apple für iOS entwickelt hat.

Das Problem, dass die Telekommunikationsanbieter nun haben, ist, dass mit iMessage die SMS überflüssig wird, wenn man viele Leute kennt, die ebenfalls ein iPhone, einen iPod Touch oder ein iPad besitzen. Denn auf all diesen Geräten funktioniert iMessage und benötigt nicht viel mehr als eine Internetverbindung, um zu funktionieren. Die Anbieter müssten sich nun also überlegen, wie sie ihre SMS- und Datenverbindungspläne abwandeln. Denn in den meisten Verträgen ist die Verwendung von Messengern untersagt, insbesondere dann, wenn man eine Internetflatrate dazugebucht hat. Das hat natürlich den Hintergrund, hier an SMS Geld verdienen zu wollen. Und genau da hat Apple den Providern nun vor die Stirn gestoßen: Der kalifornische Hardwarekonzern hat es nämlich unterlassen, den Anbietern von den Plänen mit iMessage zu berichten. Verständlich, dass die Reaktion darauf nicht all zu gut gelaunt ist.