Die Woche hat Apple neue Regularien im iOS App Store eingeführt. Und die betreffen unter anderem Apps mit Lootboxen. Entwickler werden nun dazu verpflichtet, die Drop-Raten für Gegenstände offenzulegen.

Mobile-Games wie Blizzards Hearthstone sind ebenfalls von den neuen Regeln im iOS App Store betroffen

Schon lange fordern vor allem PC-Spieler, dass Monetarisierungsmethoden wie Lootboxen Einhalt geboten wird. Während Institutionen wie die Unterhaltungssofware Selbstkontrolle (USK) und das US-Pendant Entertainment Software Rating Board (ESRB) offenbar keine Probleme mit Lootboxen haben, fordern verstärkt Politiker eine Regulierung der "räuberischen" und "auf Kinder abzielenden" Mechaniken. Dem leistete nun ausgerechnet Apple Folge. Der Riese aus Cupertino hat neue Regularien im iOS App Store eingeführt, die insbesondere eine Änderung für Entwickler von Apps mit Lootboxen mit sich bringen.

Zwingende Transparenz

Unter dem Punkt "Zahlungen" findet sich der folgende Passus:

  • "Apps, die Lootboxen oder ähnliche Mechanismen mit zufälligen virtuellen Gegenständen gegen Entgelt anbieten, müssen die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen Gegenstand noch vor dem Kauf für jeden Konsumenten offenlegen."

Sicher, ein Verbot oder überhaupt eine Einschränkung der Monetarisierung ist das vorerst nicht. Aber aufgrund der aufgezwungenen Transparenz kann es sich nun ein jeder im Vorfeld überlegen, ob er oder sie einen gewissen Geldbetrag einsetzen will, um einen bestimmten Gegenstand zu erhalten. Vielleicht ändert sich durch die Neuerung auch überhaupt nichts, denn jedem Käufer von Lootboxen dürfte bewusst sein, dass es immer auch eine Art Glücksspiel darstellt, welche Gegenstände man erhält - was auch teilweise den Reiz des Ganzen ausmacht. Aber nun ist man theoretisch in der Lage, ganz besonders dreist agierende Entwickler auszumachen und bewusst zu meiden. Zumindest also ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

Damit geht Apple denselben Weg, den bereits die chinesischen Gesetzgeber gegangen sind. Dort wurde das Anti-Glücksspielgesetz dahingehend verschärft, dass Entwickler bei Lootboxen transparent sein müssen. Die Wahrscheinlichkeit, wie oft welcher Gegenstand erscheint, muss zwingend angegeben werden. Blizzard sah sich etwa bei Overwatch bereits gezwungen, zu handeln. In der chinesischen Version von Overwatch erwirbt man nicht mehr direkt Lootboxen, sondern In-Game-Währung zum Erstellen von Items. Lootboxen sind dann nur noch eine Art "Bonusbeigabe" als Dankeschön für den Kauf.

Wenn Apple diesen Weg geht, könnte Google mit Google Play unter Umständen bald nachziehen. Und wenn eine Entwicklung, die im Mobile-Bereich ihren Anfang nahm, eben dort nun so eingeschränkt wird, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis es auch den PC- und Konsolenmarkt erreicht.