"In ein paar Monaten ist Anthem sicherlich ein grandioses Spiel mit mächtig vielen Inhalten. Aktuell sorgt das Gameplay zwar für jede Menge Spaß, wird aber nach der Kampagne zu schnell eintönig." - Marvin Fuhrmann

Electronic Arts will seine „Origin Access“- und „Origin Premier“-Dienste pushen, indem Abonnenten vorläufigen Zugang zu den neuesten Spielen bekommen und vor allen anderen loslegen dürfen. Nur blöd, dass die Spiele der Vergangenheit gezeigt haben, dass dies immer ein Nachteil für den Spieler selbst ist. Anthem setzt dem Ganzen im Endeffekt nur die Krone auf und beerdigt – zumindest für mich – das Thema Early Access mit Pauken und Trompeten. Denn Anthem steckte in den ersten Tagen bis zum Hals in Bugs, Problemen und Frustmomenten.

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Der Eindruck von Anthem wurde durch diese groben Schnitzer immer wieder getrübt. Immerhin bestehen diese nicht erst seit gestern. Eine VIP-Demo und eine offene Beta sollten normalerweise reichen, wenn das Spiel halbwegs optimiert wurde oder die Zeit bis zum Launch nicht gekürzt wird. Bei Anthem wurde die Zeit zu knapp und das Spiel eben nicht auf Hochglanz poliert. Schade, denn unter der Haube steckt ein spaßiger Shooter, der nur etwas mehr Zeit gebraucht hätte.

Mehr Zeit für die Probleme und mehr Zeit für abwechslungsreichere Missionen. Am Ende des Tages werden die Spieler nämlich nicht an das Spiel gebunden, wenn sich in 20 Stunden der Kampagne nichts in Sachen Missionsdesign ändert und selbst das große Finale mit den ewig gleichen Mechaniken aufwartet. Mir und vermutlich vielen anderen Spielern fehlt dann einfach die Motivation, noch bis zum Endgame und darüber hinaus zu grinden. So traurig es klingt, aber aktuell sind die Spieler am besten damit beraten, einen Monat „Origin Premier“ zu abonnieren, einen Blick auf Anthem zu werfen und danach den Abo-Dienst wieder hinter sich zu lassen. Zumindest bis Anthem wieder auf dem richtigen Weg ist.

Anthem ist für PC, PS4 und Xbox One erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Pro

  • Tolle Welt, die optisch ein absoluter Hingucker ist
  • Vier Javelins bieten komplett unterschiedliche Spielstile
  • Dank verschiedener Fertigkeiten-Mods bieten sich mehrere Kampfoptionen
  • Riesige Effektgewitter in den Schlachten

Contra

  • Leider bleibt die Geschichte durchweg eher fad
  • Missionen bieten nur sehr wenig Abwechslung und bleiben austauschbar
  • Große technische Macken zum Start, die den Spaß für Early-Access-Spieler verdorben haben
  • Um bis zum Endgame zu gelangen, muss sehr viel Grind betrieben werden
  • Der Ingame-Shop wird dem Spieler schon arg auf die Nase gebunden

Grafik

Die Welt von Anthem ist wunderschön und sehr fantasievoll. In den Kämpfen bekommt ihr richtiges Effektgewitter zu sehen.

Sound

Hier kracht und knallt es durchgängig. Anthem bringt brachialen Sound auf die Ohren.

Gameplay

Dank vier unterschiedlicher Javelins habt ihr eine Menge Möglichkeiten, euch auszutoben. Die Missionen selbst sind aber eher monoton.

Multiplayer

Definitiv besser mit Freunden. Auch, wenn das Zusammenspiel nicht ganz so wichtig ist.