Anja Rudlaff & Jörg Pitschmann

Am 26.10.2006 ist es soweit: mit »Anno 1701« erscheint der dritte Titel der bekannten Anno-Reihe aus dem Hause Sunflowers. Grund genug für uns, die Sonnenblumen-jungs mal auf der GC zu besuchen und sie mit hochnotpeinlichen Fragen über das Spiel zu konfrontieren.

Soviel schon mal vorneweg: Das Spiel wird DER Knaller - zumindest, wenn man den Aussagen von André Bernhardt, seines Zeichens Product Manager bei den sympathischen Power-Flowers, glauben darf.

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Kenner der Reihe wissen, was sie erwartet, denn das Spiel bietet hinlänglich bekannte Kost, wobei die Entwickler von »Related Designs« bestrebt waren, die Vorzüge der Vorgänger zu übernehmen und diese zu ergänzen. So wird dem neuen Titel wieder ein Mehrspielermodus für maximal vier Spieler über LAN oder Internet spendiert, der schon beim Urvater »Anno 1602« vorhanden war und bei dessen Nachfolger schmerzlich vermisst wurde. Außerdem versicherte Bernhardt uns auf bohrende Nachfrage, daß auch Neueinsteiger ohne besondere Vorkenntnisse sich schnell im Spiel zurechtfinden werden. So wird es zwei unterschiedliche Tutorials geben - eins für Anfänger und eins für Kenner der Reihe - sowie eine detaillierte Hilfefunktion. Das erfüllt uns mit Freude und sorgt für warmes Lächeln. A propos Lächeln: ein zufriedenes Grinsen dürfte sich auch angesichts des angekündigten »Deathmatch«-Modus einstellen. Zumindest bei solchen Zockern, die ihre hochverehrte Gegnerschaft gerne zu Tode wirtschaften. Denn das Kriegshandwerk spielt auch im Jahre 1701 im Anno-Universum nur eine untergeordnete Rolle. Wer will, kann natürlich militärisch aufrüsten. Doch mit den maximal sieben unterschiedlichen Einheitentypen, die zur Verfügung stehen werden, dürfte kreatives Metzeln nur begrenztes Vergnügen bereiten.

Doch wir wollen nicht meckern; wer Gegnern lieber mit echtzeitstrategischen Mitteln die Fresse polieren möchte, wird nicht

Anno 1701 - Reif für die Insel - Anno 1701 auf dem Weg zu neuen Ufern.

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gerade zu Sunflowers eher friedlicher Wirtschafterei greifen. Doch es gibt ja noch mehr Möglichkeiten, Mitbewerber aus dem Rennen zu kegeln. So wurde erstmals die Möglichkeit der Geheimdiplomatie eingeführt. Damit ist es beispielsweise möglich, dem Gegner einen umtriebigen Demagogen unterzujubeln, der dessen Völkchen durch kämpferische Reden für eine gewisse Zeit vom produktiven Arbeiten abhält. Der Clou: bei mehr als zwei Spielern weiß der Betroffene nicht, wer ihm das Kuckucksei untergeschoben hat. Das läßt viel Raum für Missmut und Spekulation. Wer mit seinen Mitspielern lieber auf Ringelpietz mit Anfassen steht, für den wird auch ein Koop-Modus spendiert. Da treffen sich dann kuschelfreudige Spieler auf Samtkissen, trinken gemeinsam Gurkentee und zünden Problemkerzen an. Das berührt uns.

Packshot zu Anno 1701Anno 1701Erschienen für PC und DS kaufen: Jetzt kaufen:

Es lebe das Single-Dasein
Allen Verbesserungen im Multiplayer-Bereich zum Trotz stellt der Singleplayer-Modus jedoch nach wie vor den wichtigsten Aspekt im Spiel dar. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das beliebte Endlosspiel, bei dem einige Unstimmigkeiten der Vorgänger ausgeräumt wurden. So gibt es zum Beispiel nach Aussagen unseres freundlichen Sonnenblumen-Mitarbeiters künftig keine Sackgassen im Spielablauf mehr. Stattdessen wird gesiedelt und gewirtschaftet, bis der Prozessor glüht. Auch für den Fall, daß alles getan ist und man über eine prosperierende Großstadt mitglücklichen Einwohnern verfügt, wurde von den Entwicklern vorgesorgt. Um zusätzliche Anreize zu schaffen, wird es nämlich Belohnungen über ein sogenanntes Ehrensystem geben. Damit werden besondere Aufbauleistungen im Spiel gewürdigt, die einige Überraschungen freischalten. Das wird auch im Mehrspielermodus funktionieren, wobei dann nur der jeweils schnellste Spieler aus dem Füllhorn der üppigen Anerkennungen kosten darf. Ebenfalls möglich: das aus anderen Spielen wohlbekannte Questen. Dabei soll es sich um Aufgaben aus ganz unterschiedlichen Bereichen handeln, die dem Spiel wiederum eine eigene Wendung geben können.

Wer bei unserer Aufzählung aber den Kampagnenmodus vermisst, liegt goldrichtig. Den wird es nämlich nicht geben. Da hilft auch kein Heulen und Zähneklappern. Immerhin - auf unsere Nachfrage, ob eine spielbare Kampagne womöglich als Addon nachgeliefert werden könnte, hüllte sich der PR-Mann in beredtes Schweigen und zitierte nur eine beliebte japanische Automarke: »Nichts ist unmöglich«.

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Ausblick
»Anno 1701« bietet gegenüber seinen Vorgängern einige sinnvolle Verbesserungen und besticht, zumindest in der derzeitigen Fassung und auf schnellen Rechnern, mit wunderschöner und detailreicher, stufenlos zoombarer Grafik. Wenn die von Sunflowers angekündigten Extras wie das Belohnungs- und Questsystem tatsächlich die geplanten Spielverbesserungen mit sich bringen und auch der Multiplayerpart funzt, dann könnte das Spiel seinem berühmten Vorfahren tatsächlich den Rang ablaufen. Ende Oktober sind wir schlauer. Und Ihr dann natürlich auch.