Fans komplexer Aufbauspiele ist die Anno-Serie seit Jahren ein Begriff. Erkunden, Siedeln, Handeln, Erobern und vieles mehr steht nun auch für DS-Spieler auf dem Programm. Haben es die Entwickler rund um Sunflowers geschafft, das charmante Spielprinzip auf Nintendos Handheld zu portieren? Wie gut funktioniert die Steuerung per Touchpen? Wir greifen zum Kompass und hissen die Segel - auf zu neuen Ufern!

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Land in Sicht!
Zu Beginn des Spiels habt ihr die Wahl zwischen einer Kampagne mit vorgegebenen Zielen und dem freien Endlosspiel. Die Kampagne ist dabei so aufgebaut, dass ihr kontinuierlich mit dem insgesamt relativ komplexen Spielgeschehen vertraut gemacht werdet. So lernt ihr Stück für Stück wie man Inseln besiedelt, Wirtschaftskreisläufe aufbaut und ein schlagkräftiges Militär zusammenstellt. Beim freien Endlosspiel bestimmt ihr die Parameter dagegen selbst. Wer mag, konzentriert sich ausschließlich auf den ökonomischen Aspekt und geht sämtlichen Gefechten aus dem Weg. Zudem lässt sich die Größe und Fruchtbarkeit der Spielwelt auswählen.

Anno 1701 - Auch auf Nintendos Kleinstem ganz groß - Sunflowers Aufbau-Hit

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Dank zwei Bildschirmen habt ihr stets den Überblick.
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Wer Anno vom PC kennt, wird auch mit der etwas abgespeckten DS-Version sofort warm. Zunächst startet ihr mit einem einfachen Kolonisierungsschiff inmitten des Ozeans. Nun gilt es das Umfeld soweit wie möglich zu erkunden und eine Insel mit üppigen Rohstoffvorräten zu finden. Habt ihr das passende Stück Land ausgemacht, errichtet errichten. Mit einem Forsthaus und Steinmetz sorgt ihr zunächst für die wichtigsten Rohstoffe, die ihr für die weitere Expansion benötigt.

Neben den Rohstoffen und Gütern spielt natürlich auch die Bevölkerung eine große und zugleich wichtige Rolle. Um eure Einwohner langfristig zufrieden zu stellen, sollte die Ansiedelung von Beginn an gut durchdacht sein. Die Grundlage für eine hohe Bevölkerungszahl ist die Bereitstellung zahlreicher Wohnhäuser. Ein wichtiger Aspekt dabei ist ein gut durchdachtes Straßennetz - sowohl die Feuerwehr und Polizei als auch Ärzte können Einwohnern nur dann helfen, wenn ihr Haus an das Straßennetz angebunden ist.

Bevölkerungsentwicklung und Luxusgüter
Ist die Grundversorgung durch Einsatzkräfte sichergestellt, solltet ihr über die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen wie Schulen, Kathedralen, Badehäuser und Gaststätten nachdenken. Jedes dieser Gebäude hat ein symmetrisches Einzugsgebiet, in dessen Grenzen alle angesiedelten Bürger die Vorzüge der Einrichtung in Anspruch nehmen können. Es bietet sich also an, Stadtzentren zu bauen in denen alle Annehmlichkeiten errichtet werden. Die Wohngebiete erstrecken sich dann rund um diese Stadtkerne.

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Der obere Bildschirm gibt Auskunft über die Rohstoffvorkommen auf der angewählten Insel.
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Wer es schafft, die Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen, darf kräftig an der Steuerschraube drehen. Je mehr die Bürger geboten bekommen, desto bereitwilliger nehmen sie hohe Steuern in Kauf. Jede Bevölkerungsschicht hat zudem eine bestimmte Kombination an Bedürfnissen - erfüllt ihr alle, entwickelt sich eine neue und anspruchsvollere Bevölkerungsschicht, die allerdings auch mehr Steuern zahlt. Neben bestimmten Gebäuden sind auch zunehmend Produkte wie Kleidung, Tee oder Gewürze gefragt.

Im Laufe des Spiels entwickeln sich die Wirtschaftskreisläufe zu immer komplexeren Strukturen. Bestimmte Luxusgüter erfordern zum einen spezielle Rohstoffe und zum anderen eine Verkettung von Industriezweigen. Wer beispielsweise Kleidung produzieren möchte, muss zunächst eine Baumwollplantage errichten und die dort produzierten Güter in der Schneiderei weiterverarbeiten. Um die entsprechende Kooperation beider Fachbetriebe zu gewährleisten, reicht es allerdings, beide Betriebe per Straßennetz zu verbinden beziehungsweise ein gemeinsames Lager zwischen zu schalten. Ist die Produktion bestimmter Güter nicht mehr lukrativ genug, könnt ihr die Betriebe entweder abreißen oder zur Einsparung laufender Kosten vorübergehend stilllegen.

Wer seiner Bevölkerung kurzfristig bestimmte Güter zur Verfügung stellen möchte, ohne die dafür erforderlichen Industriezweige zu errichten, kann sämtliche Waren auch alternativ einkaufen. Interessant ist, dass sich sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise offensichtlich nach den Prinzipien der freien Marktwirtschaft entwickeln. Wer den Markt durch den häufigen Verkauf eines Produktes überschwemmt, der treibt die Preise in den Keller.

Auf zu neuen Ufern!
Expansion ist bei Anno 1701 nicht auf die Grenzen einer Insel beschränkt. Wer mag, errichtet einen Hafen und baut weitere Kolonisierungsschiffe, mit denen sich auf anderen Inseln ein neues Kontor konstruieren lässt. Zudem ist es wichtig, ein umfangreiches Militär aufzubauen, mit dem ihr euch gegen Angriffe von Piraten zur Wehr setzt. In Kasernen rekrutiert ihr Soldaten, die ihr auf Stützpunkte, Warenlager und Kriegsschiffe verteilen könnt. Sollte es zum Gefecht kommen, gewinnt immer die Streitkraft, die aus mehr Soldaten besteht - eine simple und zugleich sehr transparente Lösung.

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Das Endlosspiel lässt sich jederzeit speichern und wiederherstellen.
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Die Steuerung der Nintendo-DS-Version verdient ein großes Lob. Das Spiel lässt sich hervorragend per Touchpen steuern und dürfte somit sogar Fans der PC-Fassung in seinen Bann ziehen. Egal ob ihr Straßennetze baut oder aus dem vertikal angeordneten Symbolmenü wählt, alles funktioniert bequem per Stiftsteuerung. Ebenfalls genial ist die Möglichkeit, die Tasten des DS frei mit bestimmten Funktionen zu belegen. Auf die Weise gelangt ihr blitzschnell per Knopfdruck ins Handelsmenü oder errichtet in wenigen Sekunden Straßen und Gebäude.

Schicke Optik mit vielen Details
Auch grafisch weiß das Spiel zu gefallen. In zwei verschiedenen Zoomstufen beobachtet ihr die faszinierende Spielwelt. Fleißige Handwerker schieben Rohstoffe in ihren Schubkarren vor sich her, Schafe grasen auf den Wiesen, Angler fischen im Ozean und vieles mehr.

Somit haben es die Entwickler auch auf dem DS geschafft, dem Spiel den gewohnten Charme zu verpassen. Ärgerlich ist nur, dass es keine Möglichkeit gibt, das Spiel zu beschleunigen. Wenn ihr also auf eine bestimmte Summe spart oder euch aktuell ein paar Rohstoffe für die Konstruktion eines bestimmten Gebäudes fehlen, müsst ihr einfach warten.