Sie ist eine Perle der Renaissance und ihr Karneval weltberühmt: Die Lagunenstadt Venedig lockt jedes Jahr Millionen Touristen mit ihrer Geschichte von Handel und Wohlstand, den klassischen Bauwerken und der reizenden Mischung aus Okzident und Orient. Kein Wunder, dass man sich genau diese Stadt als Namenspaten für die erste Erweiterung zu Anno 1404 ausgesucht hat.

Schließlich treffen genau diese Kulturen schon im Hauptspiel aufeinander. Außerdem steht wohl kaum ein Mensch so sehr für Entdeckerdrang und Abenteuerlust wie der Venezianer Marco Polo…

ANNO 1404: Venedig - Der erste Trailer zum Anno-Addon

Doch was wäre Marco Polo ohne eine verwegene und geldgierige Crew gewesen? Im besten Falle ein Visionär, im schlechtesten ein Spinner. Damit es uns vor dem Monitor nicht so geht, hat man bei Related Designs und Blue Byte auf die Fans und Kritiker gehört. Denn Anno 1404 war ein sehr gutes Spiel, warum der Mehrspielermodus aus dem Vorgänger Anno 1701 allerdings verschwunden ist, blieb bis zuletzt ein Rätsel. Mit geschwollenen Segeln kommt der Mehrspielermodus jetzt auf der venezianischen Unterstützungsfregatte angeprescht.

ANNO 1404: Venedig - Ein fast perfektes Addon

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Der Zauber der Lagunenstadt wird perfekt eingefangen.
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Aber nehmen wir dem Highlight erst einmal etwas den Wind und beschäftigen uns mit der Frage, wieso der Name Venedig es überhaupt in die Anno-Serie schafft – mit dem großen Entdecker hat das nämlich eigentlich nichts zu tun. Stattdessen gibt es einen neuen Inseltyp, der mit Kanälen und typisch venezianischen Gebäuden, Zypressenhainen und kleinen Gärtchen aufwartet. Aktiv gespielt werden kann die pittoreske Fraktion nicht, sie steht lediglich als Handelspartner zur Verfügung und bildet den Rahmen für die 15 neuen Solo-Szenarien.

Mit Giacomo Garibaldi betritt außerdem eine neue KI-gesteuerte Figur die Bühne, mit der wir vortrefflich handeln können. Für den Warenfluss stehen zwei neue Schiffstypen zur Verfügung. Die kleine Kogge ist schnell und stabil und somit bestens für Transportaufgaben in Kriegszeiten geeignet. Die große Kogge übertrumpft mit ihren Werten sogar das Flaggschiff, kostet allerdings auch 80 Goldstücke Unterhalt.

Packshot zu ANNO 1404: VenedigANNO 1404: VenedigErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Feuer und Flamme

Neben den venezianischen Inseln tauchen die Vulkaninseln aus dem Meer auf, die den Spieler Vorteile gegen Risiken abwägen lassen. Von den normalen Inseln ist das Prinzip der wählbaren Rohstoffe bekannt. Doch während man auf den herkömmlichen Eilanden mit Hilfe von Samen Pflanzen ansiedelt, lässt sich bei den Vulkanen Stein, Erz oder auch Kohle den Inselrohstoffen hinzufügen. Im Gegenzug droht ein Vulkanausbruch, der per Zufallsgenerator gesteuert wird und vernichtende Wirkung hat. Das rot glühende Magma sorgt für feurige Probleme.

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Der Venezianer Garibaldi hat einige Aufträge für uns in Petto.
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Außerdem führen die Szenarien den Spieler an die neuen Spielmechaniken heran, wenn wir nicht gerade einfach nur mit unserem Schiff ein Labyrinth durchfahren und dabei das Zeitlimit von einer Stunde einhalten. Insgesamt bieten die Szenarien etwa 40 Stunden Spielzeit, etwa doppelt so viel wie in Anno 1701. Dabei sind die aufgabenbasierten Missionen in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt.

Geschichten und Minigames kommen dabei genau so zum Tragen wie nahezu unlösbare Aufgaben. So soll man in seinem Reich 2000 Adlige ansiedeln, ohne dass auch nur ein Goldklümpchen an Steuern gezahlt wird. Was an sich schon recht schwer ist, scheint hier auf den ersten Blick unlösbar.

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Schiffe bilden ein Handelsnetz, das essentiell für unsere Wirtschaft ist.
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Über anspruchsvolle Aufgabenstellungen hinaus gibt es neue Spielelemente, die besonders im Mehrspielermodus für ausgeraufte Haare sorgen. Namentlich sind das der Spion und die venezianische Ratsversammlung. Ersterer wird in zuvor errichteten Geheimkabinetten ausgebildet und selbige können in ihrem Einflussradius auch feindliche Spione abwehren, da hier Wachen patrouillieren.

Hat man einen Spion ausgebildet, kann man ihn feindliche Gebäude besetzen lassen, wobei er je nach Gebäudetyp und -stufe andere Aktionen ausführt. Vom kleinen Feuerchen über vergiftete Trinkwasservorräte bis zum Auftritt als Propheten, der die Bürger von der Arbeit abhält, ist vieles möglich. Damit man bei der Wahl des Einsatzortes vorhandene Geheimkabinette nicht entdeckt, können diese die Form anderer Gebäude annehmen.

Befindet sich in unserer Stadt ein gegnerischer Spion, bekommen wir zudem eine Nachricht und haben eine kurze Zeit die Möglichkeit, ihn in der Spielwelt ausfindig zu machen und anzuklicken, wodurch die Sabotage scheitert.

Mit Rat und Tat

Für mindestens genauso viele graue Haare sorgt die Ratsversammlung, ein strategisches Mittel zur feindlichen Übernahme ohne Waffengewalt. Passend zu den Kaufleuten der Lagunenstadt bekommt jede Siedlung eine Ratsversammlung mit fünf Sitzen verpasst. Diese lassen sich gegen viel Geld kaufen, wobei der Wert der Stadt und damit auch der Wert der Sitze mit ihrer Größe und auch der Anzahl der Deko-Objekte wächst.

Anno 1404 war gut, durch die Erweiterung wird es nahezu perfekt.Fazit lesen

Hat ein Spieler die Mehrheit der Sitze inne, kann er sich den Stadtschlüssel kaufen. Das kostet in der Regel zwar ein Vermögen, macht die entsprechende Siedlung jedoch zu seinem Eigentum. Nach der erfolgreichen Transaktion gibt es eine Cooldown-Zeit, damit das Geschacher nicht sofort weiter geht. Wer das neue Mittel strategisch einsetzt, kann seinem Gegner somit gezielt empfindliche Schläge gegen den Wirtschaftskreislauf verpassen und sich selbst neuen Besitz aneignen.

Die wichtigste Neuerung ist natürlich der Mehrspielermodus, in dem bis zu acht Spieler mit- oder gegeneinander spielen können. Klassisch ist der aus Anno 1701 bekannte Modus, in dem die Spieler alle ihre eigenen Interessen verfolgen und es früher oder später zu Auseinandersetzungen kommt. Hier sorgen besonders die neuen Möglichkeiten der Sabotage und der Ratsversammlung für eine Menge Spaß.

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Als Spieler verfügt man nur über die herkömmlichen mittelalterlichen Gebäude.
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Völlig frisch ist der kooperative Modus: Hier teilen sich mehrere Spieler die Ressourcen und verwalten ein Reich. Am sinnvollsten ist diese Option, wenn man vorher eine Aufgabenteilung vereinbart. Schade nur, dass die Szenarien sich nicht ebenfalls kooperativ spielen lassen, Teamwork ist nur im freien Spiel möglich.

Wenig ändert sich an der technischen Präsentation. Anno 1404 ist das hübscheste Aufbau-Strategiespiel auf den sieben Weltmeeren. Die schicken venezianischen Gebäude und die Vulkaninsel bereichern die sowieso schon vorhandene Vielfalt noch zusätzlich und auch am Sound und der Netzwerkfunktionalität lässt sich nichts aussetzen.