Mit Titelheld Assil und seiner Begleiterin Thara haben die Frankfurter von Deck 13 zwei der neuen Sterne am Adventurehimmel geschaffen. Zweimal auf dem PC und einmal auf dem DS durfte man sich bislang mit dem Pärchen ins Abenteuer stürzen.

In Form von Kampf der Götter steht nun der vierte Ausflug ins alte Ägypten an. Wir haben natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, um euch zu berichten, wie es Ende 2007 um die Rätselwelt am Nil bestellt ist.

Ankh - Kampf der Götter - Trailer

Verbringt man etwas Zeit in der Spielebranche, bekommt man schnell ein gutes Gefühl für die verschiedenen Typen von Entwicklern. Da gibt es die aalglatten Supermacher, die Engines auf den Markt werfen, deren technisches Grundgerüst andere Hersteller allenfalls nach Monaten der Schulung durchblicken würden. Dort gibt es wiederum die liebevollen Geeks, die mit einem regelrechten Tunnelblick nur ihr Projekt und vielleicht den ein oder anderen Konkurrenztitel vor Augen haben. Und dann gibt es zwischen diesen kategorischen Stühlen auch noch die deutschen Spieleentwickler. Sie produzieren – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – beinahe ausschließlich für den nationalen Markt und vermögen es dort immer wieder den Nerv der Zeit und den der Kundenwünsche zu treffen.

Ankh - Kampf der Götter - Göttlicher Lachkrampf: Assil begeistert auch im dritten Anlauf!

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Auch Kampf der Götter gelingt wieder eine Mischung zwischen Comiclook und modernen Effekten.
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Ein gutes Beispiel dafür sind die Frankfurter von Deck 13. Mit ihren Titeln „Ankh“ und „Jack Keane“ befriedigten sie just die tausendfachen Wünsche verzweifelter Guybrushler, die sich nach jedem durchgespielten Adventure wieder eine Prise mehr „Monkey Island“ in ihrem Lieblingsgenre wünschten. Und so warfen sich Freibeuter Jack Keane und vor ihm schon Tolpatsch Assil wie Manna in die ausgestreckten Arme der Massen. Ankh-Träger Assil ist nun mittlerweile bereits zum dritten Mal zurück, die Werte des Lucas Arts'schen Möchtegern-Piraten aufrecht zu erhalten und für skurrilen Rätselspaß zu sorgen.

Eins zu Null für Isis

Doch „Ankh“-Kennern ist klar: Ohne den Pseudo-Flaschenöffner (Für Nichtkenner der Reihe: Eben jenes Ankh ist gemeint) gibt es kein Abenteuer. Doch um dieses Problem kümmern sich gleich zu Beginn zwei alte Bekannte. So machen Feuerspucker Vulkan und Hellseher Take-Tut-Cachun schon im Intro-Film eine erschütternde Entdeckung: das Auftauchen des Kamel-Sternbilds.

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Viele Charaktere dürften Kennern der Vorgänger bekannt vorkommen, wenngleich hier vielleicht in neuen Rollen.
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Dieses verheißt bei Erscheinen den Anbruch des Kampfes der Götter, eines traditionellen Turniers unter den überirdischen Wesen, deren Sieger schließlich zum Herrscher von Ägypten gekürt wird. Und hat man sich einmal als Experte im Retten von Ägypten und im Umgang mit Göttern bewiesen, kann man dies auch ein zweites, drittes und hier sogar viertes Mal tun. Denken sich zumindest die beiden Sterngucker und beliefern den guten Assil erneut mit dem metallischen Störenfried.

Assil, er lebe hoch! Kampf der Götter macht da weiter, wo seine gelungenen Vorgänger aufgehört haben.Fazit lesen

Dazu schleichen sie sich in das frisch errichtete Eigenheim der beiden Turteltäubchen Assil und Thara und hängen dem Sohn eines Inneneinrichters das Plappermaul mit göttlichem Innenleben einfach um den Hals. Als kurz darauf Feuerbälle als Vorboten des Turniers vom Himmel stürzen und das Haus von Assil und Thara in Brand setzen, ist auch den beiden klar, dass sie sich unvermeidlich am Anfang eines neuen Abenteuers befinden.

Und als sich die beiden nach einer ganzen Weile Rätselei schließlich auf den Weg nach Luxor machen, ist auch den Kennern der Vorgängertitel auf dem PC eines klar: Eine Wiederverwertung der Schauplätze wie noch in „Herz des Osiris“ gibt es in „Kampf der Götter“ nicht.

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Nachts wird das tagsüber menschenleere Luxor zu einem Paradies für Glücksspieler.
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Die neuen Schauplätze sind dabei überaus liebevoll ausgestaltet: Ob das große und zumindest bei Nacht sehr lebendige Luxor mitsamt riesigem Casino, ein Wikingerdorf im fernen Norden oder gar das Reich der Götter selbst – die Schauplätze warten mit einer tollen Gestaltung und erneut einer gelungenen Mischung aus wildem Comiclook und modernen Grafikeffekten auf. Sehr hübsch: Betritt man ein neues Gebiet, wird einem dieses mit einer schönen Kamerafahrt durch die Region kurz vorgestellt.

Doch neben den Spielabschnitten kann auch das Charakterdesign überzeugen. Allerlei witzige Figuren trifft man auf seiner Reise, während der man neben Assil auch wieder Thara lenken darf und für einige Rätsel auch lenken muss.

Benutze Gummihuhn mit Krokodil

Angesprochene Rätsel sind dabei zwar zum Teil skurril und abgedreht, doch durch die Bank weg fair. Da man als Hilfsmittel alle zur Interaktion verfügbaren Objekte per Tastendruck einblenden darf, entfällt schon einmal das in vielen Titeln nervige Pixelsuchen auf dem Bildschirm. Dazu hat man die wichtigsten Aufgaben jederzeit in einer Art Aufgabenbuch parat, so dass man nie den Überblick über das eigentliche Ziel verliert.

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Um an Otternasen zu kommen, muss Assil zunächst ein Babykrokodil für einen Koch besorgen.
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Ansonsten ist meistens nach kurzer Zeit klar, wie man zum Ziel kommt. Lediglich der ein oder andere längere Weg zwischen verschiedenen Personen oder Gegenständen nervt ein wenig. Alles in allem haben die Entwickler aber einen tollen Kompromiss zwischen logischen Rätseln und abgedrehten Aufgaben gefunden. Da werden Baby-Krokodile gegen Otternasen getauscht, Wege aus irren Labyrinthen gesucht und Gummihühner mit Nachrichten im Hintern aus hölzernen Raketenwerfern abgefeuert.

Was fehlt also noch zum gelungenen Rätselspaß? Ganz klar: gute Sprecher. Und dass man die bei Deck 13 hat, beziehungsweise dass man dort weiß, wo diese zu finden sind, haben die Frankfurter schon bei der Vertonung der ersten „Ankh“-Teile und bei „Jack Keane“ bewiesen. So macht es auch in „Kampf der Götter“ schon allein Spaß, den tollen Sprechern um Oliver Rohrbeck, (bekannt als deutsche Stimme von Ben Stiller), Thomas Danneberg (oft als deutsche Stimme von John Cleese aktiv) und Engelbert von Nordhausen (Kinogängern als deutsche Vertonung von Samuel L. Jackson bekannt) zuzuhören. Der dezente aber sehr gute Soundtrack rundet die starke akustische Leistung ab.

Da war doch noch was...

Macht „Kampf der Götter“ also alles richtig, was ein konservatives Adventure heutzutage richtig machen kann? Leider nicht ganz. Denn eine schon in den Vorgängern aufgefallene Schwäche konnte Deck 13 auch im dritten PC-Titel um Assil nicht beseitigen: die hakelige Kameraführung. Immer wieder verdeckt die Kamera durch automatische Drehungen oder Zooms wichtige Objekte oder Ausgänge. Dies lässt sich zwar leicht durch Bewegen von Assil oder Thara beheben, nervig ist es trotzdem.

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Auch die nordische Gottheit Thor hat es in den Kampf der Götter geschafft und treibt Schabernack mit Assil.
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Zudem sind einige Gegenstände leider nicht groß genug als Interaktionsfläche markiert, so dass man gerade bei Benutzung der Einblendtaste erst ein wenig suchen muss, wo man denn nun hin klicken soll. Zwar sind dies Kleinigkeiten, die den Spielfluss nur geringfügig stören, wahrnehmen tut man die Störung dann aber doch.

Ansonsten hat es Deck 13 jedoch geschafft ein solides Point&Click-Adventure zu kreieren, das mit seinem abgedrehten Humor in bester Tradition der altehrwürdigen LucasArts-Spiele steht. Die erneut kurze Spielzeit von unter zehn Stunden wird durch den geringen Preis von weniger als 30 € wieder gut gemacht.