Studio Ghiblis Gründer Hayao Miyazaki ist ein Meister seines Fachs, aber auch ein harscher Kritiker. Vor allem bei seinem Sohn Gorō Miyazaki, dem er nach seinem ersten Animationsfilm dazu riet, nie wieder einen Film zu machen.

Anime - Hayao Miyazaki über seinen Sohn Gorō: Er sollte aufhören, Filme zu machen

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Hayao Miyazaki wollte zunächst nicht, dass sein Sohn Gorō bei Die Chroniken von Erdsee Regie führt
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Als Studio Ghibli 2003 die Erlaubnis von Autorin Ursula K. Le Guin erhielt, ihren Roman Das ferne Ufer aus ihrer Erdsee-Reihe zu verfilmen, befand sich Hayao Miyazaki mitten in der Produktion zu Das wandelnde Schloss. Da man aber so schnell wie möglich mit der Pdouktion von Die Chroniken von Erdsee beginnen wollte, holte Produzent Toshio Suzuki Miyazakis Sohn Gorō Miyazaki an Bord. Hayao war allerdings entschieden dagegen, dass Gorō Regie führt und begründete es damit, dass er kaum Erfahrung im Animationsbereich habe. Nichtsdestotrotz blieb Gorō der Regisseur und der interne Streit führte dazu, dass Vater und Sohn während der gesamten Produktion nicht mehr miteinander sprachen.

Le Guin, die Studio Ghibli die Erlaubnis erteilte, tat dies, nachdem sie Hayaos Chihiros Reise ins Zauberland gesehen hatte. Ihr teilte man mit, Hayao Miyazaki habe entschlossen, nach Das wandelnde Schloss nicht mehr Regie führen zu wollen - eine glatte Lüge, um die Lizenz nicht zu verlieren.

Offenbar blieben die Fronten auch nach der Premiere von Die Chroniken von Erdsee verhärtet. Im Dokumentarfilm How Ponyo Was Born ist auch ein Segment, in dem Hayao ins Kino geht, um das Debüt seines Sohnes Gorō zu sehen. Keine Stunde nach Filmbeginn kommt er zu einer Zigarettenpause hinaus und sagt: "Es fühlte sich an, als habe ich drei Stunden da drinnen verbracht." Auch als der Film zu Ende ist, scheint sich seine Meinung nicht geändert zu haben. Auf die Frage, was er über den Film denke, antwortete er, "Ich habe mein eigenes Kind gesehen. Er ist noch immer nicht erwachsen. Das ist alles. Es ist gut, dass er einen Film gemacht hat. Damit sollte er aufhören."

Wenig später teilte Gorō über seinen Blog mit, dass sein Vater ihm mitgeteilt habe, dass er einen ehrlichen Film gemacht habe und es von daher gut sei. Wahrscheinlich war Miyazaki Senior einfach genauso enttäuscht vom Ergebnis wie andere Ghibli-Fans auch. Die Chroniken von Erdsee wurde in Japan sogar mit dem Japan's Bunshun Raspberry Award für den schlechtesten Film und Gorō als schlechtester Regisseur ausgezeichnet. Dennoch war der Film ein kleiner kommerzieller Erfolg und konnte weltweit 68 Millionen Dollar einspielen. Für einen Anime ein tolles Ergebnis. Im Vergleich zu anderen Werken Studio Ghiblis eine Enttäuschung.

Und was dachte Autorin Ursula K. Le Guin? Sie war schwer enttäuscht. Der Film habe wunderbare Bilder, das stehe außer Frage, aber sie erkannte ihre eigene Geschichte nicht mehr. Alles sei aus dem Kontext gerissen und die Geschichte des Animes drehe sich zu sehr rein nur um die Gewalt.

Gorō Miyazaki hat trotz der herben Rückschläge nicht aufgegeben. Sein nächstes Werk Der Mohnblumenberg von 2011 wurde beim Japanese Academy Award 2012 als bester Animationsfilm ausgezeichnet.

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