Beim Durchwühlen des Gamona-Inventars bin ich auf einen Artikel unseres ehrwürdigen Herr Thomaneks gestoßen, der vor einiger Zeit Animal Crossing: New Leaf getestet hat (Klick mich!). Damals war der Urlaub im verträumten Dörfchen noch schön günstig; wenn ihr aber in Pocket Camp zelten wollt, könnt ihr euch kaum Nintendos kleinen Mario-Händchen erwehren, die in eure Taschen krabbeln wollen. Und was die da möchten, wissen wir alle ganz genau.

Animal Crossing: Pocket Camp ist der erste Smartphone-Ableger der Reihe. Das erwartet euch im Spiel:

Animal Crossing: Pocket Camp - TrailerEin weiteres Video

Jep: Free-to-play-Spiele haben es faustdick hinter den Ohren und wollen trotz des “Spiel mich, ich koste nix”-Mottos ein wenig Geld einheimsen. Fakt ist, ihr müsst nichts bezahlen, auch nicht in Animal Crossing Pocket Camp. Aber ihr könnt. Und die Strategie im niedlichen Ableger der Reihe ähnelt leider den meisten anderen F2P-Games.

Animal Crossing: Pocket Camp - Das entspannendste f2p-Spiel, das ihr euch kaufen könnt

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Animal Crossing Pocket Camp im Test: Gruselige Tierchen wollen Orangen
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“Asdfghjklöälkjhgfdsdfg?”

Du möchtest Orangen haben? Oh klar, gerne, du kleines niedliches Tierchen mit deiner roboterhaften, seltsamen Quiek-Stimme und dem endlosen Geplapper, das nicht übersprungen werden kann! Tatsächlich aber wirken die Bewohner von Animal Crossing: Pocket Camp wie perfekt kopierte Klone aus der AC-Reihe, die im Inneren jedoch das pure Böse beherbergen, was sie in sadistischen, unverständlichen Flüchen auf mich loslassen, sobald sie mit mir reden wollen. Es sind die Stimmen aus der Hölle.

Doch lasst euch nicht verschrecken: Die Bewohner von Pocket Camp mögen zwar gruselig sein und auch gruselige Spieler anziehen, wie etwa Sektenführer und Gefängniswärter, aber das Gameplay ist wie erwartet entspannend, meditativ und ein bisschen süchtig-machend.

Das Zelten ist des Spielers Lust, das Ze-Geld-ten!

Na, wer hat den schönsten Zeltplatz? In Pocket Camp dreht sich alles um euer wundervolles kleines Zelt-Reich, das ihr mit ein paar Möbel bestücken könnt. Etwa ein grüner Smaragd-Schrank, eine coole E-Gitarre mit Verstärker oder doch lieber einen herzförmigen Teppich, der euch rosarot entgegen strahlt? Aber aufgepasst: Bestimmte Möbel ziehen bestimmte Tier-Charaktere an, die sich nur dann dazu herablassen, bei euch zu übernachten, wenn ihr das Design des Camps ihren Wünschen anpasst.

Warum sollen die überhaupt bei mir schlafen und meine Betten besetzen? Natürlich um Sternis einzuheimsen und wer Animal Crossing kennt, der weiß: Nein, damit ist kein Bier gemeint. Sternis gibt es nahezu für alle Aktionen, die ihr per Finger-auf-Bildschirm-Datschen ausführen könnt: Wünsche erfüllen, indem ihr Insekten, Fische oder Früchte sammelt und sie verschenkt; Objekte anfertigen lassen, Freundschaften schließen (die auch auf dem Erfüllen materieller Wünsche basieren, wie im echten Leben) und “Toll”s an andere Spieler vergeben, deren Zeltplatz ihr besuchen könnt.

Wie ihr euch die Freundschaft der Bewohner erkaufen könnt, zeigen wir euch gerne:

Mein Rat: Lügt einfach. Wenn ihr das Camp eines anderen aufsucht und ihr eigentlich findet, dass es ziemlich doof aussieht, ist das nicht schlimm. Ihr könnt trotzdem ein ‘Toll’ vergeben, denn dann stehen die Chancen gut, dass dieser Spieler euch irgendwann auch besucht und euch ein ‘Toll’ gibt. Und “Toll”s sind einfach toll, glaubt mir.

Animal Crossing: Pocket Camp - Das entspannendste f2p-Spiel, das ihr euch kaufen könnt

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Spieler, du kannst auch Blatt-Bons bezahlen, wenn du das Zelt gleich willst! Na? Na??
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Weniger Animal Crossing, mehr Blatt-Bons

Pocket Camp ist eine durchweg abgespeckte Version im Vergleich älterer Ableger. Statt einer offenen Welt warten lauter kleine Inseln auf euch, die ihr besuchen und immer wieder abfarmen könnt. Auch euer eigener, kleiner 10qm-Zeltplatz ist ziemlich winzig, wenngleich der Bereich mit steigendem Level erweitert wird. Für ein kostenloses Spiel auf dem Handy ist das natürlich völlig in Ordnung: Wären da nicht die Dollar-ähnlichen Blatt-Bons, die euch mit ihrem fiesen Geld-Grün ins Auge stechen.

Außen fein, innen jein: Entspanntes Farmen, dass euch (fast) kein Geld kostet.Fazit lesen

Blatt-Bons bekommt ihr auch im Spiel und ohne echtes Geld in euer Handy zu quetschen. Tatsächlich werdet ihr zu Anfang mit ihnen überschüttet, sodass schnell der Gedanke aufkommt: “Cool, ich brauche mir ja echt nix zu kaufen, ich hab’ ja genug”. Denkste. Denn irgendwie schwinden die Blatt-Bon-Einnahmen mit steigendem Level und während es immer länger dauert, neue, stylische Objekte anzufertigen, geratet ihr in Blatt-Bon-Not: 48 Stunden warten, bis das neue Zelt fertig ist; oder doch lieber einen Euro investieren? Hm.

Diese F2P-Strategie ist natürlich nicht neu, sondern so alt wie F2P selbst. Falls ihr kein Geld investieren wollt, gibt es nur eine Lösung: Investiert kein Geld. Spielt, bis ihr die Nase voll habt oder wartet eben die zwei Tage, bis ihr wieder in euer Camp inklusive neuem Zelt eintaucht. Spaß & Entspannung bietet Pocket Camp, aber ein vollwertiges Animal Crossing solltet ihr nicht erwarten.