Historisch angehauchte Echtzeitstrategiespiele liegen seit Jahren weit vorne in der Beliebtheitsskala passionierter Gamer. Alleine die "Age of Empires"-Reihe hat mehrere Millionen Zocker in ihren Bann gerissen. Bemühungen, den Genrekönig in Rente zu schicken, schlugen bisher allerdings immer fehl.

Nach "Rise & Fall" im letzten Jahr versucht im April nun "Ancient Wars: Sparta" sein Glück. Wir sind mit einer ersten Vorab-Version in die Antike abgetaucht, um zu sehen, ob der Titel gegen den Platzhirsch eine Chance hat.

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Viele Worte zum Spielprinzip müssen wir eigentlich nicht verlieren. Das Spiel gleicht seinen Genre-Konkurrenten oberflächlich betrachtet beinahe wie ein Ei dem anderen. Soll heißen, ihr müsst eine ausgeklügelte Basis aus den Angeln heben, fleißig Ressourcen abbauen und Einheiten rekrutieren, um den Gegner auszulöschen. Die magische Zahl in "Ancient Wars: Sparta" ist die 3: Drei Parteien, drei Kampagnen und drei Ressourcenarten erwarten euch.

Ancient Wars: Sparta - Spartanisch ist was anderes! Ancient Wars hat das Zeug, AoE 3 vom Thron zu stoßen!

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Zu den Waffen! Spartaner fallen in eine ägyptische Siedlung ein.
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So dürft ihr nicht nur die namensgebenden Spartaner befehligen, sondern auch Persern und Ägyptern unter die Arme greifen. Für jede Fraktion haben die Entwickler von World Forge eine eigene Kampagne designt. Die sind historisch angehaucht, nehmen etwa Bezug auf die persische Besatzung ägyptischer Ländereien. Auf einen drögen Historien-Schinken müsst ihr euch aber glücklicherweise nicht gefasst machen. Persönliche Konflikte der Heldencharaktere und Intrigen stehen im Vordergrund.

Wirklich spannend wird das im derzeitigen Stadium leider noch nicht präsentiert. Die zahlreichen Ingame-Zwischensequenzen ziehen sich wie Kaugummi und sind dramaturgisch höchstens im Genre-Mittelfeld anzusiedeln. Ebenso unspannend sind die Textbriefings vor Missionsbeginn, und auch die wenigen gerenderten Cutscenes hauen uns nicht wirklich vom Hocker. Liebe Designer, bitte nachbessern!

Packshot zu Ancient Wars: SpartaAncient Wars: SpartaErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Stets knapp bei Kasse
Kommen wir zurück zur eigentlichen Spielmechanik. Die drei spielbaren Völker haben selbstverständlich alle ihre Eigenheiten. So verfügen die Spartaner über kräftige Bogenschützen und mächtige Belagerungswaffen, darunter Katapulte und Belagerungstürme. Die Perser wiederum setzten auf eine starke Kavallerie und den Einsatz von Elefanten.

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Unsere persischen Belagerungselefanten auf ihrem Weg der Zerstörung.
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Allen Nationen gemein ist das dreigeteilte Ressourcenmodell. Holz und Gold werden für die Konstruktion von Gebäuden und das Ausbilden der Einheiten benötigt. Nahrung stellt den permanenten Hunger der Soldaten zufrieden. Bekommen die Burschen nämlich nicht hinreichend Futter, regenerieren sie ihre Gesundheit langsamer und kämpfen weniger effektiv. Aktuell ist die Ressourcenverteilung allerdings noch nicht ganz ausgereift. In vielen Einsätzen ist Gold viel zu knapp bemessen, und der Verlust jeder Einheit schmerzt. Daraus folgt, dass die Missionen mitunter zu schwierig ausfallen. Mit wenigen Truppen ganze Heere auszuschalten, das stellt selbst den gewieftesten Strategen vor Herausforderungen.

Leichenfledderei
Eigentlich könnten wir den Vorschauartikel an dieser Stelle bereits wieder beenden, wären da nicht einige besondere Features, die "Ancient Wars: Sparta" deutlich von der Konkurrenz abheben. In erster Linie meinen wir damit die sehr individuelle Einheitenverwaltung. Bereits bei der Rekrutierung dürfen die Soldaten in den Kasernen spezifisch mit Waffen und Rüstungen ausgestattet werden.

Je nach Forschungsgrad dürft ihr eure Mannen mit unterschiedlichsten Kombinationen ausrüsten. Ob ihr lieber gepanzerte Kämpfer mit großem Schild und Schwert oder offensive Tötungsmaschinen mit Speer und Bogen in die Schlacht schickt - diese Entscheidungen und noch viele mehr liegen alleine in eurem Ermessen. Doch damit nicht genug: Ihr dürft die Ausrüstung nicht nur vor der Ausbildung des jeweiligen Soldaten bestimmen, sondern ebenso direkt auf dem Schlachtfeld Waffen von gefallenen Gegnern einsammeln und nutzen.

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Bogenschützen sind im Vergleich mit Nahkämpfern derzeit noch zu stark.
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Im Eifer des Gefechts ist das unglücklicherweise recht umständlich, da alle Bewaffnungen einzeln aufgenommen werden müssen. Überhaupt ist das System in der Theorie momentan sinnvoller als in der Praxis. Wieso Forschung treiben und teure Elitetruppen ausheben, wenn viele billige Bogenschützen in der Masse effektiver sind? Auch hier gilt: Bitte an der Balance arbeiten, liebe Entwickler!

Kann Physik Spaß machen? Sie kann!
"Age of Empires 3" und "Company of Heroes" haben es vorgemacht, "Ancient Wars: Sparta" legt nach und baut aus. Die Rede ist von Physik als Spielelement. So gut wie jedes Objekt reagiert physikalisch nachvollziehbar, korrekt wäre übertrieben, auf äußere Einflüsse. Gebäude brechen bei Beschuss in sich zusammen und begraben unter Umständen - das gab es noch nie - Einheiten unter sich. Ihr könnt Fels- und Baumfallen errichten und Abhänge hinunter rollen lassen, um Feinde platt zu walzen. Hinzu kommt, dass Feuer sich in Windrichtung ausbreitet und Pfeile gegen den Wind merklich kürzer fliegen. Sehr cool, das Ganze!

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Romantische Stimmung auf dem Mittelmeer? Wenn ihr auf Tod und Verderben steht, ja!
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Auch sonst weiß "Ancient Wars: Sparta" in technischer Hinsicht zu beeindrucken. Die Grafik stellt mit ihren polygonreichen Einheiten, den geschmeidigen Animationen und der detaillierten Landschaft selbst Grafik-Fetischisten zufrieden. Nachteil der opulenten Optik: In größeren Schlachten kämpft das Spiel mit teils herben Performance-Problemen. Mehr als genug Arbeit also für die Entwickler, das Spiel bis zum Release im April auszubalancieren und die kleinen Wehwehchen auszumerzen.