Wieso sind die Mieten um den Central Park eigentlich so teuer? Und wie konnte man einen Park davor schützen, abgeholzt zu werden – und das mitten in einer der umtriebigsten Metropolen der Welt? Die wichtigste Frage ist aber: Welche unheimlichen Energien gehen von dem New Yorker Mittelpunkt aus? Schwarze Magie? Geheime Experimente?

Fragen über Fragen. Eden Games, die Entwickler des neuesten Ablegers der Alone in the Dark-Reihe, drehen gehörig am Mystery-Rad, um uns die Story des mittlerweile fünften Edward Carnby-Einsatzes so schmackhaft wie möglich zu machen. Aber hält das Spiel auch die hoch gesetzten Erwartungen? Wir haben uns die aktuellste Version mal genauer angesehen.

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Operette des Bösen

Etwas Böses geht in New York um. Eine unbekannte dunkle Macht frisst sich langsam aber sicher durch den Central Park. Überall strömen üble Monstrositäten aus riesigen Kratern und Rissen im Erdreich. Und mittendrin – Edward Carnby. Ohne Erinnerungen erwacht der einstige Geisterjäger mitten im Chaos. Wie ist er in diese Situation geraten? Und warum ist er trotz achtzig vergangenen Jahren um keinen Tag gealtert? Und was ist hier eigentlich los?

Alone in the Dark - Nicht nur für Nachtschwärmer: Edward Carnby ist wieder da - spannender als je zuvor.

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Die Handlung spielt sich größtenteils im Central Park ab - bei Nacht natürlich.
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Die Antworten auf all diese Fragen verrät unser Preview – leider nicht. Um die Story von „Alone in the Dark“, dem mittlerweile fünften Teil der beliebten Reihe, haben die Entwickler eine riesige Mauer des Schweigens hochgezogen, legen falsche Fährten und streuen kryptische Informationen auf mysteriösen Webseiten. Fast könnte man meinen, hier wolle jemand das Coca-Cola-Rezept vor der Preisgabe schützen.

Ist uns aber letztlich Schnuppe: Was zählt in einem Titel wie diesem sind Atmosphäre, Horror und Nervenkitzel. Und mit diesen Elementen halten die Entwickler nicht hinter dem Berg. Denn „Alone in the Dark“ kann weit mehr, als das Licht zu dimmen und seinen Hauptcharakter durch die Finsternis zu schicken. Vom unheimlichen Szenario über die Klangkulisse bis zum düster-morbiden Grafikstil brennen die Eden Studios eine minutiös geplante Oper des Grauens ab, die man so schnell nicht vergessen wird.

Packshot zu Alone in the DarkAlone in the DarkErschienen für PC, PS2, Wii, Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Grand Theft Carnby

Ein Kritikpunkt an den Vorgänger-Teilen war die stetig wachsende Annäherung an die Resident Evil-Reihe. „Alone in the Dark“ soll, wie die fehlende Seriennummer bereits impliziert, wieder zurück zu den Anfängen gehen. Will heißen: Der Survival-Anteil wird etwas zurückgefahren, dafür wird die Rätseldichte deutlich erhöht. Zudem möchten die Entwickler den streng linearen Spielverlauf vieler Action-Adventures vermeiden.

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Feuer ist der ärgste Feind des Gegners - Elektroshocks helfen aber auch.
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Als Konsequenz wird es nun neben beengten Kanalisationen und düsteren Tiefgaragen, die wenig räumliche Freiheiten bieten, auch so genannte „Free Roaming-Areas“ geben. Der Central Park z.B. wird völlig frei begehbar sein und lässt sich nach Belieben erkunden. Extra hierfür haben die Entwickler ein Verfahren entwickelt, um des New Yorkers liebste Grünzone eins zu eins nachzubauen.

Einhergehend mit diesen „Free Roaming-Areas“ ist natürlich auch eine gewisse spielerische Freiheit. So gibt euch die Minimap im GTA-Stil ein gewisses Ziel vor, das ihr erreichen müsst. Wie ihr dort hingelangt, ist euer Bier. Wer gern aufs Gaspedal steigt, könnte sich etwa eines der umstehenden Autos schnappen oder per Pedes zum Zielort laufen. Generell soll es für viele Probleme unterschiedliche Lösungswege geben.

Bleifuß im Central Park

Natürlich will bei Eden Games niemand ein neues GTA erschaffen, dennoch werden Fans des Rockstar-Gangsterspiels des Öfteren „Kenn ich!“ rufen dürfen. Denn die bereits erwähnten Autos darf man häufiger im Spiel nutzen, sogar ein Schadensmodell hat man den schicken Boliden spendiert. Außerdem müssen die flotten Flitzer für einige besonders coole Spielmomente herhalten.

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Action wie im Kino: Mit dem Auto durch das zerstörte New York.
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So befindet sich Edward in einer der rasantesten Szenen im Spiel auf der Flucht vor dem (noch) namenlosen Bösen. Der Asphalt der New Yorker Straßen bricht in sich zusammen, metertiefe Schluchten zerfurchen das einst majestätische Stadtbild. Wie besessen, treten wir in die Pedale unseres Autos, weichen Gesteinsbrocken aus, umfahren Gräben. In besonders brenzligen Situationen schaltet das Spiel in den Zeitlupenmodus – Adrenalinkino pur.

Im Munkeln ist eben doch gut Dunkeln: Edward Carnbys fünfter Einsatz dürfte gleichzeitig sein spannendster werden.Ausblick lesen

Man merkt also: Auch wenn es mehr Rätsel geben soll, wird noch für genügend Action gesorgt. Für die Begegnungen mit den Unterweltkreaturen wurde sogar das Kampfsystem überarbeitet. Statt einfach per Tastendruck einen Schlag auszulösen, führt ihr die Bewegung nun mit dem rechten Analogstick aus. Mit einem besonders schnellen Schwenk führt ihr also auch härtere Schläge aus.

Nur für Brandstifter

Das große Stichwort über „Alone in the Dark“ ist denn auch der „Realismus“. Bezeichnend hierfür: Die Physikengine. Edward kann mit vielen Gegenständen im Spiel interagieren oder sie (Eltern halten an dieser Stelle ihren Kindern bitte die Augen zu) einfach anzünden. Die Feuerphysik umschreiben die Entwickler mit wenigen Worten: Alles, was in der realen Welt brennen würde, ist auch im Spiel entflammbar.

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Kombiniert ihr verschiedene Gegenstände könnt ihr z.B. solche Flammenwerfer basteln.
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Das soll nicht einfach den Brandstifter in euch wecken, sondern hat durchaus spielerischen Nutzen. Die Gegner im Spiel sind nämlich allesamt extrem feueranfällig. Geht ihr also mit einem Besen oder Schlagstock auf die Ungetüme los, solltet ihr diese vielleicht vorher ins Feuer halten. Auch einige Rätsel löst ihr nur mit der Macht der Flamme: Eine verschlossene Tür aus massivem Holz gibt nach kurzer Feuereinwirkung endlich den Weg frei – clever.

Um ein Mittendrin-Gefühl zu erzeugen und so die Intensität des Grusel-Abenteuers zu erhöhen, verzichten die Entwickler auf jegliche Bildschirmanzeigen. Eine Lebenspunkt-Anzeige fehlt ebenso wie Angaben zum Munitionsstand. Einzig eine kleine Minimap weist euch den Weg im rechten Bildschirmeck. Werdet ihr verletzt, überziehen klaffende Wunden Edwards Körper, die Sicht verschwimmt.

Press Play

Einmalig für das Genre und für die gesamte Spieleindustrie dürfte das neuartige Episodenformat sein. Das gesamte Spiel unterteilt sich in verschiedene Kapitel, die ihr wie in einem DVD-Menü einzeln anwählen oder überspringen könnt. Ihr steckt an einer bestimmten Stelle fest, findet des Rätsels Lösung nicht oder verzweifelt an einem Gegner? Kein Problem: Kurz vorgespult und schon geht das Abenteuer weiter.

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Kein Ausschnitt aus der TV-Serie "Die Aussteiger", aber trotzdem spannend.
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Damit ihr von der Story nichts verpasst, informieren euch kurze Flashbacks im Stil der TV-Serie „24“ über das zuvor Geschehene. Und natürlich wird es nicht möglich sein, einfach bis zum Ende zu springen. Erst wenn ihr eine bestimmte Aufgabe im Spiel wirklich erledigt habt (ohne diese zu überspringen), wird der letzte Akt frei geschaltet. Dafür wird man während des Spielverlaufes nicht speichern können.

Auf Wii und PS2 werden die Spieler übrigens nicht in den vollen Genuss des Alone in the Dark-Abenteuers kommen. Viele Features ließen sich auf den technisch veralteten Plattformen einfach nicht umsetzen. Dafür versprechen die Entwickler jedoch eine besonders ausgefeilte Steuerung für die Wii sowie neue Inhalte und zusätzliche Storyabschnitte für beide Konsolen.