Das Problem mit gestohlenem Datengut, und hier betrifft es hauptsächlich Filme, ist ein leidiges. Die Industrie rechtfertigt extrem restriktive Kopierschutzmaßnahmen für veröffentlichte Datenträgern mit Umsatzeinbußen durch Piraterie, und beschneiden damit wiederum Konsumenten des Öfteren ihres (noch existenten) Rechts, Privatkopien anzulegen.

In europäischen Breiten greift man also noch zu technischen Maßnahmen und überzieht Tauschbörsennutzer mit regelrechten Klagewellen. Eine ganz andere Dimension hat das Problem in China angenommen: Dort erhält man quasi an jeder Straßenecke gebrannte Filme zum Spottpreis, und trotz aller Maßnahmen werden die Filmstudios der Situation nicht Herr.

Deswegen geht der Medienriese Time Warner seit anderthalb Jahren einen anderen Weg - und senkte einfach die Preise. Anscheinend dürfte sich das als durchaus probates Mittel erwiesen haben, den jüngst folgte auch 20th Century Fox diesem Beispiel. Eine legale Film-DVD ist in China um rund drei Dollar zu erstehen, der Schwarzmarktpreis wird mit etwa ein bis zwei Dollar beziffert.

Sollte sich diese Maßnahme weiter bewähren, bietet sich hier vielleicht ein intelligenter Ansatz, dem Problem der Piraterie auch in Europa zu begegnen.