"Ich lasse mich ja gerne verarschen. Aber Mühe solltet ihr euch schon dabei geben." - Heiner Gumprecht

Gumpis Fazit:

Ich weiß nicht, was letztendlich passiert ist. Hatte Gearbox keine Lust? Mussten die Praktikanten ran oder sogar die Putzfrau? Dieses Spiel wirkt so unfertig wie eine Alpha-Version, ist so hässlich, als wäre es von 1995 in unsere Zeit gereist, und so belanglos und uninteressant, dass es nicht mal ein gutes Spiel wäre, wenn man all seine Bugs beseitigen und die Grafik überholen würde.

Ob alleine, im Kooperativmodus oder außerhalb der Story-Mission, in den nicht sonderlich beeindruckenden Multiplayer-Schlachten: Dieses Spiel gibt einem einfach nichts. Es hat nichts, mit dem es beeindrucken könnte, es erzählt keine interessanten Geschichten und es ist so ungewollt lustig wie ein Betrunkener, der mit heruntergelassenen Hosen versucht, an einem Mülleimer Geld abzuheben. Das Elend lässt so manchen schmunzeln, doch tief im Inneren wissen wir, dass es ganz schön traurig ist.

Ich musste mich über Stunden mit meinem Kollegen Michael Haring durch dieses Unding kämpfen und gönne dieses Schicksal absolut niemanden. Da er jedoch genauso grauenhaft mit dem Spielen von 'Aliens: Colonial Marines' bestraft wurde, sollt ihr auch seine Meinung hören, statt einfach blind mir zu vertrauen...

Michas Fazit:

Es hätte doch so schön schaurig werden können. Mit seinem Pulsgewehr im Anschlag und dem nervig piepsenden Bewegungssensor in der zittrigen, schwitzigen Hand langsam durch ausgestorbene Gänge schleichen, den Blick für keine Sekunde von dem kleinen Display lösend. Dann plötzlich ein Signal, zwei, drei, und die Anspannung explodiert in einem irrsinnigen Gefecht mit den ach-so-gefürchteten tödlichen Alien. Killermaschinen vor dem Herrn und die gefährlichsten Kreaturen, die je über das Universum hergefallen sind.

Stattdessen wirft einem 'Aliens: Colonial Marines' Welle um Welle an Moorhühnern im Alienkostüm entgegen. Masse statt Klasse lautet die Devise. Von Grauen nicht der Hauch einer Spur, so eintönig ist das Gemetzel, so strunzdumm sind die Gegner und zu allem Überfluss auch eure KI-Kollegen. Außerdem strotzt das Spiel nur so vor Fehlern. Wie ein Facehugger springen sie einem ins Gesicht und schieben euch ihr Ding in den Hals, dass man sich nach wenigen Stunden schon fast vergewaltigt fühlt.

Aliens: Colonial Marines - Das komplette erste Level17 weitere Videos

Aliens: Colonial Marines ist für PC, PS3, Wii U und Xbox 360 erschienen. Jetzt bei Amazon kaufen.

Aliens: Colonial Marines - Der wahre Horror der Aliens

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Pro

  • Unfreiwillig komisch (Koop)
  • Stellenweise schöne, bedrückende Aliens-Atmosphäre (Solo)
  • Schönes Alien-Design

Contra

  • Aufploppende Texturen (Splitscreen)
  • Miserable Spielmechanik
  • Ermüdendes Spielprinzip
  • Schwacher Sound, Musikuntermalung und Synchronsprecher
  • Sehr veraltete Grafik
  • Die dümmlichste Gegner- und Verbündeten-KI seit Jahren
  • Eine völlig uninteressante, schlecht erzählte Hintergrundgeschichte
  • Eine unglaubliche Zahl an Bugs / Glitches / Grafikfehlern

Grafik

Stellenweise ist das Spiel durchaus in der Lage zu zeigen, was es theoretisch auf den Kasten hätte. Einige Levelabschnitte sind bedrückend und schön schaurig düster. Der ganze Rest ist jedoch eine witzlose Beleidigung. Aufploppende Texturen, eine Auflösung wie aus einer anderen, längst vergessenen Zeit und Animationen, so steif und unrealistisch, dass es stellenweise schon wieder komisch ist.

Sound

Auch hier wird es nicht besser. Die Musik in 'Aliens: Colonial Marines' ist schwach, seelenlos und ohne Belang. Hinzu kommen die traurigsten Waffensounds, die man je gehört hat; als würdet ihr mit Popcornmaschinen auf die Alienjagd gehen. Hinzu kommen unmotivierte, vor sich hin brabbelnde Synchronsprecher, die jedem Gehörgang den gnadenlosen Rest geben.

Gameplay

Ach, wäre dieses Spiel doch einfach nur der belanglose Shooter, der es sein könnte. Doch zu dem nicht sonderlich originellen Spielprinzip, gesellen sich haufenweise Bugs / Glitches, die die Wege der Schlauchlevel säumen. Eine KI, so dumm, dass man Mitleid bekommt und Spielinhalte, so fehlerhaft und dabei so „Ist mir egal“, dass es einfach nur weh tut.

Multiplayer

Die „knallharten“ Modi, die euch im Mehrspieler erwarten, sind noch das Harmloseste, was euch dieses Spiel entgegenwirft. Für einen Moment werdet ihr so etwas wie geringen Spielspaß empfinden, im Anschluss zuckt ihr mit den Schultern, gebt ein müdes „Määäh“ von euch und legt euch schlafen. Am nächsten Tag habt ihr, mit etwas Glück, vergessen, dass ihr dieses Spiel bezahlt habt.