Angst gepeitscht wird der verschwitzte Controller wieder an seinen Ursprungsort zurückgelegt. Die Gedanken schwirren durcheinander – müssen erstmal wieder zur Ruhe kommen. Hinter mir liegen fünfzehn Minuten absolute Dunkelheit, Angst und der beißende Gestank des Todes, der nie wieder abzugehen droht... Nein, ich komme nicht gerade aus der Vorstellung des super geheimen fünften Twilight-Films und suche jetzt nach einem schönen Ort zum brechen. Ich habe das neuen Alien-Projekt angespielt. Und das hat ja mal so gar nichts mit „Colonial Marines“ gemeinsam.

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Nicht ein Alien. DAS Alien

Wie stellvertretend eine Vorschau für ein fertiges Spiel sein kann, hat der eben genannte Titel ja wunderbar gezeigt. Aber von diesem Schreckgespenst wollen wir uns lieber entfernen und guter Dinge auf ein Spiel zu „Alien“ hoffen, dass den alten Horror dieses Monsters wieder aufleben lässt.

Alien: Isolation - Amnesia im Weltall

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Das Alien sieht fantastisch aus.
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Sega geht dafür einen Weg, den sich nicht viele Studios trauen würden und der – zumindest von mir – mit Begeisterung aufgenommen wurde. Mit „Alien: Isolation“ wird nämlich die Merchandise-Industrie weitgehend ignoriert und das Ausschlachten einer Idee getadelt. Für die Jungs und Mädels, die an diesem Projekt beteiligt waren, gibt es nur ein Medium: den ersten Alien-Film.

Vergesst die Fortsetzungen, vergesst die Comics. Verabschiedet euch von den außerirdischen Tontauben, die massenweise geschlachtet werden und so furchteinflößend wirken wie Hühner, denen man Brotmesser an die Krallen gebunden hat. Begleitet stattdessen Ellen Ripleys Tochter Amanda, die dem einzig wahren Alien gegenübersteht... Und das ist eine gnadenlose Killermaschine.

Horror mit Methode

Von Ballereinlagen und ähnlichen Szenarien haben wir nichts zu sehen bekommen. Der endgültige Aufbau des Spiels? Weitgehend unbekannt. Was wir zu sehen bekamen war ein kurzes Stelldichein mit einem der schrecklichsten Monster der Kino-Geschichte. Die Entwickler haben sich alle Mühe gegeben, das fürchterliche Biest in seiner ganzen Pracht erstrahlen zu lassen.

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Der Bewegungsmelder... Mein bester Freund.
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Herausgekommen ist ein Monstrum, wunderschön in seiner Abartigkeit und tödlich wie das Gift des Pfeilgiftfrosches. Wenn man den Schöpfern glauben darf, ist dieses Biest aber nicht ein einfacher Killer, der seine Wegpunkte absucht und euch tötet, sobald ihr den vorgegebenen Pfad für eine Sekunde verlasst. Dieses Ding soll doch tatsächlich fähig sein zu lernen.

Ein Abschnitt, so gruselig wie Amnesia. Aber was ist mit dem Rest?Ausblick lesen

So schleicht es durch die dunklen Räume und Flure der Raumstation und während sein Schatten im flackernden Licht von euren Schweißperlen reflektiert wird, tut ihr es ihm gleich und setzt euren Weg im Duckgang fort. Ein Auge auf den Bewegungsmelder, die Hand an der Taschenlampe und die Panik im Gesicht.

Inwiefern diese Killermaschine wirklich lernt und sich weitgehend frei bewegt, kann ich nicht sagen. Nicht nach einem kurzen Abschnitt. Doch wenn wir den Jungs bei Sega Glauben schenken wollen, ist das Alien eine gemeiner Mistkerl. Es reagiert auf Geräusche. Bewegungen in seiner peripheren Sicht. Es merkt sich wo ihr wart. Wie ihr vorgeht. Es ist ein Alien. Und es hat ein Ziel: euch.

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Viel Liebe zum Detail. Aber wen interessiert das schon, wenn diese Killermaschine hinter einem her ist.
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Ich bin dann mal weg

Ich bin mit meiner Figur keine zehn Meter am Stück gelaufen, ohne den Bewegungsmelder erneut zu zücken. Die Taschenlampe? Mein bester Freund. Die Umgebung? Schön anzusehen und mit viel Liebe zu Details. Anfangs noch ein Blickfang, später nur noch Nebensächlichkeit. Schlimmer noch: Gegenstände, die mir meinen Fluchtweg versperrt haben. Schrecklich. Wer stellt denn da einen Tisch mitten in den Raum?

Warum ich mich so aufrege? Ach, wer weiß? Vielleicht das kalte Wetter hier im Weltall. Oder die ereignislose Aussicht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der größte Killer zwischen den sieben Galaxien im gleichen Raum wie ich bin. Ich mich unter einem Tisch verstecke und zu wem auch immer bete, dass diese Säure spuckende Bestie nicht auf die Idee kommt, hier nach mir zu suchen.

Durch die Lichtsetzung, die wenigen, aber eindringlichen Geräusche und der puren Angst, von einem Wesen entdeckt zu werden, das mich instant töten kann und keine bekannten Schwächen aufweist, wird die Panik beim spielen enorm in die Höhe getrieben. Viele Wegmöglichkeiten, Verstecke und Interaktionen mit meiner Umgebung halten das Spielprinzip dabei interessant und den Spielspaß – auch nach dem siebten Tod – erstaunlich weit oben.

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Alien: Isolation
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Aber, so komisch es für manch einen auch klingen mag – mehr vermag ich nicht zu berichten. Mehr gibt es momentan nicht zu sagen. Ein Level. Ein akzeptabler Grund, sich in diesem Gebiet aufzuhalten. Schöne Grafik, Licht-Effekte und ein Gegenspieler, der erschreckender nicht sein könnte. Der sich anmutig bewegt und dem echten Alien aus dem ersten Film näher kommt, als alles, was danach verbrochen wurde.

Steuerung und Möglichkeiten waren durchaus gut und wenn dieses Ding, diese Killermaschine, so facettenreich in seiner Lernbereitschaft ist, wie in seinen Bewegungen und Reaktionen, dann haben wir schon einmal einen fantastischen Antagonisten. Ein Alptraum, der uns heimsuchen wird und die entsprechenden Spielabschnitte in eine Wanderung durch die Hölle verwandelt. Doch was den Rest des Spiels angeht, fischen wir – genau wie ihr – im Trüben.

Alien: Isolation - Screenshot-Nachschlag zum neuen Alien-Spiel

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