Ja, du. Du wunderschöner Xenomorph, mit deinen großen, filigranen Krallen; deiner glatten und so so weichen Kopfhaut. Mit deinen weißen, glänzenden Zähnen und den zwei Mündern, die so lockend im Schatten warten. Alien, du bist meine Passion in Isolation, denn einzig durch deine Intelligenz lernte ich wieder, an die KI von computergesteuerten Gegnern zu glauben!

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Ein perfektes Alien-und-Maus-Spiel

2014 ist Valentins-Jahr für Horror-Fans, denn Alien: Isolation krabbelt aus Creative Assemblys Schoß auf Konsole und PC. Ein durchweg würdiges Spiel zu den Alien-Klassikern. Doch nicht nur wartet der Titel mit hübscher Grafik und einer ausgefeilten Story zu Ellen Ripleys Tochter Amanda auf - nein, er schenkt euch ebenso eine kreative Gegner-KI, die während des Spiels dazulernt.

Alien: Isolation - Ein Xenomorph zum Verlieben

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Wahre Liebe ... Quelle: Rogerebert.com
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Richtig gehört. Die xenomorphe Schönheit des Games beschränkt sich nicht auf plötzliche Überraschungsangriffe und Jumpscares, ganz im Gegenteil: Sie folgt euch auf Schritt und Tritt durch die Raumstation im Stil von Dead Space. Dabei zwingt sie euch, ständig Verstecke aufzusuchen und lernt sehr bald, wo ihr herumkriecht, um dem Monster zu entgehen.

Der Clou: Inspiriert durch den ersten Film der Saga, kann das Alien nicht besiegt werden. Somit legt sich alsbald eine allumfassende Erwartungshaltung, eine prickelnde Spannung über das Szenario. Ein ständiges Umschauen und Hinhören, ob die scharfen Krallen leise durch die Schächte klirren - und ob das Alien euch im Visier hat und nicht etwa andere NPCs (Nicht-Spieler-Charaktere).

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Na, du Grinsebacke?
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Denn ihr seid nicht das einzige Opfer

Neben den üblichen Horror-Elementen á la Amnesia: The Dark Decent (die im Übrigen sehr wirkungsvoll sind), finden die kreativen Köpfe hinter der Alien-KI noch weitere Wege, den Graus auf ein neues Level zu heben. Etwa, indem sie das Monster auch alle anderen Überlebenden auf der Raumstation jagen lassen.

Ein Vorteil: Da die übrigen Menschen auf der Raumstation Sevastopol auch aggressiv auf euch reagieren, könnt ihr den Xenomorph auf sie hetzen, indem ihr ihn mit Lärm anlockt und euch derweil versteckt. Überhaupt ist es immer wieder faszinierend, das Verhalten des Aliens im Game zu beobachten - am besten jedoch aus sicherer Entfernung.

Doch wie hat Creative Assembly es überhaupt geschafft, eine so clevere KI zu erschaffen? (Zusatzfrage: Und weshalb versagen auch drei Jahre später die meisten Spiele in derselben Disziplin?)

So funktioniert’s

Das Team hinter Alien: Isolation wollte vor allen Dingen eines; ein Spiel erschaffen, in dem der Protagonist eine Begegnung mit dem originalen Alien überleben kann. Die KI-spezialisierte Seite becominghuman geht diesem mutigen Ziel genauer auf den Grund und erklärt die Mechaniken hinter den zwei vor Säure tropfenden Mäulern.

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Alien und feindliche Menschen könnt ihr euch im Game über dieses Gerät anzeigen lassen
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Ein Monster mit integriertem Regisseur: Kein gescriptetes Auftauchen an bestimmten Story-Punkten, kaum nur ein “Wenn A eintritt, dann B”, sondern eine künstliche Intelligenz, die gleichsam von verschiedenen, inneren Systemen beeinflusst wird. Creative Assembly stützt sich auf bereits bekannte KI-Techniken und verbessert sie - indem es dem Alien gleich zwei Systeme zur Seite stellt, die sein Verhalten managen, der “Regisseur” und das Alien selbst.

Die Bedrohung regiert

Und was macht der Regisseur? Er stalkt euch natürlich, errechnet sich, wo ihr euch befindet und gibt dem Alien dann Hinweise auf euren Aufenthaltsort - doch keineswegs zu oft oder gar immer. Hier wird nämlich die Bedrohung des Aliens reguliert.

‘Bedrohung’ entsteht nicht, wenn der Spieler attackiert wird, sondern durch die Nähe des Aliens zum Spieler und den wahrgenommen Anstieg der Spannung.” (Quelle: becominghuman)

Was so viel heißt, wie: Im Spiel befindet sich das Monster immer solange in eurer Nähe, bis der vorgegebene Spannungshöhepunkt erreicht und euch eine Pause erlaubt wird. Wie nett!

Das Alien selbst wird von über hundert einprogrammierten Verhaltensmustern bestimmt, die ihm einerseits helfen, euch aufzuspüren und es andererseits so unvorhersehbar wie möglich gestalten. Dabei werden einige Fähigkeiten des Aliens erst nach und nach freigeschaltet - so kann es, wie bereits erwähnt, “lernen”, allerdings auch nur in vorbestimmten Richtungen. Dass es sich an jeden Spieler individuell anpassen kann, ist somit mehr Illusion als Realität.

Und dennoch: Wo bleiben diese fantastischen KIs heutzutage? Kennt ihr Games, die mit ebenso genialen Gegner-KIs aufwarten? Schreibt sie uns in die Kommentare!