Alarm für Cobra 11 gehört zu den erfolgreichsten deutschen Actionserien. Mit bisher 203 Episoden in 15 Staffeln ermitteln die Cops seit 1996 und haben in den 13 Jahren kein bisschen an Fahrt verloren. Noch immer explodiert der halbe Fernseher und zünftige Crashs sorgen dafür, dass die flache Story nicht störend in den Vordergrund gerät.

Autos, Verfolgungsjagden und Explosionen sind nicht nur ein Patentrezept für langjährige Fernsehserien, sondern natürlich auch für ein Computerspiel interessante Zutaten, und so ist es kein Wunder, dass es mittlerweile zahlreiche Spiele mit dem Label Alarm für Cobra 11 gibt. Waren die Spiele anfangs eher für Fans der Serie gedacht und nicht allzu anspruchsvoll, lässt sich qualitativ langsam eine Trendwende feststellen, was nicht zuletzt am Wirken von Synetic liegen dürfte. Der deutsche Entwickler hat sich seit dem Debüt mit Have a N.I.C.E Day auf Autorennen spezialisiert.

Das Spiel beginnt erwartungsgemäß auf der Straße und unsere erste Aufgabe ist denkbar einfach: Wir, also Ben und Semir, sollen zur Polizeiwache fahren. Unterwegs fällt uns auf, dass die Stadt verlassen ist, geradezu gespenstisch. An einigen Straßenecken stehen Sperrmüllhaufen oder Werbetafeln, einige mit Kaspersky-Werbung, doch kein einziger Fußgänger ist weit und breit zu sehen.

Alarm für Cobra 11: Highway Nights - Die Dönerpolizei rückt an

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Explosive Szenen: Im Gegensatz zu den Gegnern ist der eigene Wagen sehr robust.
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Lediglich einige Autos sind unterwegs. Laut der Informationshäppchen, die es während des Ladebildschirms zu sehen gibt, hängt das mit unserem gefährlichen Fahrstil zusammen, wir vermuten als Grund eher die zusätzliche Hardwarelast vieler Polygone und die Bedenken der USK gegen selbst produzierte Verkehrsopfer.

Ähnlich wie Captain Jack Sparrow besitzen wir einen Kompass, der nicht nach Norden, sondern direkt aufs nächste Missionsziel zeigt und notfalls mehrere wegweisende Pfeile spendiert bekommt, wenn es mehrere Plätze anzusteuern gilt. Alternativ weist uns eine Minimap mit eingezeichnetem kürzesten Weg die Richtung. Befinden wir uns in einer völlig verfahrenen Situation, hilft die dreidimensionale Stadtkarte weiter. Nachdem wir die Wache erreicht haben, können wir wahlweise die Fahrschule für Einsatzkräfte besuchen, was spektakulärer ist, als es klingt.

Explosive Fahrprüfung

Natürlich müssen wir das Gaspedal treten, lernen aber auch, Fahrzeuge auf diverse Weisen zu stoppen. Die wohl einfachste Möglichkeit: Parallel neben einem Zielfahrzeug fahren und das Blaulicht anschalten, das sich separat oder mit Sirene aktivieren lässt und andere Verkehrsteilnehmer tatsächlich an den Straßenrand treibt, wobei man die Rundumlichter bei Observationen lieber ausgeschaltet lassen sollte.

Hartnäckigere Flüchtlinge werden gerammt, bis sie freiwillig stoppen. Sollte diese Taktik nicht zum Erfolg führen, packen wir das Fadenkreuz aus und schießen auf das Fluchtfahrzeug. Grobes Zielen geschieht von selbst, mit der Kamerasteuerung können wir Feinarbeit leisten und schließlich feuern. Ganz hartnäckige Fälle lernen unsere Drohne kennen.

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Kaspersky-Werbung ziert immer wieder den Straßenrand.
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Das ferngesteuerte Fahrzeug ist nicht nur flink und wendig, es verfügt vor allem über ein explosives Innenleben. Auf Knopfdruck jagen wir so Zielobjekte in die Luft. Überhaupt bekommt man bei Cobra 11 zahlreiche Explosionen zu Gesicht. Zum Glück scheinen unsere Dienstfahrzeuge, egal ob in ziviler Optik oder nicht, ordentlich gepanzert zu sein.

Viele Autos führen zum Ziel

Bei den häufigen Unfällen kommt es regelmäßig vor, dass der Unfallgegner postwendend explodiert, während sich bei uns lediglich der Radkasten etwas verzieht. Trotzdem kann sich das Schadensmodell sehen lassen: Scheiben splittern, Türen und Kühler schlagen auf und das Blech knautscht sich von Crash zu Crash mehr zusammen.

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In Spielegrafik laufen kurze Clips ab, die die Geschichte vermitteln.
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Nur die gnadenlose Überlegenheit des eigenen Fuhrparks nimmt dem Ganzen etwas seinen Reiz. Man muss schon sehr rücksichtslos fahren, um in ernsthaft gefährliche Schadensregionen zu kommen. Zeit zum Bremsen bleibt in der Regel selbst während der wildesten Verfolgungsjagden, denn dank der sich selbst aufladenden Nitro-Injektion sind kurze Beschleunigungssprints kein Problem.

Gerade im Berufsverkehr helfen die Vorzüge eines Polizeiwagens sehr. Blaulicht und Sirene, aber auch Hupe und Lichthupe können eingesetzt werden. Dazu kommt die Handbremse für gut getimte Drifts und sogar Blinker und Warnblinker funktionieren. Im Gegensatz zum echten Leben stört sich hier aber niemand daran, wenn ihr aufs Blinken verzichtet.

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Auf Wunsch weist die Ideallinie den Weg durch die Rennen.
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Je nach Belieben lässt sich außerdem ein einfacheres Fahrmodell aktivieren und auch die Option selber zu schalten oder die Automatik zu bemühen steht selbstverständlich jedem offen. In den Einzelrennen lässt sich zudem die Ideallinie einblenden, der Rückspiegel kann ein- und ausgeklappt werden und besonders actionreiche Szenen werden auf Wunsch in Zeitlupe wiederholt.

Durchdrehende Reifen braucht man nicht nur um flüchtige Fahrer einzuholen. Stattdessen überraschen einige der Missionen mit regelrecht lapidaren Anfängen. So fahren wir zum Bäcker, bevor wir einen Autodiebstahl gemeldet bekommen, oder reißen im Dienst nach Vorschrift so schnell wie möglich unsere Strecke ab, als wir beobachten, wie ein LKW überfallen wird.

Gespaltener Umfang

Nach jedem abgeschlossenen Einsatz bekommen wir eine Missionsstatistik präsentiert, in der berufliches Talent, Erfolgsquote, Aufklärung von Delikten, unsere Schaden- freiheitsklasse und der Dienstgrad aufgeführt werden. Außerdem spielen wir mit erfolgreichen Missionen neue Gebiete und Fahrzeuge frei.

Cobra 11 ist überraschend unterhaltsam, fesselt langfristig aber nicht an den Bildschirm. Für ein kurzes Rennen zwischendurch jedoch einen Blick wert.Fazit lesen

Innerstädtische oder Autobahnrennstrecken stehen genauso zur Verfügung wie Gelände- und Sportwagen, sogar LKWs lassen sich steuern. Dabei verfügt jedes Fahrzeug über eigene Charakteristiken, die sich besonders in den Einzelrennen bemerkbar machen. Die KI agiert dabei durchaus anspruchsvoll und setzt den Spieler schon mal mit Rammmanövern unter Druck.

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Den Synetic-Firmen-LKW stoppen wir, indem wir parallel zum Fahrzeug fahren.
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Neben den 43 Missionen während der Karriere und dem Einzelrennen kann man gegeneinander im Splitscreen-Modus antreten. Übers LAN oder Online sind leider keine Matches möglich. Ansonsten überrascht Cobra 11: Highway Nights aber aus technischer Hinsicht. Von den ehemaligen Ramschprodukten der Cobra-11-Serie ist nur wenig übrig geblieben.

Die Stadtgebiete und die Autobahnen bieten reichlich optische Abwechslung und auch die Fahrzeuge samt Fahrer können sich sehen lassen. Das Schadensmodell und die Physikeffekte sind ebenfalls nicht zu verachten. So kippen Stahlträger, fliegen Verkehrshütchen und ein LKW kann in scharfen Kurven schon mal die geladenen Baumstämme verlieren. Effekte wie Explosionen und je nach Geschwindigkeit auch Randunschärfen, die den Tunnelblick simulieren, lockern das Bild zusätzlich auf.

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Die dreidimensionale Stadtkarte sorgt für Übersicht.
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Musikalisch wird ebenfalls einiges geboten. Neben chilligen Electrobeats dröhnen immer wieder verzerrte Gitarren aus den Boxen. Die Sprachausgabe hingegen ist eher solide, die beiden Hauptcharaktere Semir und Ben klingen eher unmotiviert, was die Wirkung der lakonischen Kommentare allerdings noch erhöht.