"Wir haben keine Pläne für eine PC-Version", wird die Frage nach einer PC-Umsetzung brüsk abgeschmettert. Man spürt, dass die Entwickler von Remedy Entertainment dieses Thema ganz weit umschiffen wollen und sich dementsprechend wortkarg, ja geradezu verschlossen und fast schon dünnhäutig geben.

Im Mittelpunkt der Präsentation von Alan Wake stand daher auch folgerichtig die (fürs erste?) exklusive Xbox 360-Fassung des Singleplayer-Action-Adventures, das nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2010 erscheinen soll. Wir haben uns die knapp zwanzigminütige Demonstration der finnischen Spieleschmiede, die u. a. für Hits wie Max Payne verantwortlich zeichnet, auf der GamesCom in Köln angesehen.

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Psychotischer Action-Thriller

"Bei Alan Wake handelt sich um einen psychologischen Actionthriller", beginnt man die Demonstration mit einer möglichst nachvollziehbaren Definition. Wake steht in dieser Eingangsszene in einer Hütte und diskutiert mit seinem Agenten Barry, der völlig aufgelöst zu sein scheint. Um Möglichkeiten der Interaktion mit der Umwelt zu veranschaulichen, lenkt man den Strahl einer Taschenlampe in das Gesicht des verängstigten Mannes, der sich prompt sarkastisch für die "Aufmerksamkeit" bedankt.

Alan Wake - Remedy macht Ernst: Das Horrorepos kommt nun endlich doch

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Den Protagonisten zieht es gen vermeintlich friedlicher Abgeschiedenheit.
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Immer für einen dummen Spruch gut, wie es scheint. Richtiggehend schwarzhumorig wird es, wenn man das Licht in der Behausung ausschaltet und nur noch mit der Taschenlampe hantiert, die zu einem der wichtigsten Wegbegleiter Alan Wakes werden wird. Gespenstige Dunkelheit macht sich breit, gespickt mit furchtsamen Kommentaren des allein gelassenen Agenten - nur durchbrochen vom faden Schein des Lichtstrahls. Sehr stilvoll und schick in Szene gesetzt, Atmosphäre pur.

Im Mittelpunkt des mysteriösen Geschehens steht der Titelheld Alan Wake, ein Erfolgsautor, der seine Schreibblockade in einem kleinen, ruhigen Nest überwinden will. Doch das trügerisch friedliche Bright Falls entpuppt sich bald als das Gegenteil eines idealen Rückzugsorts. Das Verschwinden der eigenen Frau erweist sich jedoch nur als Auftakt einer missionsbasierten Suspense-Story, in der das literarische Werk des Schriftstellers eine wichtige Rolle spielt.

Packshot zu Alan WakeAlan WakeErschienen für Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Im Spielverlauf wird man daher immer wieder mit Manuskriptauszügen eines Romans konfrontiert, an den sich Wake nicht erinnern kann, der den Spiel-Fortgang jedoch maßgeblich mitbestimmt. Immer wieder stolpert man über diese Fragmente und deckt so Geheimnisse oder storyrelevante Inhalte auf.

Stil an TV-Serien angelehnt

Mit dem episodenhaften, cineastischen Stil will man sich an TV-Serien wie Akte X oder Twin Peaks orientieren und mit jeder weiteren Mission den Spielablauf um weitere Elemente erweitern. Im Zentrum der aktuellen Präsentation stehen jedoch actionlastige Szenen, die die Variabilität des Titels unterstreichen sollen.

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Licht als Waffe: Nur davor weicht das Böse zurück.
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Einen zentralen Aspekt nimmt dabei der Kampf von Licht gegen Finsternis ein. Gut und Böse werden mit diesen beiden Gegensätzen versinnbildlicht und damit die Grenzen klar gezogen. Dies kann man sogar wortwörtlich nehmen, denn während sich die Schatten um Alan und Bright Falls verdichten und schreckliche Gestalten sein Leben bedrohen, bleibt ihm nur das Licht als alleiniger Verbündeter und dient ihm gleichzeitig als Waffe. Während die tödlichen Kreaturen ihre Kräfte aus der Finsternis ziehen und die Nacht ideale Bedingungen und Nährboden bietet, muss sich Wake weniger Mittel bedienen, um bis zum Morgengrauen zu überstehen.

Dazu gehören beispielsweise Taschenlampen, Signalpistolen und ähnliche Lichtquellen. Wie zum Beispiel die Scheinwerfer eines Wagens, mit dem man eines seiner nächsten Ziele ansteuert. Warum dieses Fahrzeug nicht ebenfalls der dunklen Macht gehorcht, wie viele andere Vehikel, bleibt zunächst ein Rätsel.

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Die dunkle Präsenz lässt Fahrzeuge zum Angriff übergehen.
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Allerdings entfernt man mit diesen Werkzeugen lediglich die dunkle Präsenz, die Personen oder Objekte kontrolliert. Um Angreifer endgültig zu bezwingen, setzt man herkömmliche Schießprügel wie Pistolen und Schrotflinten ein. Immer wieder scheint dann das Spiel ein Eigenleben zu entwickeln und schaltet eigenständig in eine Art Zeitlupeneffekt um, in dem unser Held den Angriffen der Besessenen automatisch ausweicht.

Gut & Böse, Licht & Finsternis

Getroffene Feinde zerfallen in einer Art gleißendem Lichtschein, so ähnlich wie man sich zergehende Ghouls bei John Sinclair vorstellen mag. Oft genug bleibt dem Romanautor jedoch nur der Rückzug, "denn manchmal ist es besser zu rennen, als zu kämpfen", kommentieren die Entwickler eine Szene, in der sich Wake deutlich in der Unterzahl befindet.

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Tagsüber soll es deutlich friedlicher zugehen.
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Gelegentlich dienen sichere Rückzugspunkte daher als Orte, an denen man sich zumindest für kurze Zeit eine Verschnaufpause gönnen kann. Obwohl man später viele spielerische Freiheiten haben soll, war davon in der Demo nicht allzu viel zu sehen. Meist folgte einer gruseligen Szene bereits die nächste gefühlsaufwallende Situation und der Hauptdarsteller stolperte von einer Malaise in die andere.

Cineastisch, Episodenhaft und anspruchsvoll. Die Macher von Max Payne haben sich einiges vorgenommen!Ausblick lesen

Insgesamt erscheinen die Abläufe sehr stark geskriptet. Erreicht man einen bestimmten Punkt, wird Wake automatisch von einer Gruppe dunkler Unholde oder etwa einem Schaufelbagger attackiert (was ein wenig an Rhea M erinnert ...), ein Dialog initiiert oder eine Manuskriptseite entziffert. Mit dieser Spielstruktur will man zum einen eine lineare Forterzählung der Geschichte gewährleisten, so Remedy.

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Schockmomente nonstop halten euch auf Trab.
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Zum anderen will man die Rahmenbedingungen unter Kontrolle behalten; das wann, wie, wo der Abläufe bestimmen. Innerhalb dieses Rahmens kann sich der Spieler jedoch in der Regel frei bewegen. Das gilt vor allem für die Tagessequenzen, wenn der Anschein der Normalität in Bright Falls aufrechterhalten werden soll. Davon war in der Demo jedoch nichts zu sehen, wie überhaupt nur sehr wenig von Story und weiteren Spielelementen offenbart wurde.