Die ZDF-Nachrichtensendung "heute journal" vom 18. August berichtete pünktlich zum Start der gamescom über die Spielemesse in Köln. Doch hoffte man an diesem Tag wie bei anderen TV-Sendern auf eine informative Berichterstattung zu Europas größter Spielemesse, wurde man schnell enttäuscht.

Bereits beim Einleitungssatz wurde die gamescom von der Sprecherin Marietta Slomka einfach "gamecom" genannt. Was danach folgte, waren kurze Szenen zu den angesprochenen Trends "realistischere Grafiken" und "Bewegungssteuerung".

Nur kurze 15 Sekunden dauerte der Beitrag zur gamescom, wobei wichtige Dinge natürlich völlig weggelassen wurden, die für die Zuschauerschaft des ZDF hätten interessant sein können - darunter etwa Casualgaming, die USK-Präsenz vor Ort oder auch die Entwicklung der Messe und der deutschen Spieleindustrie.

Nach diesen 15 Sekunden wurde sofort zum Thema Spielesucht gewechselt und mit einem minutenlangen Beitrag gewürdigt. Darin ging es um zwei Fallstudien junger Männer, einige Szenen mit Online-Rollenspielen wurden gezeigt und auch sogenannte Experten kamen zu Wort.

Sicherlich ist die Vorgehensweise der Berichterstattung äußerst fragwürdig, denn schaut man sich Beiträge zu anderen Spielemessen an, entdeckt man keinerlei Parallelen. Automessen werden beim ZDF mit längeren Beiträgen behandelt, negative Auswirkungen von Autos auf die Umwelt oder einen Bericht über tausende Verkehrstode findet man im Anschluss nie.

Wer möchte, kann sich die Ausgabe der Nachrichtensendung unter der Quelle anschauen. Es gibt unter den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern allerdings auch kompetente Berichterstattungen. Eine davon etwa vom 3sat-Medienmagazin "neues", das sogar mit einem eigenen kleinen Bereich auf der gamescom anwesend war. Moderatorin Yve Fehring stellt in ihrem Beitrag die wichtigsten Trends vor und geht auch auf ADHS im Zusammenhang mit Spiele ein.