Eine Familie in Oviedo, Florida wurde mitten in der Nacht von einer Polizeieinheit mit erhobenen Waffen aus dem Schlaf gerissen, die ihr Haus aufgrund eines Notrufes umstellt hatten. Wie es sich herausstellte, handelte es sich bei dem Notruf um eine Hoax, eine Falschmeldung, die ihren Ursprung im Xbox-Live-Chat hatte.

Aktuelles - Wegen Xbox-Hoax: Ahnungslose Familie wird von Polizei aus dem Schlaf gerissen

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Wenn die Polizei vor der Tür steht
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Die geschockte Familie möchte anonym bleiben. "Ich hörte die Türklingel," so der Vater. "Wir konnten niemanden vor der Tür erkennen. Alles was ich sah, war der Lauf eines Gewehrs." So hätte das, was er und seine Frau erkennen konnten, in ihren Augen wie ein ganzes Arsenal an Waffen ausgesehen.

"Sie haben Gewehre, sie haben Knarren. Wir müssen aus dem Haus raus," so der Vater, woraufhin er und seine Frau den Flur entlang rannten und sich die beiden Söhne schnappten. So dachten sie zuerst, sie würden von bewaffneten Räubern ausgeraubt.

Die Erleichterung kam erst, nachdem die Männer sich als Polizisten auswiesen. "Sie sagten uns, dass wir stehenbleiben und unsere Hände über den Kopf halten sollten. Sie sagten 'Wir sind die Polizei,' was eine große Erleichterung war."

So kam die Familie nochmal mit dem Schrecken davon. Auch der Grund für den falschen Alarm war schnell gefunden, denn kurz vor der Stürmung des Grundstücks, ereilte die Polizei ein Anruf eines Teenagers aus derselben Stadt, der mitteilte, dass jemand seine Xbox 360 gehacked hätte. Laut Lt. Mike Beavers vom Oviedo Police Departement, der so einen Fall bislang noch nicht erlebt hatte, hätten die Hacker über den Xbox-Live-Chat nach Informationen vom Teenager verlangt. Als er die verweigerte, hätten sie über sein System einen Notruf an die Polizei geschickt, wonach sie sich in einem Haus befänden, in dem ein Familienmitglied getötet und andere Mitglieder als Geiseln gehalten würden.

Die Rückverfolgung der Nachricht hätte die Polizei zur alten Wohnadresse des Teenagers geführt, wo seine Xbox 360 noch immer registriert sei. Doch wohnt in dem Haus nun die neue Familie, die von der Stürmung ihres Hauses völlig überrumpelt wurde.

Weitere Nachforschungen hätten nun ergeben, dass die IP-Adressen der Verdächtigen aus zwei unterschiedlichen US-Bundesstaaten stammen würden. Es sei unwahrscheinlich, dass man sie festnehmen könne, so die Polizei, da es nicht nachweisbar sei, wer sich in die Xbox 360 gehacked haben könnte.

Um solche unliebsamen Begegnungen zu vermeiden, rät die Polizei dazu, die Systemeinstellungen so zu ändern, dass man auf seiner Xbox 360 nur von Leuten kontaktiert werden kann, die man tatsächlich kennt.