Designer-Legende Warren Spector machte in letzter Zeit eher mit Aussagen von sich reden, die nicht jeder mit ihm teilen konnte. Sei es nun seine Kritik an überflüssigen Spielen wie Lollipop Chainsaw oder Wolfenstein: The New Order oder die Aussage, dass man Nintendo nicht unterschätzen sollte. Doch seiner neuesten Aussage dürften so ziemlich alle zustimmen: Würden die Publisher nicht zu überteuerte Preise verlangen, gäbe es überhaupt keinen Grund für Gebrauchtspiele.

Warren Spector, dessen Entwickler-Unternehmen Junction Point Studios nach nur zwei Spielen von Disney geschlossen wurde, arbeitet zur Zeit in keinem Entwicklerstudio, obwohl er Angebote vorliegen hat, und kann von daher frei und ohne jegliche Ängste seine Meinung kundtun.

"Hey, ratet mal, was wäre, wenn wir nicht überteuerte Preise für unsere Produkte verlangen würden - dann müssten die Leute keine gebrauchten Spiele mehr kaufen," so Spector zu Forbes. "Die Spieleindustrie spricht immer davon, wieviel größer sie im Gegensatz zur Filmindustrie sei, was wir in Bezug auf den Umsatz auch sicherlich sind. Aber Grundgütiger, ich bin mir da zwar nicht ganz sicher, aber ich würde eine Menge Kohle darauf verwetten, dass sehr viel mehr Menschen den Film Oben am Startwochenende gesehen haben, als Leute Call of Duty gespielt haben. Und der Grund, warum unsere Spiele soviel Umsatz machen, ist der, weil wir dumm genug sind, 60 Dollar für eine Box und 50 Dollar für einen Download oder sowas zu zahlen. Man braucht Gebrauchtspiele, weil sich die meisten Menschen diese Preise nicht leisten können. Sie kaufen einfach immer weniger Spiele und spielen auch immer weniger Spiele. Und der Fakt, dass es mehr Leute gibt, die Call of Duty und Halo und Deus Ex oder was auch immer über gebrauchte Spiele spielen - kommt schon, das tut uns doch nicht weh."

Spectors Meinung nach, ergeben gebrauchte Spiele sogar eine großartige PR, weil sie die Spielergemeinschaft aufbauen. So würden gerade jüngere Spieler von gebrauchten Titeln profitieren, weil sie auf diese Weise verhältnismässig günstig an die Spiele kämen und weil mit Gebrauchtspielen auch neue Fans gewonnen werden könnten. Den wahren Grund in der Verbreitung gebrauchter Titel sieht Spector aber in den Publishern selbst, die einfach zuviel Geld verlangen würden.

"Um ehrlich zu sein, jedes andere Medium erlaubt das. Man kann gebrauchte Bücher kaufen. Man kann gebrauchte Filme kaufen. Man kann eine gebrauchte CD kaufen. Warum zum Teufel sind wir da dann anders? Ich habe kein Problem mit Gebrauchtspielen. Ich habe eine Menge Spiele gebraucht gekauft. Wie auch immer."