Entwickler-Legende Warren Spector ist wieder in der Spieleindustrie tätig und arbeitet momentan als Studio Director bei OtherSide Entertainment an System Shock 3 und Underworld Ascendant. In einem ausführlichen Interview sprach er nun darüber, wieso er sich dazu entschieden habe, aus dem "Ruhestand" zurückzukehren.

Aktuelles - Warren Spector: Ich wollte keiner dieser Dozenten sein, die mal Spiele entwickelten

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Warren Spector arbeitet derzeit an System Shock 3
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Nach der Schließung seines Studios Junction Point Studios im Jahre 2013 arbeitete Designer-Legende Warren Spector als Dozent an der University of Texas im Game Development Program. Man könnte auch sagen, Spector war quasi im Ruhestand. Umso überraschender war die Meldung in diesem Monat, dass Spector sich wieder einem Studio angeschlossen habe. Derzeit arbeitet er bei Otherside Entertainment als Studio Director und helfe bei der Entwicklung der Titel System Shock 3 und Underworld Ascendant.

Warren Spector wolle noch lange nicht zum alten Eisen gehören

Selbstverständlich stellt sich da die Frage, wieso Spector sich dazu entschlossen hat, wieder aktiv an Games zu arbeiten.

"Das Business und die Welt der Spieleentwicklung haben sich so radikal verändert, selbst seit ich zu lehren begonnen habe", so Spector. "Ich musste einfach wieder da raus und eintauchen, damit ich die Welt verstehe, die meine Studenten betreten wollen."

"Und ich wollte sicherstellen, dass ich nicht einer jener Dozenten werde, die einst Spiele entwickelt haben. Ich wusste, dass ich meine Fähigkeiten scharf halten müsste und das war ein Teil davon. Was auch Teil der Entscheidung war, nun ja, ich entwickle Spiele, wisst ihr. Es ist das, was ich tue. Mir juckte es einfach in den Fingern. Und das schon seit einer Weile. Und das letzte Puzzlestück war Paul Neurath [Gründer von OtherSide Entertainment und Looking Glass Studios], mit dem ich ein paar Mal bei Origin und Looking Glass gearbeitet hatte. Er kam zu mir und fragte mich, ob ich gerne System Shock 3 machen würde."

Die Chance, ein weiteres System zu entwickeln, wollte sich Spector nicht entgehen lassen.

Es gibt kaum Entwicklung im Mainstream-Bereich

Doch offenbar habe Spector nicht viel verpasst in den letzten drei Jahren, denn seiner Ansicht nach habe sich kaum, etwas verändert.

"Es sieht ganz danach aus, als bekämen wir feinjustiertere und schönere Versionen der Spiele, die wir bereits seit Jahren spielen [Ein Schelm, wer dabei an all die Call of Duties und Assassin's Creeds denkt]."

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Heutigen Spielen fehle es an Innovation
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Anders sehe es dagegen im Indie-Bereich aus. Da befinde sich heutzutage die kreative Energie und der Mut, etwas auszuprobieren. Spector persönlich wolle die Spieler dazu ermutigen und animieren, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, statt einem Handlungsstrang zu folgen. Diese Art, der "immersiven Simulation" sehe er als einen wichtigen Schritt an, um das Medium Gaming voranzubringen.

System Shock 3 - wahrscheinlich kein Free-to-play-Titel

Eines könnte man bereits über System Shock 3 sagen. Jetzt da Spector an diesem Titel arbeitet, kann man quasi davon ausgehen, dass es auf keinen Fall dem Free-to-play-Modell folgen wird. Das sei einfach nicht sein Ding. Er sehe sich selbst auch eher als den Premium-Typ an. Wichtiger sei es, fortwährend Erweiterungen und Unterstützung für ein Spiel zu bieten, um die Spieler bei Laune zu halten. Neue Charaktere, neue Gebiete, neue Mechaniken. Das könne man auch bei System Shock 3 erwarten.

Spector habe absolut keine Angst und fürchte sich auch nicht davor, nach dieser längeren Pause wieder in die Spieleentwicklung zurückzukehren. Immerhin arbeite er an einem Franchise, das er kenne. Zudem erhalte er viel Unterstützung. Die wirkliche Herausforderung bestehe vielmehr darin, das richtige Team für die Spiele aufzubauen, die er entwickeln wolle. "Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden."

Man darf also gespannt sein.

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