Wie bekannt ist, hat Disney Warren Spectors Junction Point Studio nach nur zwei Spielen (Epic Mickey und Epic Mickey: Die Macht der Zwei) geschlossen. Nun hat der legendäre Spieledesigner, in dessen Portfolio sich illustre Titel wie Wing Commander, System Shock oder Deus Ex befinden, auf dem D.I.C.E. Summit ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und sich dabei auch über Spiele ausgelassen, die seiner Meinung nach völlig überflüssig sind. Darunter zählt er wohl auch Lollipop Chainsaw.

Aktuelles - Warren Spector findet, dass Spiele wie Lollipop Chainsaw niemals hätten erscheinen sollen

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Laut Spector mehr als überflüssig
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Sein Vortrag auf dem D.I.C.E. Summit bestand aus einer Rückschau auf sein rund dreissigjähriges Schaffen. So sagte er, dass er anfangs längere Spiele präferiert hätte. Doch je älter er wurde, desto kürzer sollten die Spiele sein, da er immer weniger Zeit für sie hätte. Doch Zeit alleine sei nicht für diesen Sinneswandel verantwortlich.

"Es ist nicht nur wegen der Zeit. Es geht nicht nur darum, mir kürzere Erlebnisse zu bieten. Es geht um den Inhalt. Mein Interesse am Inhalt hat sich dramatisch verändert und ich gehe davon aus, dass dies auch für die meisten von Euch gelten dürfte. Es gibt einige Spiele, die einfach nicht hätten gemacht werden sollen..."

An dieser Stelle zeigte Warren Spector ein Bild von Lollipop Chainsaw, einem Hack 'n' Slay-Spiel mit einer knapp bekleideten Heldin und massig Zombies, die es mit einer Kettensäge blutigst abzuschlachten gilt.

"Ich möchte nicht zu fies klingen," so Spector. "Als ich jünger war, war das alles was ich brauchte...Adrenalinschübe und Spektakel waren alles was ich brauchte. Und ich glaube, ich war nicht allein damit. Vielleicht bin ich einfach nur oberflächlich...wenn man in diesem Alter ist, reicht das Spektakel. Und Blutfontänen und all das Zeug sind wirklich das, wonach man sucht, weil man Leute auf eine seltsame Art und Weise befremden will. Man will die Leute schocken und man will anders sein."

Doch diese Zeiten seien für ihn vorbei. So hätte er kein Interesse mehr an Typen, die Rüstungen tragen und große Schwerter schwingen. So wolle er Inhalte von größerer Relevanz für sein Leben. Inhalte, die in der echten Welt angesiedelt seien.

"Wenn wir ein breiteres Publikum erreichen wollen, müssen wir aufhören, das Publikum strikt als männliche oder sogar weibliche Teenager zu betrachten. Wir müssen über Dinge nachdenken, die mehr Bedeutung für normale Menschen haben und nicht nur für Geeks wie wir sie mal waren, gedacht sind."

In dieser Hinsicht deckt sich seine Aussage mit der von David Cage. Bezeichnenderweise nennt Warren Spector dann auch Heavy Rain zusammen mit The Walking Dead von Telltale Games als einige seiner besten Spiele-Erlebnisse der letzten Zeit.

Am Ende seines Vortrags sorgte der 57-Jährige zudem für heiteres Gelächter, als er sein aktualisiertes LinkedIn-Profil zeigte, auf dem er sich als Jobsuchender bei 'Arbeitslos' präsentiert.