Warren Spector scheint keinen Gefallen an Spielen mehr zu finden, zumindest nicht an großen Mainstream-Titeln. Es falle ihm immer schwerer, sich für sie zu begeistern.

Aktuelles - Warren Spector: Es fällt immer schwerer, sich auf Mainstream-Spiele zu freuen

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Spectors letztes Spiel Disney Micky Epic: Die Macht der 2
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Warren Spectors letztes Spiel Disney Micky Epic: Die Macht der 2 verkaufte sich gerade mal 1,39 Millionen Mal - und das als Multiplattform-Titel. Als Konsequenz daraus schloss Disney die Junction Point Studios, Spectors ehemaliges Entwicklerstudio.

Seither hörte man von Warren Spector fast nur noch Bemerkungen, dass dieses und jenes Spiel niemals hätte erscheinen sollen. Etwa prangerte er auf dem D.I.C.E. Summit das Spiel Lollipop Chainsaw von Grasshopper Manufacture an, das Style über Substanz stelle. Oder dass dieses und jenes Spiel überflüssig sei. In seinem Fall Wolfenstein: The New Order, bei dem er meinte: "Hat die Welt wirklich ein weiteres Wolfenstein-Spiel gebraucht? Brauchten wir ein durchgehend dunkles, eintöniges FPS, Töte-die-Nazi-Roboter-Giganten-Spiel? Uh. Nein. Die Welt hat das nicht gebraucht. Ich habe Zeugs wie dieses so satt..."

Und er meinte sogar, dass er Angst vor der neuen Konsolengeneration habe. Die Angst sehe er in den exorbitant steigenden Kosten der Spiele, die das Entwickeln der Spiele immer teurer werden lassen. Dass Spiele teuer sein können, bewies jüngst Rockstar Games mit Grand Theft Auto 5, das satte 200 Millionen Euro gekostet haben soll.

Da könnte man ja fast meinen, der gute Mann hätte den Spaß an Spielen verloren. Und das scheint auch der Fall zu sein, zumindest was Mainstream-Titel angeht. So anwortete er in Bezug auf die Next-Gen-Konsolen: "Ehrlich gesagt werde ich wohl erst einmal einen großen Gähner loslassen", so Spector. "Das Meiste, was ich in den letzten paar Jahren gesehen habe, ist immer dasselbe - alte Ideen in schöneren Verpackungen."

Außerhalb der Indie-Szene gebe es einfach keine große Innovation mehr. So finde er es immer schwerer, sich noch für Mainstream-Spiele zu begeistern. Was er denn selber spielt und was er als innovativ einstuft? "Ich finde, Heavy Rain und The Walking Dead waren die besten Spielerlebnisse, die ich hatte, und sie waren kaum interaktiv. Sie sind unglaublich gut gemacht, äußerst schöne Such-dir-dein-eigenes-Abenteuer-Spiele. Beide Spiele schafften es, in einer normalen Zeit durchgespielt zu werden, beide gaben mir das Gefühl, dass ich bedeutende Entscheidungen traf, und beide erzählten Geschichten, die mindestens genauso fesselnd waren wie die anderer Medien."

Dennoch sei er optimistisch, was die Zukunft der Spiele anginge, obwohl er sich nicht sicher sei, wie gut die kommenden AAA-Titel abschneiden werden. Das Beste, was dem Kunden passieren konnte, sei sowieso die Indie-Szene und die Möglichkeiten, sich Spiele der Indie-Studios direkt zu kaufen.