Alarmierende Zahlen aus Japan: Media Create hat die aktuellen Zahlen der Verkaufscharts für die Woche vom 11. bis 17. Mai 2015 vorgelegt und es sind die schlimmsten Zahlen seit 2001. Ist der Konsolen- und Handheld-Markt Japans am Ende?

Aktuelles - War es das nun mit dem Videospielmarkt in Japan?

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Mittlerweile wird der asiatische Spielemarkt von Mobile-Titeln wie Puzzle and Dragons dominiert
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Mit Square Enix und auch Konami haben sich zwei ehemalige Top Player der japanischen Videospielbranche vom Konsolen- und Handheldmarkt abgewendet, um sich verstärkt dem Mobile Gaming zu widmen. Während viele westliche Spieler und Fans diese Entscheidung kritisieren und den alten Zeiten hinterhertrauern, begründen beide Unternehmen ihre neue Ausrichtung mit wirtschaftlichen Faktoren. Und in der Tat haben beide recht: Wenn man sich ihre Quartalszahlen ansieht, dann haben beide Unternehmen trotz oder, und es ist traurig, es so nennen zu müssen, gerade wegen dem zurückgefahrenen Engagement im Konsolenbereich hohe Profite eingefahren. Profite, die durch den neuen Fokus auf den Mobile-Sektor zustande kommen. "Gaming findet auf mehreren Plattformen statt, aber am Ende des Tages ist Mobile der Bereich, der uns am nächsten liegt. Im Mobile-Bereich befindet sich die Zukunft von Gaming", so Konamis CEO Hideki Hayakawa.

Und da könnte der Gute den Fokus wohl gerade noch rechtzeitig neu ausgerichtet haben, denn schaut man sich die aktuellen Verkaufscharts für die Woche vom 11. bis zum 17 Mai in Japan an, dann sind die Zahlen alarmierend schlecht. Ja, geradezu katastrophal.

  1. Final Fantasy X-2 HD Remaster (PS4) - 15.913 Exemplare
  2. Puzzle & Dragons: Super Mario Edition (3DS) - 13.844 Exemplare
  3. Minecraft: PlayStation Vita Edition (PS Vita) - 11.303 Exemplare
  4. Girls Mode 3 (3DS) - 7422 Exemplare
  5. Borderlands Double Deluxe Collection (PS4) - 6922 Exemplare
  6. Mario Kart 8 (Wii U) - 5405 Exemplare
  7. Bravely Second: End Layer (3DS) - 5260 Exemplare
  8. Xenoblade Chronicles X (Wii U) - 4236 Exemplare
  9. Pokémon Omega Ruby and Alpha Sapphire (3DS) - 3648 Exemplare
  10. Dying Light (PS4) - 3252 Exemplare

Natürlich könnte man jetzt sagen, das lag doch sicher nur an der Golden Week, der Woche in Japan, in der sich gleich vier Feiertage befinden und die von Japanern von daher gern als Urlaubswoche verwendet wird. Da waren die Japaner sicher mit etwas anderem als Videospielen beschäftigt. Doch hier der Vergleich mit den Verkaufscharts in derselben Woche vor einem Jahr:

  1. The Idolmaster: One for All (PS3) - 83.395 Exemplare
  2. Genkai Totsuki Moero Chronicle (PS Vita) - 32.957 Exemplare
  3. Yokai Watch (3DS) - 30.305 Exemplare
  4. Mario Golf: World Tour (3DS) - 9439 Exemplare
  5. Mario Party: Island Tour (3DS) - 8049 Exemplare
  6. Sword Art Online: Hollow Fragment (PS Vita) - 7868 Exemplare
  7. Pokémon X / Y (3DS) - 5553 Exemplare
  8. Theatrhythm - Final Fantasy: Curtain Call (3DS) - 4594 Exemplare
  9. Kirby: Triple Deluxe (3DS) - 4504 Exemplare
  10. Monster Hunter 4 Ultimate (3DS) - 3386 Exemplare

Aktuelles - War es das nun mit dem Videospielmarkt in Japan?

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Selbst Final Fantasy zieht nicht mehr
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Besonders traurig ist die Tatsache, dass selbst die einstige Top-Rollenspielreihe Final Fantasy nicht mehr in der Lage ist, genügend Interesse zu generieren. Und das in der Startwoche. Aber das dürfte hier auch daran liegen, dass es buchstäblich die x-te Auflage ist.

Ebenfalls bezeichnend: An zweiter Stelle in den Charts liegt ein Spiel, das ursprünglich aus dem Mobile-Gaming-Bereich kommt - Puzzle & Dragons, hier in der Super Mario Edition für den 3DS.

Media Create wies darauf hin, dass es sich um die schlechtesten Zahlen für den Zeitraum 2001 bis 2015 handelt und gibt zudem einen möglichen Grund an: Keines der Titel ist eine neue IP. Stattdessen haben wir Remasters, Fortsetzungen und bekannte Gesichter. Eine neue IP gab es aber, Intelligent Systems Code Name S.T.E.A.M. für den 3DS. Sperriger Titel und gewöhnungsbedürftiges Character Design sorgten aber dafür, dass die Macher von Advance Wars sowohl in den USA als auch in Japan gehörig auf die Nase fielen. Dort konnten in der Startwoche nicht einmal annäherend 2000 Exemplare verkauft werden.

Ein weiterer Grund ist aber auch der Mobile-Sektor. In Japan und Südkorea verbringen die Leute mittlerweile viermal soviel Zeit mit Mobile Gaming wie etwa die Leute in Deutschland. Der Markt im Mobile-Sektor wächst derart rasant, dass Analysten für 2017 einen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar für die Spielebranche voraussagen. Im Gegensatz zu den Konsolen wie die PS4 und Wii U, die in Japan mit den Absatzzahlen zu kämpfen haben, besitzt nahezu jeder ein Smartphone und ein Tablet. Und das über jede Altersgruppe hinweg. Heutige Kinder wachsen nicht etwa vorrangig mit Konsolen und Handhelds auf, sondern mit Smartphones und dementsprechend mit Mobile Gaming. Und diejenigen, die mit den guten alten Videospielen aufgewachsen sind? Die Zahlen zeigen es: Die sind der ewigen Iterationen wohl langsam überdrüssig.

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