"Früher war alles besser und die Jugend von heute ist vollkommen verdorben". Solche oder ähnliche Sprüche kann man wahrscheinlich vernehmen, seit es Menschen gibt. Die heutige Jugend, das steht fest, wird nachhaltig vom Internet mit all seinen Facetten geprägt, darunter File-Sharing, Netzwerkseiten und Ähnliches. Forscher der schwedischen Universität Lund beschäftigen sich in einer vierjährigen Studie mit der Frage, ob das als Folge die Werte und Normen der Gesellschaft verändert:

"Wir haben eine Theorie, dass sich die Prozesse für Normenbildung im Internet von denen der traditionellen Gesellschaft unterscheiden und sie bewegen sich in eine ganz andere Richtung als in die, wohin sich die Mehrheit der Gesellschaft und die Rechtsprechung wenden", erklären die Forscher ihr Projekt.

Ein Problem könnte sich nämlich ergeben, wenn die Rechtsprechung nicht mehr versteht, wie sich Moral und Norm gewandelt haben und welche Risiken dadurch aufkommen können, wenn man mit Gesetzen versucht, regulierend einzugreifen.

Schon jetzt weicht das Rechtsempfinden der Jugend weit von der Rechtsprechung ab, wie man am Beispiel Filesharing erkennen kann. Während es der Anwender oft als Kavaliersdelikt bezeichnen möchte, wird das von den Gerichten ganz anders gewertet. Und vielleicht hilft die schwedische Studie ja tatsächlich dabei, dass sich beide Seiten etwas aneinander annähern.